Podroll: Top Score

Nach langem Suchen nach einem gescheiten Podcast, sich mit der Musik, Soundtrack und Score von Videospielen befasst, startete im Frühjahr diesen Jahres ein neuer, vielversprechender Podcast ins Rennen. Top Score ist eine Produktion des Classical Minnesota Public Radio Channel, und hier bekommen echte Größen aus der Welt der Videospielscores das Wort. Und um es schon mal vorwegzunehmen: Dieser Podcast ist für mich der absolut beste Newcomer Podcast des Jahres 2011.

Auf Top Score bin ich durch einen Newsbeitrag auf Joystiq.com aufmerksam geworden, und ich kann auch wärmstens empfehlen, einfach alle Folgen von Beginn an zu hören. Musik ist zeitlos. Das gilt auch für Videospiel Soundtracks, die bei den immer teurer werdenden Produktionen längst mit prominenter Filmmusik mithalten können. Beispiele gefällig?
-> Civilization IV. This is the hardest game ever. It was way too hard to get past the title screen since that would cause this music to stop playing. (Kommentar auf Youtube trifft den Nagel auf den Kopf)
-> Halo. (Orchestral Theme)
(Für etwaig entstandene Ohrwürme entschuldige ich mich ausdrücklich NICHT)

Die Crew

Gehostet wir dieser Podcast von Emily Reese, die sich in jeder Sendung einen anderen Gast ins Studio einlädt

Aufbau
Ein eigenes Intro benötigt dieser Podcast nicht – warum auch, wenn es in jeder Folge um den Score eines oder mehrerer anderer Videospiele geht? Folgerichtig beginnt Top Score gerne mit einem Medley, der zur aktuellen Folge passt. Gestaltet ist dieser Podcast als eine Diskussion oder besser als ein Interview. Themen, die angesprochen werden, umfassen meist die Idee und die Intentionen zum Score, die Arbeitsweise, frühere Projekte und Komponisten, die gerne gehört werden und weitere interessante Annekdoten.

Das Besondere
Hier kommt vieles zusammen. Eine Moderatorin, die bei einem Radiosender für klassische Musik arbeitet und begeisterte Videospielerin ist, bringt eine solche Sendung zustande. Und nicht nur das, nein, sie schafft es sogar, die richtigen Leute vors Mikro zu bekommen, nämlich die Komponisten selber. Emily spielt in Vorbereitung auf die Sendung meist das betreffende Spiel oder kennt es bereits, und kann so auch tiefer in die Materie einsteigen. Auch der Zusammenschnitt des Podcast mit wirklich vielen Ausschnitten aus Musikstücken begeistert.

Die Technik
Da dies quasi eine Radiosendung ist, ist auch die Tonqualität entsprechend absolut hervorragend. Hier gibt es nichts auszusetzen.

Kritik
Kritisieren kann ich hier eigentlich kaum etwas, außer vielleicht, dass die Sendung viel zu kurz ist.

Fazit
Klarer Hörbefehl! Ein absolut wunderbarer Podcast, ein Muss für jeden, der gerne mal ein aktuelles Videospiel spielt und darüber hinaus sich für das audiovisuelle Gesamtkunstwerk interessiert. Ich hoffe sehr, dass dieser Podcast noch lange existieren wird und dass Emily es schafft, auch mal den ein oder anderen Komponisten japanischer Videospiele (Legend of Zelda, Final Fantasy) vor ihr Mikrofon zu bekommen. Über ältere Titel zu reden wäre sicherlich auch hochinteressant.

Durchschnittliche Spieldauer: etwa 30 – 45 Minuten
Erscheinung: zweiwöchentlich
Sprache: englisch

Links:
Top Score auf MPR
Tumblr Blog
Twitter: @topscorepodcast
iTunes

Podcastmaschine iPhone (Teil 2)

Weiter geht’s im zweiten Teil. Im ersten Teil habe ich ja die Möglichkeiten und Optionen beleuchtet, die das iPhone (im Zusammenspiel mit iTunes) von Haus aus mitbringt. Doch was ist, wenn man unterwegs ist, wenn man das iPhone nicht mit einem Rechner verbinden kann um neue Episoden nachzuladen? Eine Möglichkeit ist natürlich der mobile iTunes-Store, aus dem neue Episoden nachgeladen werden können. Problem hierbei allerdings: Ohne WLAN wird der Download pro Datei auf maximal 20MB begrenzt, das betrifft nicht nur iTunes Dateien, sondern auch den Appstore. Für den schnellen Liederkauf ist das egal, doch die allermeisten Podcasts belegen gerne mal 50+MB.

Doch das alleine ist sicherlich kein Grund zur Verzweiflung (und stellte für mich auch noch nie ein Problem dar, da ich eher zu viele Podcasts abonniert habe…). Einige Podcasts kommen mittlerweile sogar mit einer eigenen App daher, und genau hierüber soll es in diesem zweiten Teil gehen.

Consol2go
Consol.at ist die größte Videospiel-Zeitschrift in Österreich, seit einiger Zeit auch mit einem deutschen Ableger. Und sie haben einen recht populären Podcast zu bieten, den ich lange Zeit gehört habe – und nun eben auch eine App. Hier ist es möglich, sämtliche Podcastfolgen zu streamen – herunterladen und somit „to go“ die Folge zu hören ist nicht möglich. Dafür gibt es einen Downloadlink in den iTunes Store, damit man sich hier die Folge schnappen kann. Leider läuft die App nicht im Hintergrund, so dass die Wiedergabe nach beenden der App ebenfalls pausiert wird. Sicher kann hier noch dran gearbeitet werden. Der Player ist tatsächlich auch sehr sporadisch eingerichtet (keine Kapitel, kein 2x abspielen, kein 30 Sekunden zurückspringen).


