gesehen. Six Feet Under (Season 1)

Ein HBO-Klassiker, aus den frühen Tagen des sogenannten goldenen TV-Zeitalters. Ich war mir nicht sicher, auf was ich mich eingelassen habe – denn außer dem Thema „Bestattungsinstitut“ wusste ich nichts über diese Serie. Aber als die DVD-Box dann zu einem wirklichen Spottpreis verkauft wurde, wagte ich mal den Sprung ins blaue. Und was wurde ich belohnt!

Six Feet Under dreht sich um das Bestattungsinstitut Fisher & Sons, und beginnt als Aufhänger damit, dass Fisher Senior bei einem Autounfall das zeitliche segnet – und fortan seine beiden Söhne das Familienunternehmen fortführen müssen. Das Herzstück liegt ganz klar in den wunderbar ausgearbeiteten – nein, sogar ganz famos ausgearbeiteten Charakteren. David, Sohn 1, der schon immer in dem Unternehmen gearbeitet hat; Nate, Sohn 2, der lieber sein Leben genossen hat, aber auch Erfahrungen im Umgang mit Finanzen besitzt; Mutter Ruth, die sich durch den Tod ihres Mannes befreit fühlt; Tochter Claire, die ihren Platz im Leben noch erst finden muss.

Jede Episode wird umspannt durch einen Todesfall, was man vielleicht noch als Eingeständnis für die Zuschauer verstehen kann, die nur gelegentlich mal in eine laufende Serie hineinschalten. Das funktioniert aber wirklich toll und wird in jeder einzelnen Folge als Trigger für bestimmte Geschehnisse im allumspannenden und absolut nicht vorhersehbaren Haupthandlungsstrang benutzt. Das ganze wird garniert mit einer hübschen Prise oft makaberem Humor, der aber meiner Ansicht nach nicht über die Stränge schlägt, sondern Six Feet Under eine ganz besondere Note verpasst. Die Charakterentwicklung ist unglaublich intensiv und profitiert von dem auf 13 Folgen ausgelegten Konzept enorm. Nicht eine einzige Folge habe ich als Füllerepisode verstanden.

Einige Themen, wie etwa die teilweise sehr explizite Darstellung Davids Homosexuualität haben mich angesichts des Austrahlungsdatums (2001) doch ziemlich angenehm überrascht. Das Thema Homosexualität wird aus sehr vielen Blickrichtungen angegangen (etwa Coming-out, Religion, Partnerschaft, Sex,…) – für eine Serie diesen Alters muss Six Feet Under bleeding edge gewesen sein, was diese Freizügigkeit angeht.

Als Podcastbegleitung empfehle ich übrigens den brandaktuellen, Episodenbegleitenden Podcast digging Six Feet Under (Was für ein genialer Titel!). Die ersten drei-vier Episoden sind noch etwas holprig, aber danach beginnt Host Victor Rubio, sich in jede Folge hochinteressante Gäste einzuladen. Er ist selbst Funeral Director und bewertet dadurch auch sehr gern die inhaltliche Darstellung eben dieser Themen, was das einbalsamieren von Leichnahmen oder generell die Arbeit in einem Bestattungsinstitut angeht.

Ja, Six Feet Under ist definitiv ein Highlight, das bislang an mir vorbei gegangen ist. Unbedingt anschauen!

10 / 10
gesehen auf: DVD

gesehen. Enterprise (Season 1) #MissionStarTrek2017

Der erste Serien-Milestone der #MissionStarTrek2017 ist erreicht – die erste Staffel von Enterprise macht den Auftakt. In diesem Falle habe ich absolutes Neuland betreten – während ich die anderen Crews noch teilweise zuordnen kann ohne die Serien zu kennen, war mir die Crew von Enterprise völlig unbekannt. Auch war ich gespannt, wie die Prequel-Prämisse umgesetzt wurde – ein im Grunde immer schwieriges Thema. Die Prequel-Schwierigkeit bei Star Trek scheint noch eine Ebene höher zu liegen, etwa die Einführung neuer Alienrassen, die vielleicht in zeitlich nachfolgenden Serien entweder nie auftauchen, oder dort bereits so etabliert sind dass ihr Auftauchen in Enterprise Sinn ergeben sollte. Offenbar ist das nicht immer gelungen, aber das entgeht mir natürlich als jemand, der mit Enterprise den Zugang zu Star Trek sucht.