Links: Saubere Präsentation in der Consol2go-App.
Rechts: Direkter Stream oder Download im iTunes Store

Bits und so
Games und so
Während Consol von einer größeren Newsseite angeboten wird, ist Bits und so ein reiner Podcast mit einer eigenen App. Die 4€ mögen für Appstore Verhältnisse einen stolzen Preis darstellen, können aber getrost als Aufwandsentschädigung oder Spende angesehen werden. Und Timo Hetzel hat sich einiges dabei gedacht. Die zehn letzten Podcasts können heruntergeladen werden (ohne das 20MB Limit des iTunes-Stores) und dann auch offline angehört werden. Die aktuellste Folge kann gestreamt werden (Plus-Mitgliedschaft vorausgesetzt) – und das sogar live (incl. Push-Benachrichtigung, wenn es losgeht) bzw. Relive. Weiterhin können in der App Plusmitgliedschaften abgeschlossen und bezahlt werden, und die Shownotes betrachtet werden. Alles in allem eine solide Basis, an der es an der einen oder anderen Ecke noch hakt. Die Shownotes, die beim Abspielen angezeigt werden, ruckeln auch auf dem iPhone 4, aber dafür gibt es sämtlichen Komfort des iPod Players (30 Sekunden zurück, 2x abspielen).
Die Games und so App ist vergleichbar mit der Bits und so App, bietet aber entsprechend weniger Umfang (etwa keinen Livestream). Dass es aber überhaupt für diesen in letzter Zeit doch sehr unregelmäßig erscheinenden Podcast eine eigene App gibt hat mich zumindest doch überrascht.

Links: Mit einem Klick auf eine gewünschte Episode kann man die Shownotes betrachten und den Download (in der App) anstoßen.
Rechts: Plus-Mitglieder können auf verschiedene (Live-)Streams zugreifen

TouchTalk
Auf meiner Suche nach speziell angepassten Podcast Apps bin ich auf TouchTalk gestoßen. Diesen Podcast höre ich zwar nicht selbst, aber die App hat mich recht beeindruckt. Die Präsentation ist wirklich gelungen. Diese App bietet eigentlich alles, was ich mir für eine solche Podcast App wünsche würde: Folgen können gestreamt oder heruntergeladen werden (und im Gegensatz zu Bits und So sind alle Folgen verfügbar), und es gibt sogar einen Livestream. Der Player unterstützt alle wichtigen Funktionen, kennt Kapitelmarken und läuft auch im Hintergrund. Während andere Podcasts, die gerne auch auf Höerschnipsel setzen und dazu die Audioboo App empfehlen (siehe unten), können diese Schnipsel bei diesem Podcast direkt in der App aufgenommen und gesendet werden. Und zu guter letzt (und warum auch immer) gibt es sogar eine Gamecenter Unterstützung, vermutlich für Achievements. Hut ab für diese gelungene App, der Podcast hat mir selbst aber nicht so zugesagt. Aber das dürft ihr natürlich für euch selbst entscheiden.

Links: Schön designte Podcastübersicht
Rechts: Player mit allen wünschenswerten Funktionen, beginnt hier gerade mit dem Stream

Zu guter letzt noch eine weitere App-Empfehlung, die in wenigen Fällen eine bestimmte Funktion erfüllt:
Audioboo
Drei mir bekannte Podcasts (Bits und so, Fanboys, Happy Shooting) setzen auf Feedback von den Hörern, die mit dieser App leicht einen Audiokommentar hinterlassen können. Man zeichnet sein Anliegen einfach auf, setzt einen „Tag“ dazu, um seine Bestimmung zu kennzeichen (ähnlich den Twitter-Hashtags), und auf der anderen Seite fällt das Audiofile dann heraus und wird mit etwas Glück im Podcast aufgegriffen.

Fazit:
Podcasteigene Apps sind zwar ganz nett, können mich im Allgemeinen aber nicht überzeugen. Ich bin eher ein Freund der zentralen Lösung, auf alle Podcasts mit wenigen Klicks zugreifen zu können. In den letzten Wochen und Monaten habe ich viel mit diesen Apps herumgespielt und mir alle Apps in einem Ordner gespeichert, aber diese werden nun wieder vom iPhone fliegen. Nichtsdestotrotz haben diese Apps durchaus Potenzial, und wenn mir mal eine App über den Weg läuft, die mich stark überzeugen kann oder mit wirklich besonderen Features daherkommt, werde ich darüber berichten. Ich habe mir diese Auswahl gewählt, um so einen quasi-Überblick über das Angebot an Apps zu schaffen. Es gibt noch weitere (This American Life z.B.), aber im großen und ganzen dürften die vorgestellten Apps alle Typen soweit abdecken.

Im nächsten Teil geht es dann mit den richtigen Podcast-Apps weiter, die eine tatsächliche Alternative für iTunes bzw. die Musik-App auf dem iPhone darstellen können.

Hörsuppe

Ein Wort zum Sonntag. Oder so. Jedenfalls möchte ich euch die Hörsuppe nahelegen. Gepflegt von Christian Bednarek, der genau wie ich nicht ohne die tägliche Dosis Podcasts auskommt und auf seine Weise darüber bloggt. Mit einer guten Prise Satire dazwischen und sehr auf Aktualität bedacht. Eine Empfehlung für den RSS Reader eurer Wahl.

hoersuppe.de
Twitter: @hoersuppe

Podroll: Spieleveteranen

1997. Das Jahr, in dem ich erste eigene Erfahrungen mit einem eigenen Windows-PC mache. Das Jahr, in dem ich großartige Spiele wie Civilization oder Age of Empires kennen lerne. Das Jahr, in dem ein gewisser Jörg Langer ein neues Spielemagazin namens „GameStar“ auf den Markt bringt und ich rein zufällig ab der ersten Ausgabe dabei bin.

2011. Spielemagazine sind schon so gut wie tot. Das Internet ist längst zur Informationsplatform Nr. 1 mutiert. Gewisse Herren aus der Riege von damals, unter denen Jörg Langer noch wie ein Küken erscheint, beschäftigen sich immer noch mit der Welt der Videospiele. Wem Namen wie Boris Schneider-Johne, Heinrich Lenhart, Winnie Forster oder Anatol Locker nichts sagen, der ist entweder gerade erst in die Pubertät gekommen oder hat mit Videospielen wirklich gar nichts am Hut. Zu meiner Freude haben sie sich 2009 entschieden, gemeinsam einen Podcast aufzunehmen. Und mit einem gewissen Stammtisch-Charme und vor allem den etwas „weiseren“ Blick auf die Entwicklung der Videospiele der letzten 20+ Jahre sind sie wirklich eine Bereicherung der Podcastwelt und bilden vor allem eine einzigartige Konstellation.

„Spieleveteranen“ nennen sie ihr gemeinsames Werk und versuchen darin, einigermaßen regelmäßig unregelmäßig, aber doch so etwa einmal im Monat eine gemütliche Skype-Runde zusammenzustellen.

Die Crew

Host: Anatol Locker, Twitter: @anatollocker, Website: anatollocker.de
Boris Schneider-Johne, Twitter: @borisschnohne
Heinrich Lenhardt, Twitter: @hlenhardt, Website: lenhardt.net
Jörg Langer, Website: joergspielt.de
Winnie Forster, Website: gameplan.de

Aufbau

Der Podcast beginnt seit einiger Zeit mit einem ganz netten Intro, welches von keinem geringeren als Chris Hülsbeck zusammengeschustert worden ist, welcher auch schon in so einigen Folgen als Gast bei den Spieleveteranen dabei war. Zumeist diskutieren die Veteranen über aktuelle Geschehnisse der letzten Zeit, und stellen im Anschluss vor, was sie so in letzter Zeit gespielt haben (Eine Kategorie, in der Jörg immer heraussticht, die aber auch recht iPhone lastig ist). Außerdem wird immer eine uralte Spielezeitschrift durchgeblättert, sei es eine alte Powerplay, PC Player oder GameStar. Da selbst die Veteranen nicht immer solche alten Ausgaben griffbereit liegen haben, greifen sie und damit auch der Hörer gern auf die Website kultpower.de zurück, in der zahlreiche Ausgaben als Scan vorliegen.

Gelegentlich kommt es auch vor, dass die Veteranen eine kürzere Sonderfolge aufnehmen, in der ein spezielles Thema (z.B. eine bestimmte Retro-Konsole oder ein Messebesuch) besprochen wird.

Das Besondere

Es ist, wie schon am Anfang erwähnt, vor allem die einzigartige Konstellation, die sich hier zusammengefunden hat. Sei es Winnie, verantwortlich für die Konsolenbibel Spielkonsolen und Heimcomputer, Jörg Langer, mittlerweile verantwortlich für die immer besser werdende Internetseite Gamersglobal, Boris Schneider-Johne, der einzige mit einem festen Job (im Windows-Team für Microsoft Deutschland), Heinrich Lenhart, den man früher in quasi jedem Spielemagazin als Auslandskorrespondent lesen konnte und der in Kanada seine Wahlheimat gefunden hat, oder eben Anatol Locker, der für das ZDF arbeitet und auch diesen Podcast zurechtschneidet.

Die Technik

Seit je her tun sich die selbsternannten Spieleveteranen mit der Technik schwer. Warum eigentlich? Die Audioqualität war bisher nie wirklich berauschend, was wahrscheinlich an dem eingesetzten Mikrofonen liegt, aber genau weiß man das als Außenstehender auch nicht. Die Skype Verbindung oder auch mal die ein oder andere Alternative wirkt nicht immer stabil, auf jeden Fall ist dies ein Thema, um das sich die Veteranen kümmern sollten. Also fleißig auf die Flattr-Buttons drücken.

Kritik

Die Spieleveteranen sind ein sehr angenehmer Podcast. Schade, dass das Problem mit der Technik in der langen Zeit, die der Podcast nun schon existiert, immer noch nicht gelöst wurde. Ansonsten gibt es nicht viel zu meckern, außer vielleicht, dass zu Beginn jeder Folge die Veteranen immer zweimal vorgestellt werden, zunächst im Einspieler von Anatol und anschließend nochmal in der Aufnahme durch einen wechselnden Veteranen.

Fazit

Deutschsprachiger Podcast-Leckerbissen und mehr als nur ein Geheimtipp. Vor allem für die Junggebliebenen (Oh Gott, ich merke gerade, dass ich alt werde), die in der Zeit der Powerplay, PC Player oder später der Gamestar groß geworden sind und etwas mit den Stichworten Multimedia Leserbriefe oder Raumschiff Gamestar anfangen können. Einfach mal reinhören!

Durchschnittliche Spieldauer: etwa 1 Stunde
Erscheinung: ca. monatlich (kein fester Termin)
Sprache: deutsch

Links:
Offizielle Website: spieleveteranen.de
Facebook
iTunes

Podroll: The DnA Foodcast

Mit diesem Podroll möchte ich mal einen komplett anderen Podcast vorstellen. Sicherlich ist aufgefallen, dass ich bisher fast ausschließlich technikbasierte oder -verwandte Podcasts vorgestellt habe, die sicherlich den Löwenanteil meines Podcastkonsums ausmachen. Doch dieses Mal geht’s in die Küche. The DnA Foodcast, kurz für „Dave ’n Alexander“, die beide auch in meinem Lieblingspodcast The Xbox 360 Fancast (>>zum Podroll) mitgewirkt haben (und der leider vor kurzem eingestellt wurde), kochen für uns live in diesem Podcast.

Mit diesem Podroll kann ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieses Podrolls geht die neueste Folge des DnA Foodcasts online, in der das Lieblingsrezept von mir und meiner Freundin live gekocht wird, welches wir „Chicken Rice Bake“ genannt haben. Es ist gerade einmal die zwölfte Episode des noch recht jungen Podcasts, und ich bin gespannt ob es bei einer wöchentlichen Erscheinungsweise bleiben wird, aber ich finde, dass dies ein guter Anlass für den Podroll ist.

Die Crew

David Hinkle, Twitter: @davehinkle, Website: david-hinkle.com
Alexander Sliwinski, Twitter: @xandersliwinski

Aufbau

Getreu dem Motto, dass der Podcast nur dann geschnitten wird, wenn etwas in den Ofen wandert oder sich jemand den Finger abhackt, gehen Dave und Alexander munter ans Werk. Falls jemand mitkochen möchte und nicht ganz mitkommt, wird man vorher noch an die magische Pause-Taste erinnert, und dann geht es auch schon los. Da dies ein Audiopodcast ist, gehört natürlich etwas Fantasie und Vorstellungsvermögen dazu um dem Ganzen zu folgen, aber es sei auch wärmstens empfohlen, die Website hin und wieder im Auge zu behalten. Dort findet man natürlich noch einmal das Rezept zum Mitlesen und auch gleich das Ergebnis der Sendung in Form von Fotos zu sehen. Und wirklich: Der Podcast scheint im wesentlichen ungeschnitten, und man kann den beiden wunderbar beim Zubereiten der Mahlzeiten lauschen, das Schneiden von Gurken, Rühren des Teiges oder Piepen der Mikrowelle vernehmen, und auch der Gesprächsstoff scheint nie auszugehen. Am Ende wird, mit zahlreichen „Mmmmhhhs“ und „nomnoms“ probiert und gekostet, dass man am liebsten direkt eine Portion abhaben möchte.