Der Fokus von Enterprise liegt auf der Exploration des Weltalls. Und das ist auch gut so – viele der kleinen Microstories, die hier Episode für Episode aufgemacht werden, gefallen mir besser als das, was die Filme mir bislang gezeigt haben. Obwohl die Umsetzung dann doch oft ziemlich holprig ist. Würde die Menschheit wirklich solch eine Crew zusammenstellen, um wissenschaftlich das All zu erkunden? Am ehesten kommt mir in diesem Punkt der Character Hoshi Sato entgegen, die als Communications Officer und Sprachtalent in vielen Episoden eben genau das macht: Sprachen zu studieren. Insgesamt finde ich es fast schon ein wenig unglücklich, dass durch den Zugriff auf die Datenbank der Vulkanier zu vieles bereits bekannt zu sein scheint, obwohl im selben Atemzug betont wird dass noch nie ein Mensch so weit von der Erde entfernt war wie in jenem Moment die Enterprise.

Ein wenig überrascht war ich aber dann doch, dass das All im Star Trek Universum überbevölkert ist mit sogenannten Humanoiden. Man braucht nur in eine beliebige Richtung fliegen, irgendwann wird man ganz gewiss auf jemanden treffen. Das war natürlich in irgend ner Form zu erwarten, aber das dies für praktisch jede einzelne Folge Thema ist, fand ich zumindest bemerkenswert. Insofern fand ich Episoden wie 1×06 Terra Nova oder 1×17 Fusion dann doch erfrischender als ursprünglich gedacht. Und gerade Terra Nova, in der die Enterprise einen verloren gegangenen uralten Außenposten der Erde besucht, birgt noch so viel mehr Prequel-Potenzial für Star Trek, was leider nicht weiter ausgeschöpft wird.

Mit die besten Episoden sind 1×13 Dear Doctor sowie 1×22 Vox Sola. Dear Doctor behandelt das Thema, ob man einfach so Gott spielen kann und das Schicksal zweier genetisch verschiedener Völker eines Planeten entscheidend beeinflussen darf, in diesem Falle durch ein Heilmittel. Ein Thema, das in Star Trek sicher schon häufig behandelt wurde. Hier hat mir insbesondere der Gewissenskonflikt des Doktors bzw. Cpt. Archers gefallen. Vox Sola erinnert stark an den 2016er Film Arrival, denn hier darf Hoshi so richtig aufblühen und muss eine Sprache entziffern, um ihre Kollegen zu retten. Ganz famos!

Der über allem schwelende Konflikt des Temporal Cold War ist mir natürlich auch nicht entgangen, aber für mich geht diese Thematik bislang nicht auf. Für eine Staffel mit 26 Episoden wird zu wenig Zeit hineininvestiert, um das Thema vernünftig auszuarbeiten. Und dann die dahinterliegende Zeitreisethematik, die grundsätzlich immer schwierig ist. Vielleicht wird es ja in der zweiten Staffel besser umgesetzt, die letzte Folge 1×26 Shockwave Part I ist dahingehend schon mal recht vielversprechend und auch ziemlich aufwendig inszeniert.

Ja, Enterprise taugt, zumindest schon mal in der ersten Staffel. 16:9 und oft ziemlich ansehnliche Effekte lassen sie recht modern wirken. Die Crew ist sympathisch, auch wenn die Charactere hier und da nicht super ausgearbeitet sind (bei Trip und Malcolm Reed merkt man das in der ersten Hälfte der Staffel recht deutlich). Der Pilotfilm liefert einen super Einstand in die Serie und gehört definiv zu den besseren Serienpiloten.

Wie geht es weiter? Hoffentlich mit mehr Science! In S1 wird ja bereits eifrig an der Enterprise herumgebastelt, neue Technologie getestet usw. – da kann die Prequel-Serie noch ordentlich punkten. Der Temporal Cold War wird durch den Zweiteiler, der mit der letzten Episode aus S1 beginnt, wohl oder übel weiterhin Thema sein – mal schauen. Ich bin gespannt!

07 / 10
gesehen auf: Netflix DE

gesehen. The Crown (Season 1)

Ich habe wenig erwartet, und wahnsinnig viel zurückbekommen. Spätestens, seit The Crown bei den Golden Globes ganz schön prominent vertreten war (u.a. beste Dramaserie), habe ich mir vorgenommen hier reinzuschauen – und blieb teilweise sprachlos zurück, so gut ist die Serie stellenweise.

The Crown ist Netflix erste englische Serienproduktion, und dabei greifen sie gleich zu den Kronjuwelen (den konnte ich mir nicht verkneifen…). Angelegt auf 6 Staffeln, wird das englische Königshaus quasi beginnend mit der Krönung von Elisabeth II. übermehrere Jahrzehnte begleitet – wobei der Cast alle zwei Staffeln ausgetauscht werden wird. Das mag auf den ersten Blick langweilig klingen, aber dennoch werden hier wenige Handlungsstränge extrem spannend aufbereitet. Zentrale Figuren sind neben der Queen ihr Ehemann Philip, ihre Schwester Margaret und Winston Churchill, wie alle Figuren fast durch die Bank klasse besetzt. Die Luft hält man tatsächlich ob der Performance von John Lithgow als Churchill an, der seine Rolle absolut perfekt spielt. Der Höhepunkt des Handlungsstranges um Churchill findet in der 9. und damit vorletzten Folge statt, die auch meine Lieblingsepisode der ersten Staffel darstellt. Generell sind die Figuren in The Crown nicht nur sehr gut besetzt, sondern auch hervorragend ausgearbeitet – was die Serie interessanter macht, birgt der Handlungsstrang ja naturgemäß keine großen Überraschungen.

Die Queen braucht sich davor aber nicht in den Schatten stellen, und wird vom Drehbuch clever als starke, intelligente Frau dargestellt. Ohne jetzt das Hintergrundwissen zu haben, wie akkurat ihre frühen Jahre als Queen tatsächlich gewesen sind, bekommt man hier einen glaubhaften, manchmal ziemlich schrägen Einblick in die Monarchie Englands (und ganz nebenbei ein wenig Bildung in Bezug auf die Gepflogenheiten und Bräuche im Zusammenspiel zwischen Politik, Monarchie und Kirche). Claire Foy spielt ihre Rolle hervorragend, die ihr sogar den Golden Globe für Best Actress eingebracht hat.

Und diese Kulissen! Famos!

09 / 10
gesehen auf: Netflix DE

#MissionStarTrek2017

Üblicherweise beginne ich das Jahr damit, einen Jahresrückblick zu schreiben. Fast ausschließlich in medialer Hinsicht, versteht sich natürlich. Das umfasste Spiele, Filme, Serien und Podcasts, weil dies meine meistkonsumierten Medien sind. Ich habe mir überlegt, das nicht mehr in dieser Form zu machen, auch wenn das immer ein schönes Zeitdokument war (vor allem für mich persönlich).

Wenn ihr wissen wollt, wie ich das Spielejahr 2016 so empfunden habe, hört doch mal bei PlayTogether rein, wo wir das Jahr 2016 in zwei wirklich ausführlichen Episoden besprochen haben. Könnt ihr entweder direkt auf der Website anhören oder herunterladen, oder ihr abonniert den Podcast in einer Podcastapp eurer Wahl. Spoiler: INSIDE ist mit Abstand mein Spiel des Jahres 2016 geworden.

In Sachen Filmen habe ich zum Jahresauftakt 2017 einen Letterboxd-Account erstellt, in dem ich fortan dokumentiere was ich übers Jahr so schaue. Falls euch das interessiert – folgt mir doch dort, oder klickt zumindest mal rein!

Stattdessen habe ich mir einen tollen Vorsatz für das Jahr 2017 gesetzt: Star Trek. Als ich im letzten Jahr drüben bei Second Unit eine Episode zu The Martian aufgenommen habe, stellte Christian mir die Frage, wie es denn bei mir bezüglich Star Trek aussehe. Nun, die Antwort ist: ich weiß so gut wie gar nichts über Star Trek. Aber irgendwie hat mich diese Frage dann im Laufe des weiteren Jahres ziemlich beschäftigt. Und ich bin Science Fiction ja auch überhaupt nicht abgeneigt, ganz im Gegenteil. Ganz besonders kann ich mich für Near Science Fiction begeistern (darum traf The Martian auch genau ins Mark), aber warum habe ich mich noch nie so richtig mit Star Trek auseinandergesetzt?