Rice Bake, das von uns eingesendete Rezept und Thema in Episode 12 des DnA Foodcasts
>>>Zum Rezept
>>>Zur Folge 12 „Rice Bake“

Das Besondere

Sicherlich sind solche Podcasts nicht jedermanns Sache und in der Tat auch nicht sonderlich populär wie mir scheint, da man in Sachen Küchenpodcasts hauptsächlich Videopodcasts findet, was natürlich nachvollziehbar ist. Wahrscheinlich wäre ich auch nie darauf gestoßen, wenn nicht zwei meiner Lieblingspodcaster sich dieser Sache widmen würden, und ich Alexander nicht auch schon einmal persönlich getroffen hätte. Aber es macht Spaß! Es wird versucht, in jedem Rezept mehr als nur eine Mahlzeit zu sehen, sondern vielmehr eine persönliche Geschichte, ein persönliches Erlebnis oder ähnliches damit zu verbinden. In den ersten Folgen haben die beiden ihre liebsten Familienrezepte kreiert und somit schonmal zeigen können, was damit gemeint ist. Alexander, in Boston lebend und mit deutschen Wurzeln, hat beispielsweise ein deutsches Nudelauflaufrezept mitgebracht. Und natürlich ist auch jeder Hörer aufgerufen, mitzuwirken. Sei es durch Einreichen eines neuen Rezeptvorschlages (wie wir es ja auch getan haben), als auch durch Nachkochen der vorgestellten Rezepte. Die eingesendeten Fotos werden auch allesamt auf der Website veröffentlicht.

Die Technik

Nein, mit Technik ist jetzt nicht das Küchengeschirr gemeint, was die beiden verwenden. Vielmehr interessiert mich die Audioqualität, und das ist gerade bei diesem Podcast ein interessantes Thema. Da das Ganze in der Küche aufgenommen wird, und über Skype läuft (Dave wohnt in San Francisco, Alexander in Boston), habe ich eigentlich mit vielen Störgeräuschen gerechnet. Aber in der Tat funktioniert das ganze ziemlich gut. Ich schätze mal, dass qualitativ hochwertige Headsets zum Einsatz kommen, und die jahrelange Podcasterfahrung aus anderen Projekten hilft den beiden mit Sicherheit auch. Das ganze funktioniert so gut, das man hier wirklich ein Lob aussprechen muss!

Anmerkung

Dieses Mal keine Kritik, aber eine Anmerkung: Wer ist eigentlich die Zielgruppe dieses Podcasts? Sicherlich nicht die typische Zielgruppe der nachmittäglichen Kochsendungen im TV. Kochen ist ein Hobby von Dave & Alexander, und sie teilen diese Leidenschaft mit ihren Hörern. Beide arbeiten als Blogger und Redakteure und sind keine gelernten Köche, um die Ende 20/Anfang 30 und männlich. Durch die Videospielpodcasts sind sie bekannt geworden und bringen sicherlich eine Menge Stammhörer mit (so bin ich z.B. auch dazu gekommen). In der Podcastkategorie „Essen“ im deutschen iTunes-Store liegt der DnA Foodcast auf Platz 105, also noch nicht sehr populär, im US-Store hingegen scheint er schon gefeatured worden zu sein. Hoffen wir, dass die beiden ihre Leidenschaft aufrecht erhalten und genügend interessante Rezepte zugeschickt bekommen, denn es macht einfach Spaß ihnen zuzuhören!

Fazit

Mit dem DnA Foodcast konnte ich meine Freundin für die Welt der Podcasts begeistern. Gibt es eine bessere Auszeichnung für einen Podcast? Hoffen wir also, dass Dave ’n Alexander noch lange so weiter machen werden, insbesondere auch, weil ihr eigentlicher Stammpodcast seit kurzem nicht mehr fortgesetzt wird. Guten Appetit!

Durchschnittliche Spieldauer: etwa 0,5 – 1 Stunde
Erscheinung: wöchentlich
Sprache: englisch

Links:
Offizielle Website: dnafoodcast.com
Twitter: @dnafoodcast
Facebook
iTunes

Podroll: mobileMacs

mobileMacs, ein Podcast, der eigentlich anders heißen sollte. In vielen der letzten Folgen war dies ein Dauerthema, doch auf einen neuen Namen einigen konnte sich die Crew bisher nicht. Und das ist auch gut so, denn mehr als „Bumm! Zack“ Return!“ kommt eh nicht dabei heraus. Und das soll keine negative Kritik sein, ganz im Gegenteil: Warum dieser Podcast extrem hörenswert ist, möchte ich mit diesem Podroll hervorheben.

„Wenn das Internet eines braucht, dann ist das ganz bestimmt: Mehr Sex.“

Neben Bits und so und dem jüngeren Fanbóys-Podcast stellt mobileMacs das dritte große Podcast-Schiff in der Apple-Szene dar. Zweiwöchentlich in aller Regelmäßigkeit wird hier über Macs, iPhones, Google, Nokia und haste-nicht-gesehen gefachsimpelt oder hergezogen, und dabei so manches Mal kein Blatt vor den Mund genommen.

Kopf des Podcasts, der in Berlin in der (für Podcastfans) berühmten Metaebene aufgenommenen Sendung, ist mal wieder der Herr Tim Pritlove, der Podcasten quasi zu seinem Beruf erkoren hat. Im Rahmen meines Podrolls kennt man ihn vielleicht auch aus der hervorragenden Produktion Raumzeit in Zusammenarbeit mit dem DLR und der ESA.

Die Crew

Host: Tim Pritlove, Twitter: @timpritlove, Website: tim.geekheim.de
Max Winde, Twitter: @343max, Blog: 343max.de
Denis Ahrens, Twitter: @denis2342
hukl, Twitter: @hukl, Blog: smyck.net

Aufbau

„Gebt mir ein Thema, ich mach alles!“ (hukl)

Eine strenge Hierarchie kann der mobileMacs-Podcast nicht aufweisen. Im großen und ganzen handelt es sich um ein Sammelsorium an Themen, die sich so vor der Aufnahme des Podcasts angesammelt haben. Dies können aktuelle Themen und Ereignisse in der Welt der Macs, Smartphones, Netzpolitik etc. sein, neue Gadgets, die sich der ein oder andere zugelegt hat, Empfehlungen (Hard- oder Software, Vorträge, Veranstaltungen etc.), aber alles ohne einen richtigen roten Faden.