Nun, das liegt wahrscheinlich in allererster Linie an diesem überwältigendem Output in der Vergangenheit. Es gibt nicht weniger als 725 Episoden verteilt auf sechs Serien, 13 Filme, und natürlich steht auch die kommende Serie Discovery im Raum. Wo soll man da geschickt anfangen?

In Absprache mit David Noack habe ich mich darüber ein wenig ausgetauscht, und eine kleine Roadmap für die nächsten Monate erstellt. Wenn man es überhaupt Roadmap nennen möchte, aber es taugt zumindest um einen Einstieg in das Universum zu bekommen. Ein wenig habe ich z.B. die Befürchtung, dass The Original Series (TOS) für mich so gar nicht funktioniert, weil es schlicht so alt ist. Ob ich mich darauf einlassen kann? Ob das überhaupt auf dem großen Screen funktioniert, obwohl es ja für einen kleinen Röhrenfernseher optimiert wurde? Das hat mich in den letzten Jahren schon bei Akte X teilweise gestört, und die Serie ist ja um einige Jahrzehnte jünger. Vielleicht sind wir einfach zu sehr verwöhnt.

Meine Roadmap sieht zunächst einmal so aus:
Star Trek Filme 1-6: Diese Filme umfassen quasi die Phase zwischen TOS und The Next Generation (TNG), aber der dann Picard & Co. das Zepter übernommen haben. Das gibt mir die Chance, zumindest die TOS-Crew einmal kennenzulernen, und zu schauen wie sich das Franchise auf der ganz großen Leinwand schlägt. Stand jetzt habe ich dieses Projekt auch schon abgeschlossen, und werde die Reviews zu den Filmen hier im Blog nachreichen (oder ihr lest sie euch jetzt schon auf Letterboxd durch).
Enterprise: Dies ist die jüngste Serie, und gleichzeitig stellt sie ein Prequel dar, spielt sie doch noch vor TOS zu einer Zeit, als die Menschheit noch mit der relativ jungen Technologie herumspielt und das All exploriert. Der WARP-Antrieb schafft nur WARP 5, und Beamen ist bereits möglich, wird aber nur für Gegenstände genutzt. Die Serie umfasst 98 Episoden auf vier Staffeln, und meine Eindrücke werde ich hier posten sobald ich eine Staffel abgeschlossen habe. Das wird eine Weile dauern, und mich beschäftigen, bis es dann weiter geht mit Discovery. Enterprise wurde bereits ab Staffel 1 in 16:9 gedreht, und lässt sich damit wunderbar genießen.
Discovery: Sobald es hiermit losgeht, werde ich die neue Serie auch direkt verfolgen. Auf 13 Folgen angelegt, habe ich die Hoffnung dass das Erzählformat hiervon stark profitieren wird.

Das ganze garniere ich noch mit dem Trekcast, den ich in loser Folge immer mal wieder in meine Podcast-Playlist einwerfe. Auch habe ich mal geschaut, was es im Videospielbereich an Star Trek Spielen gibt, aber dazu später vielleicht mehr.

2015 in review: Spiele

Last but not least – das Spielejahr 2015. Diesen Blogpost habe ich einmal zurückgestellt bis zum Release der Jahresrückblick-Episode bei PlayTogether.

Das Spielejahr 2015 war in der Tat ein hochinteressantes, und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen ist da die aktuelle Konsolengeneration, die in eine Richtung einschlägt die ich fast schon ungesund halte: Die PS4 dominiert derzeit nach belieben. Und das, obwohl Sony relativ wenig unternommen hat. Erschienen ist für diese Konsole 2015 recht wenig, man wiegt sich hier in Ankündigungen – und ohne Zweifel wird 2016 ein richtig starkes für die Sony-Platform. Aber dennoch, viele Entwicklungen, auf die ich gehofft hatte, sind nicht eingetreten. Überarbeitung des Controllers? Nö. Ordnung des Hauptmenüs? Nö. Mehr Einstellungsmöglichkeiten in der Mitteilungszentrale? lol. Auf der anderen Seite steht Microsoft mit der Xbox One, und schöpft das Entwicklungspotenzial voll aus. Man hat richtig das Gefühl, dass hier was passiert, dass man mit dabei sein kann, und dass hier eine wirklich moderne Platform auf die Beine gestellt wird. Dazu der überraschende Elite Controller, der wirklich brilliant geworden ist. Und softwareseitig ist hier auch viel mehr los gewesen. Und dann… Nintendo, die mit den Gedanken die Wii U schon begraben haben, aber auf der anderen Seite das beste aus dem, was sie hatten, herausgeholt haben. Splatoon war sicherlich so ein Titel, den nur wenige auf der Rechnung hatten, und der gleichzeitig dem Kooperativen Shootergenre neue Perspektiven aufgezeigt hat – in mehrerlei Hinsicht. Auch denke ich, dass Nintendo den Super Mario Maker nie so groß aufgezogen hätte, wenn er z.B. im Jahr 2014 neben Mario Kart und Smash Brothers erschienen wäre.