Das Besondere

„Gut, dass wir Max hier haben, sonst würden wir bestimmte Ecken des Internets gar nicht mitbekommen“

Die Mischung macht’s, und das zeichnet auch diesen Podcast aus. Wer sich auf einen manchmal vierstündigen Podcast einlassen kann und will, der bekommt hier einiges geboten. Man muss nicht einer Meinung sein mit den Podcastern (wie so oft), aber der Informationswert ist mindestens so hoch wie der Unterhaltungswert. Was hier teilweise an Sprüchen gekloppt wird ist sensationell und man merkt jedem einzelnen den Spaß am Podcast an. Da die Sendung Live gestreamt wird, gibt es sogar einen Chat in dem die Hörer mitwirken können (um dann gelegentlich im Podcast erwähnt zu werden, frei nach hukl: „Der Chat sagt dazu…“).
Witzig ist auch die technische Umsetzung im Studio, die sehr modern anhaucht: Jeder der vier hat eine Wiimote vor sich liegen, mit der verschiedene Funktionen ausführen kann. Sie funktioniert wie eine Bluetooth Fernbedienung und fungiert so als Räuspertaste, Hall-Effekt oder erleichtert dem Tim das nachträgliche Schneiden, indem auf Knopfdruck eine Kapitelmarke gesetzt werden kann. Sicherlich nur Spielerei, von dem der Hörer ja gar nicht viel mitbekommt, aber sehr nett.
Zum Running Gag hat sich auch die Rundfunkthematik entwickelt, denn die Zahl der Live-Hörer schwankt um die 500, und das ist genau die Grenze ab der man sich „Rundfunk“ schimpfen darf (siehe auch hier)

Die Technik

„Anfängermodus – Expertmodus – Pritlovemodus“

Die Audioqualität ist sehr gut, wie man es von Tim Pritlove gewohnt ist. Wie bereits erwähnt wird die Sendung zudem live gestreamt samt Chat, ist kurz nach Ende der Aufzeichnung als quasi Rohschnitt über Torrents zu beziehen und erscheint schließlich auf iTunes. Alles kostenlos, und daher besonders erwähnenswert.

Kritik

Kritisieren kann man bestenfalls die hohe Sendungsdauer von manchmal vier Stunden, dafür erscheint der Podcast aber auch nur 2x im Monat.

Fazit

„Fancy-Schmancy-Superpodcast“

Ein weiterer deutschsprachiger Podcast, der in die Kerbe von Bits und so und Fanboys sticht. Und dennoch hörenswert und mit hohem Unterhaltungsfaktor. Wer nicht die Zeit hat, alle drei wirklich hörenswerten Podcasts zu hören, der sollte wenigstens mal hineinschnuppern um herauszufinden, ob man nun etwas verpasst oder nicht. Ich amüsiere mich jedenfalls köstlich.

Durchschnittliche Spieldauer: etwa 3,5 Stunden
Erscheinung: zweiwöchentlich
Sprache: deutsch

Links:
Offizielle Website: mobilemacs.de
Twitter: @mobilemacs
iTunes

Das Mauerblümchen

Ein sehenswerter (hörenswerter) Vortrag von Tim Pritlove mit dem Titel „Podcasts und Radio als Werkzeuge der Öffentlichkeitsarbeit“ vom 13.04.2011 auf der re:publica in Berlin:

Die Folien zum Vortrag (pdf, 2,8MB) gibt es hier: Klick
Leider sind Audio- und Videoqualität etwas suboptimal.

Weitere Links:
Tim Pritlove auf Twitter
tim-geekheim.de
Metaebene Personal Media

Podroll: Fanbóys

Zeit wird’s für einen neuen Podroll. Dieses Mal geht es um ein Projekt von zwei Ehemaligen aus Bits und so, genauer den beiden Coding Monkeys Martin und Dom. Vor allem Martin, schon eine ganze Weile im anderen Podcast ausgestiegen, hatte offenbar wieder Lust bekommen sich mitzuteilen, und so haben die beiden dieses Projekt ins Leben gerufen.

Und dies für mich zumindest mehr oder weniger überraschend. Vermisst hat man sie. Beide Protagonisten sind Programmierer, verantwortlich unter anderem für den Texteditor meines Vertrauens für den Mac (Subethaedit) und das meistgespielte Spiel auf meinem iPhone (Carcassonne).

Die Crew

Host: Martin Pittenauer, Twitter: @map, Website: emonk.net
Dominik Wagner, Twitter: @monkeydom, Tumblr-Blog: ran-dom.tumblr.com

Aufbau

Nach mittlerweile 13 produzierten Episoden haben sich die beiden auf einen groben Ablauf geeinigt. Natürlich ist auch dieser Podcast sehr techniklastig, applelastig, netzpolitiklastig. Nach dem kurzen Intro stellen sie sich vor, und berichtigen dann erstmal die Fehler von der vorherigen Episode. Danach beginnen meist mit einem aktuellen Thema (Fukushima, Nintendo 3DS, iPad 2…). Nach weiteren News, in denen Apple natürlich nie fehlen darf, folgen noch die beliebte Depression/Netzpolitik, Audiokommentare mit Audioboo sowie Emails, und schließlich werden dem Hörer noch Empfehlungen in Form von Software, Hardware, Filme, Bücher etc mit auf den Weg gegeben. Am Schluss folgt schließlich mit dem „Rausschmeißer“ noch irgend ein nerdiger Song oder Zitat.

Das Besondere

Wie der Name des Podcasts es bereits suggeriert: Die beiden sind Apple Fanboys. Dementsprechend muss man natürlich mit Android-Bashing und Zune-Gelächter rechnen, aber bereits in den ersten Episoden beweisen sie, dass sie auch über den Tellerrand schauen können. Vor allem die Hörerfragen werden meist sehr kompetent beantwortet. Besonderen Fokus muss man bei diesem Podcast aber auch auf die Netzpolitik richten. Hier bereiten sich die beiden sehr akribisch drauf vor, besuchen gerne auch mal Veranstaltungen verschiedener Parteien hierzu und haben meist auch Audioschnipsel zum Thema dabei.