Podcastbedingt habe ich mir im Spielebereich vergleichsweise viele Gedanken gemacht und zum Vergleich mit meinem Podcastkollegen Carsten auch Toplisten erstellt, die wir in der entsprechenden Episode verglichen haben. Daher wird dies mehr oder minder aufs selbe hinauslaufen. Just for the record.

Bevor ich zu den Videospielen komme, mache ich aber noch einen Abstecher in den Bereich der Brettspiele. Da hat sich nämlich tatsächlich ein Juwel aufgetan, und zwar ein Spiel namens Russian Railroads aus dem Hans im Glück Verlag. Ein hochkomplexes Spiel, für das man viel Zeit investieren muss (bei 4 Spielern locker 3 Stunden pro Partie), und das einiges an Einarbeitung benötigt – dann aber viel Tiefgang entfaltet. Wenn man das Grundspiel aber als erfahrener Spieler irgendwann durchschaut hat, greift man zur exzellenten Erweiterung German Railroads (sowie der Mini-Erweiterung).

Nun aber.
Ganz klar steht 2015 wieder im Zeichen der großen Konsolen. Einen PC besitze ich nicht, und die Handhelds lagen die meiste Zeit auch bloß in der Schublade herum. Selbst auf dem iPad spiele ich außer rundenbasierten Brettspielen in Tage- und Wochen-dauernden Partien kaum etwas. Die meiste Zeit habe ich dabei mit den Bethesda-Monstern Skyrim und Fallout 4 verbracht. Dies waren auch meine einzigen beiden Open-World Titel in diesem Jahr, deren Releases und Umfang in diesem Jahr besonders ausgeufert sind. Ich hätte schon gern einen Blick auf den Hexer in The Witcher 3 geworfen, aber der Release unmittelbar nachdem ich Skyrim beiseitegelegt hatte passte mir aufgrund der Ähnlichkeit von Genre und Setting so gar nicht. Fallout 4 fiel dann aber zum Glück in ein günstiges Zeitfenster – und generell hat dieser Titel einen Start ganz nach meinem Geschmack hingelegt. Ein Spiel mit so einer gewaltigen Sogwirkung erst in dem Jahr anzukündigen, in dem es erscheint – das hat Klasse. Noch dazu lief es für ein Bethesda-Spiel ausgesprochen sauber, von Beginn an. Fallout 4 hat mich sehr gut unterhalten – auch wenn ich mir mehr Fortschritt im generellen gewünscht hätte. Fortschritte für das gesamte Genre – die gab es in The Witcher 3 – und Bethesda muss mit dem nächsten großen Titel einer ihrer Fabelreihen unbedingt neue Maßstäbe setzen. Schön, dass hier Leben eingehaucht wird!

Ein Spiel, dass für mich aber völlig aus dem Nichts kam und mich emotional sehr berührt hat, war Life is Strange. Das episodische Spiel hat auf atemberaubende Weise gezeigt, wie neue Erzählstrukturen geschaffen werden können, und vor allem, dass auch diese Art von Characteren in Spielen funktionieren. Life is Strange funktioniert als ganzes – und im Verlauf merkt man auch, dass die etwas hölzerne Einführung mancher Charactere in der ersten Episode einigermaßen Sinn macht. Es hat sich sogar dermaßen gesteigert, dass ich die letzten beiden Episoden unmittelbar nach Release spielen musste – sonst bin ich in solchen Day-One Geschichten ja eher gelassen. Wenn ihr nur ein einziges Spiel aus dem Jahr 2015 spielen wollt oder könnt – das hier wäre mein Vorschlag. Und mein Spiel des Jahres.