Die Technik

Die Audioqualität ist sehr gut. Allerdings wird bei diesem Podcast bisher auch nicht der Spagat versucht, zusätzliche Sprecher mit Skype und Co. hinzuzuschalten. Und bisher gab es erst eine Episode mit einem Gast (Tim Pritlove). Bemerkenswert ist auch, dass alle Episoden mit Kapitelmarken erscheinen. Das iPhone mit iOS 4 ist sogar in der Lage, den Hyperlink zum aktiven Kapitel in Safari zu öffnen, falls ein solcher Links gesetzt wurde. Auch die Website ist interessant aufgebaut, da sie mit Javascript erst beim Öffnen der Seite aus dem RSS Feed des Podcasts generiert wird. Nachteil hierbei, dass keinerlei Kommentare abgegeben werden können. Das wollen die beiden aber auch gar nicht, wie sie oft genug im Podcast zum besten geben.

Kritik

Direkt in diesem Punkt kann man vielleicht auch mit der Kritik ansetzen, denn eine Diskussion zu vergangenen Sendungen aufzubauen ist somit unmöglich, zumindest auf ihrer eigenen Platform. Ob das richtig oder falsch ist, muss jeder selbst entscheiden, ich bedauere diese Entscheidung zumindest. Andererseits wollen sie auch gar keine Unterstützung (evtl. in Form von Flattr Buttons), und bewahren somit völlig ihre Unabhängigkeit und unterstreichen, dass Fanboys ihr eigenes Ding ist.

Fazit

Fanboys ist ein sehr interessanter Podcast. Allerdings kann ich nicht unbedingt empfehlen, diesen Podcast unmittelbar zusammen mit der Bits und so Episode derselben Woche zu hören, weil sich viele Themen doch sehr überschneiden. Ansonsten strengen sich Martin und Dom aber sehr an, liefern einen umfangreichen Podcast der zudem gut recherchiert ist und Spaß macht.

Durchschnittliche Spieldauer: etwa 1,5 Stunden
Erscheinung: wöchentlich
Sprache: deutsch (gelegentlich eingespielte englische Audioschnipsel)

Links:
Offizielle Website: fanbóys.org, fanboyspodcast.org
Twitter: @fanb0ys
iTunes

Podcastmaschine iPhone (Teil 1)

Dieses Mal möchte ich aufzeigen, womit ich eigentlich meine Podcasts alle so höre, und oh Wunder – wer die Überschrift nicht überlesen hat ahnt es vermutlich schon: Es ist natürlich das iPhone. Und das hat verschiedene Gründe, die ich im folgenden mal vorstellen möchte.

Zunächst sei gesagt, dass nicht das Gerät alleine als Player den Reiz ausmacht (wenn auch zum großen Teil, dazu später mehr), sondern gerade die Symbiose mit iTunes für das iPhone (oder iPod touch) im Grundzustand hervorzuheben ist. Wie die Alternativen aussehen, werde ich im zweiten Teil dieses Artikels vorstellen.

iTunes
Seit Juni 2005, mit der Version 4.7, unterstützt iTunes das Podcasting von Haus aus. Zu dieser Zeit steckte das Podcasting noch in den Kinderschuhen – aber viele Podcaster können bestätigen, dass mit der offiziellen iTunes-Unterstützung die Hörerzahlen rapide nach hoben geschnellt sind. iTunes macht das Podcasten bequem: Man muss nicht mehr manuell die Downloads seiner Lieblingsfolgen anstoßen, sondern trägt einfach den Feed ein und bekommt die neuesten Episoden automatisch heruntergeladen. Oder man stöbert im Store, wo das geballte Podcastangebot mehr oder weniger angemessen präsentiert wird. In den Einstellungen gibt es die Möglichkeiten, beim Synchen nur die ungespielten Episoden auf das iPhone zu spielen, so dass man sich nicht mal um den Verbleib der alten Episoden kümmern muss. Kurz: Man kann über iTunes schimpfen wie man will – aber für Podcast-Fans (mich) ist das Programm einfach ein Segen!


Blick in die iTunes-Mediathek. Die Zahl neben dem Podcasts-Registereintrag gibt die Anzahl der ungespielten Episoden an. Abonnierte Podcasts laden automatisch zu bestimmten Zeitpunkten, oder auch auf Klick nach.


Blick in die Podcast-Abteilung des iTunes-Stores. Genau wie im Musikstore findet man hier aktuelle Charts, wobei hier nach Folgen und Podcasts unterschieden wird. Ansonsten wird diese Seite sowie Podcast-Auswahl von der iTunes-Redaktion gestaltet.

iPhone
Synchronisiert man die Podcasts nun mit seinem iPhone, findet man sie natürlich in der iPod-Applikation wieder. Mit einem Klick auf den Podcast landet man in der detaillierten Auswahl der einzelnen Folgen:

In der Folgenauswahl bezeichnen die blauen Punkte die ungespielten Episoden, ein halber Punkt eine bereits angefangene Episode (die in diesem Fall gerade läuft).

Der Player selbst ist natürlich das wichtigste, und dieser bietet einiges an Komfort:

Durch einen Klick aufs Cover wird der Player um einige Optionen erweitert. Die Zeitskala erscheint und bringt zwei interessante Funktionen mit, die im reinen Musikplayer nicht erscheinen: Der mittlere Knopf spult die Wiedergabe um 30 Sekunden zurück, was ganz hilfreich ist wenn man kurz abgelenkt worden ist. Der rechte Knopf schaltet zwischen 1x, 1,5x und 2x Wiedergabegeschwindigkeit um, ohne die Tonhöhe zu verändern. Ich nutze aber nur die 1x Geschwindigkeit. Weiterhin werden nun die Shownotes (falls angegeben) eingeblendet – lässt sich in den Einstellungen auch ausstellen.

Falls das iPhone mal wieder Mist baut und das Lesezeichen im Podcast vergessen hat (passiert leider gelegentlich), muss man wieder an die Stelle zurückscrollen, an der man ungefähr aufgehört hat. In einer dreistündigen Episode ohne Kapitelmarken nicht sehr schön, aber das iPhone hilft hier auch:

Scrollgeschwindigkeit variieren: Wenn man den Finger auf die Scrollmarke drückt und dann nicht gleich nach links oder rechts verschiebt, sondern erst nach unten zieht, kann man viel genauer eine bestimmte Position wiederfinden.
Rechts zu sehen: Der Miniplayer (Doppelklick auf den Home-Button, einmal nach links wischen), mit dem man die Wiedergabe von jeder Applikation aus steuern kann ohne umständlich zurück in die iPod-App zu gehen.

Und damit ist der kleine Ritt durch den sehr komfortablen iPhone-Player auch schon beendet. Im zweiten Teil werde ich noch einige Third-Party Apps vorstellen, die ebenfalls auf das Podcasting abzielen und eine Alternative zu iTunes selbst darstellen.

Podcastunterstützung

Ein paar Gedanken, die mir schon länger durch den Kopf schwirren und die ich nun endlich mal zu Papier bringen – äh, in Nullen und Einsen abtippen möchte, befassen sich mit dem Thema Podcastfinanzierung. Da ich nun schon seit ungefähr drei Jahren nahezu täglich wenigstens für ein paar Minuten verschiedensten Podcasts lausche (siehe auch meinen Podroll), sehe ich es als meine Pflicht an, diese Leistung der Autoren/Sprecher/Beteiligten hin und wieder zu würdigen. Denn Podcasts kosten Geld, das lässt sich nicht von der Hand weisen. Geld in Form von Hostinggebühren, denn die Nutzer wollen die Podcasts ja oftmals gleich kurz nach der Veröffentlichung herunterladen und erzeugen somit gerne mal einen Pike beim Traffic. Geld in Form von Zeit, denn so ein Podcast will vorbereitet werden mit Fragen und Themen, nachbereitet werden mit Shownotes, geschnitten und vielleicht sogar mit Kapitelmarken versehen werden. Vielleicht will man sogar einen Livestream während der Aufnahme bereitstellen. Man benötigt Equipement für eine vernünftige Tonqualität, und oftmals sitzen ja auch nicht alle Sprecher in einem Raum, sondern vielleicht in München und Helsinki. Und eine Website für eine angemessene Präsentation kann ja auch nicht verkehrt sein, sondern ist ganz im Gegenteil mittlerweile eine Grundvoraussetzung. Vielleicht wird dazu ein Webdesigner engagiert. Und dann wollen noch Facebook und Twitter Accounts generiert werden.

Wenn man sich das alles durch den Kopf gehen lässt, merkt man schnell dass vor allem regelmäßige, oftmals wöchentliche Podcasts mit viel Aufwand verbunden sind, die weit über die reine Sprechzeit von vielleicht anderthalb Stunden hinausgehen. Natürlich gehe ich immer noch von der Grundannahme aus, dass die Menschen hinter den Podcasts unheimlich viel Spaß und Interesse daran haben, eben ihre Podcasts zu produzieren, und erst einmal natürlich alles ehrenamtlich machen. Andernfalls merkt man dies als Hörer sofort – und auch ich suche meine Podcasts nicht nur nach Themen aus, sondern oftmals auch nach den Personen, die dahinter stehen.

So viel zur Einleitung, möchte ich jetzt im Folgenden darauf eingehen, auf welche Möglichkeiten ich bisher gestoßen bin, um ausgewählte Podcasts zu unterstützen bzw. zu honorieren.

Feedback.
Die einfachste Methode um zu zeigen, dass jemandem ein bestimmter Podcast gefällt, ist natürlich das Geben von Feedback. Hier will ich auch gar nicht viel zu sagen, denn meistens gibt es ja genügend Möglichkeiten mal einen kleinen Kommentar auf der Website des Lieblingspodcasts zu hinterlassen oder bei den (wenigen) Live-Podcasts im Chat mitzuwirken (habe ich aber noch nie gemacht), einen Twitter-Reply zu senden oder einfach nur kurz auf den Facebook-Like Button zu klicken. Problematisch wirds erst, wenn man zusätzlich noch die Möglichkeit hat eine Bewertung (5 Sterne z.B.) abzugeben, wie es etwa iTunes ermöglicht – das System wird meiner Meinung nach von 90% der Menschen missbraucht oder nicht verstanden, die dann nur „5 Sterne“ oder „1 Stern“ kennen und womöglich sich auch nur dann zu Wort melden, wenn ihnen etwas nicht passt und somit das Wertungssystem verzerren. Aber das ist eigentlich ein eigenes Thema (oder Blogeintrag?) wert, daher belasse ich das erstmal bei dieser Anmerkung.

Spenden.
Einen kleinen Geldbetrag zu spenden, wenn mir etwas gefällt, ist lange Zeit an Bequemlichkeit oder damit verbundener Erwartungshaltung meinerseits gescheitert. Immer stellte sich mir die Frage, wieviel jetzt angemessen wäre, wofür ich genau spenden will oder ob ich überhaupt spenden kann. Hier und dort findet man auf den Websiten Paypal-Spendenbuttons, die die Sache enorm vereinfachen. Aber irgendwie war das auch nicht das richtige. Die Situation änderte sich schlagartig im Frühjahr-Sommer 2010. Die Zauberformel nennt sich „Flattr“ und ist eine sehr intelligente Art des Micropayments. Die Idee ist so einfach wie genial: Ich zahle jeden Monat einen gewissen Beitrag (mindestens 2 Euro, nach oben offen) auf mein virtuelles Flattr-Konto ein. Finde ich nun irgendwo im Netz einen Flattr-Button, etwa unter der letzten Folge meines Lieblingspodcasts, kann ich dort draufklicken. Habe ich in dem Monat also 10 solcher Knöpfe angeklickt und 5€ in mein Flattr Konto eingezahlt, wird das Geld durch die Anzahl der Klicks geteilt und entsprechend verteilt – jeder Klick ist in diesem Falle also 50ct wert gewesen. Flattr findet man immer häufiger im Netz und auch in vielen Blogs, so dass sich das System in meinen Augen längst etabliert hat. Und es ist mein Mittel der Wahl um zu zeigen, dass ich die Podcasts, die ich so höre, unterstütze – ohne vielleicht mit einer überhöhten „manuellen“ Spende vielleicht Erwartungen meinerseits zu schüren.

Sponsoring.
Hier muss man differenzieren. Es gibt da zum einen die Podcasts, die beispielsweise von Unternehmen finanziert werden und somit keiner weiteren „Zuwendungen“ bedürfen. Als Beispiel sei hier der Raumzeit-Podcast vom DLR und der ESA genannt. Dann gibt es Firmen, die beispielsweise einzelne Produkte zu den Podcasts schicken und dort unter Nennung ihres Namens, oder gleich als Hauptsponsor auftreten. Hier ist als Beispiel mal enjoyyourcamera und der Happy Shooting Podcast genannt, die seit langer Zeit bereits zusammenarbeiten. Und hier passt man als Hörer natürlich auch auf, dass das nicht zu sehr ausartet oder gar albern wird.
Und dann gibt es noch nebenbei die klassischen Werbebanner auf den zugehörigen Podcastwebsiten, die man vielleicht nicht ständig sieht, aber die natürlich auch genannt werden müssen.

Premium-Abo Modell.
Ist noch sehr selten, hat mit Bits und so allerdings einen Prominenten Vertreter in der deutschsprachigen Podcastszene. Die Idee ist, in Monats- oder gar Jahresabos einzusteigen gegen einen vorgegebenen Geldbetrag. Zum einen darf man sich dann „Premium“, „Plus“, „Gold“ oder ähnlich schimpfen, zum anderen verbindet man damit allerdings auch Verpflichtungen. Im Falle Bitsundso erkauft man sich mit der Plusmitgliedschaft erst einmal den Zugang zum Livestream, kann angeblich die Folgen später von schnelleren Downloadservern herunterladen und bekommt zusätzlich noch mehr gequatsche der Teilnehmer vor und nach der eigentlichen Sendung auf die Ohren. Ob einem das als Hörer wichtig ist, muss man ggf. selbst entscheiden, viel wichtiger ist allerdings der Punkt, dass man nicht nur für bestehende, sondern auch für zukünftige „Leistungen“ bezahlt, zumindest für den Zeitraum, die das Abo gültig sein soll. Die Podcaster verplfichten sich somit, jede Woche eine zufriedenstellende Sendung in vernünftiger Länge aufzunehmen und können nicht einfach mal für vier Wochen aussetzen (zumindest der Host nicht). Das ist der Hauptgrund, warum dieses Finanzierungsmodell und die damit verbundenen Preisstrukturen für mich nicht in Frage kommen.

Affiliate Links.
Das System ist so einfach wie genial: Spreche über ein beliebiges Produkt, setze einen Amazon-Link, und kassiere 5% des Produktwertes wenn jemand über diesen Speziallink das Produkt kauft. Nicht nur Amazon bietet dieses Modell an (welches nichts anderes ist als Werbekosten, die eh quasi eingeplant sind), sondern etliche andere Internethändler auch. Sogar iTuneslinks können so gesetzt werden, auch wenn die Vergütung bei 79ct Apps eher mager ausfallen dürfte. Dennoch ist diese Art von Vergütung eine denkbar einfache Art, um ganz nebenbei Unterstützung zu leisten. Denn bei Amazon kaufe ich eh häufiger ein.

Merchendise.
Merchendise gibt es in vielfältigster Form, angefangen bei T-Shirts mit dem Podcastlogo drauf, Kaffeetassen, Bumm-Zack-Return Schlüsselanhängern oder sonstiges. Auch die Bitsundso iPhone App kann man hier vielleicht besser aufheben, die man zunächst einmal für 4€ kaufen muss und so zusätzliche Funktionen für unterwegs bekommt.

Öffentlich Rechtliches.
Ja, auch das gibts, sehr zu meiner Freude. Irgendwohin muss die GEZ, die mir hier regelmäßig abgeknöpft wird, ja hinfließen. Und wenn dann der Radiosender meiner Wahl (NDR 2) anfängt, seine interessantesten Sendungen als Podcast anzubieten, dann begrüße ich das sehr. Als Paradebeispiel sei mal die vielleicht beste Radiocomedy ever genannt: Frühstück bei Stefanie.

Damit wäre zunächst einmal ein großes Spektrum der Möglichkeiten abgedeckt, fragt sich nun, wie die einzelnen Podcasts dies auch umsetzen. Und hier möchte ich kurz zwei krass entgegengesetzte Beispiele aufführen, die in meinen Augen beide irgendwie zu sehr ins Extreme abdriften.

„Wir machen alles“ – Bits und so
Dieser wöchentliche Podcast (siehe auch meinen Podroll hierzu) schöpft quasi aus dem vollen. Vom Abo Modell über Werbebanner, Werbung und Sponsoring im Podcast, Flattr, Affiliate Links und sogar T-Shirts und eine 4€-App wird hier das komplette Spektrum der Möglichkeiten abgedeckt. Aber dafür bekommt man auch ne Menge zurück: Wöchentlich eine 3-Stunden Livesendung auf die Ohren, gut vorbereitet und in letzter Zeit auch mal wieder vermehrt mit interessanten Gästen gespickt, immer pünktlich und technisch hervorragend. Dennoch driftet der Podcast einen schmalen Grat entlang und wankt für mich immer wieder in die Region „jetzt geht’s zu weit“ – weniger wäre hier vielleicht mehr.

„Lasst uns bloß in Ruhe“ – Fanb0ys
Ironischerweise wird dieser noch sehr junge Podcast von zwei ehemaligen Bits und so Teilnehmern betrieben, die auch offen und ehrlich ihr doch sehr aufwändiges Podcastprojekt als komplette Privatveranstaltung betreiben. Kommentare? Fehlanzeige, am liebsten würden sie auch die iTunes Kommentare deaktivieren. Unterstützung? Nö, nicht mal nen Flattr Button findet man. Stattdessen betreiben sie im Podcast eine Kategorie „Flattr-Link der Woche“, in der sie ihre Hörer auffordern, stattdessen dort lieber zu flattrn. Passiert aber irgendwie auch nicht. Der in einer Episode vorgestellte Fortsetzungsroman als Hörbuch hat gerade mal 30 Klicks auf dem Konto gehabt, als ich einmal einem solchen Link gefolgt bin.

Fazit:
Podcasts liegen mir sehr am Herzen, höre ich deutlich häufiger am Tag als mich mit Musik berieseln zu lassen. Das hab ich nun schon häufiger aufgezeigt. Diesen Bericht habe ich hauptsächlich mal zusammengetragen, um vielleicht auch nur mit selber mal vor Augen zu führen, was für Möglichkeiten es gibt unterstützt zu werden. Falls man z.B. mal selbst ein ähnliches Projekt auf die Beine stellen möchte. Ich hatte hier auf diesem Blog ja anfangs auch Flattr Links bereitgestellt, vielleicht werde ich diese ja in Zukunft wieder einfügen.

Podcasts sind bequem, insbesondere wenn man mit iTunes vertraut ist. Und sie sind kostenlos. Für die Menschen hinter den Podcasts bedeutet dies allerdings nicht nur Spaß, sondern auch Arbeit und meistens zusätzliche Kosten, je nach Aufwand und Hostingmöglichkeiten. Also warum sich dafür nicht auch mal bedanken?