Game of the Year 2015
1. Life is Strange
2. Fallout 4
3. Splatoon
4. Game of Thrones
5. Fast Racing Neo

Auch wenn wir schon März haben, gebe ich an dieser Stelle noch meine Most Wanted 2016 zum besten. Den Jahresauftakt bestimmen in jedem Falle die Indie-Games – namentlich Unravel, Firewatch, und The Witness. Meine Most Wanted bestehen aber dennoch aus alt bekannten Franchises, klar angeführt von Deus Ex. Dieser Fortsetzung des gran-di-osen Human Revolution fiebere ich wahnsinnig entgegen, das könnte potenziell der wichtigste Titel des Jahres für mich werden. Auch Quantum Break als neue IP ist für mich sehr interessant, und steht ja auch schon kurz vor der Veröffentlichung. Dann wäre da noch Uncharted 4, was nach der E3-Demo nach viel Spaß aussieht. Da ich mich aber noch nach und nach durch die Trilogie durchhangle, wird der Titel wohl erst später von mir erkundet werden. Zelda U ist für mich immer noch eine große Unbekannte, ist aus Gründen aber dennoch in meiner Liste. Mal sehen, was Nintendo angesichts der WiiU-Situation noch daraus machen wird. Und zu guter letzt bin ich gespannt auf Doom, was vielleicht mal wieder in die Fußstapfen von Gears of War treten könnte – und das ich für interessanter als Gears 4 halte.

Most Anticipated Games 2016
1. Deus Ex: Mankind Devided
2. Quantum Break
3. Uncharted 4
4. Zelda U
5. Doom
(Heavy Rain) Re-Release

In der Kategorie Best Remake/Remastered gab es im Jahr 2015 eine Sammlung, die über allem steht – Rare Replay. 30 Spiele, 30€. Fairer Deal, und vielleicht die beste Spielesammlung in Jahren. Sicherlich, die alten Rare-Kamellen kann man heute kaum noch spielen – aber sie sind hier nett aufbereitet, schließlich hat Rare sich ein Vorbild am tollen NES-Remix genommen. Sicherlich ist diese Sammlung bei weitem nicht vollständig. Aufgrund verschiedenster Lizenzprobleme wird es das auch niemals sein. Gerade die Donkey Kong Spiele kann man aber auf der WiiU ergänzen, die dort fast vollständig zur Verfügung stehen. Mit dieser Sammlung kann man sich wochenlang beschäftigen. Mein Tipp: Blast Corps, das tatsächlich hervorrangend gealtert ist und bis heute seinesgleichen sucht. Auf den weiteren Plätzen finden sich der zweite N64-Ableger der Zelda-Reihe (Majoras Mask) für den 3DS, das ebenfalls eine liebevolle Aufbereitung erfahren hat. Und dann noch eine weitere Spielesammlung – die Uncharted Trilogie, die hervorragend auf die PS4 portiert wurde. Generell stehe ich Remakes und Remaster-Versionen alter und nicht so alter Spiele positiv gegenüber, wenn sie angemessen aufbereitet werden. Ergänzend hat Microsoft es geschafft, die Xbox One abwärtskompatibel zur 360 zu machen – nicht vollständig, aber dennoch bemerkenswert, und marketingtechnisch sicherlich ein günstiger Schachzug. Meine „größte Überraschung“ des Jahres 2015.

Best Remake/Remastered
1. Rare Replay
2. The Legend of Zelda: Majoras Mask 3D
3. Uncharted: The Nathan Drake Collection

Größte Überraschung
Xbox One abwärtskompatibel

Sonstige schöne Kategorien, die wir uns für den Podcast ausgedacht haben:

Beste/r Videospielcharacter/in
Chloe (Life is Strange)
Nothing to say here. Chloe ist einfach genial geschrieben und der vielleicht interessanteste NPC des Jahres.

Coolstes Setting/Level/Spielumgebung
Meridian Station (Halo 5: Guardians)
Endlich mal dürfen wir auf die Oberfläche eines von der Allianz verglasten Planeten!

Bester Soundtrack
Halo 5: Guardians

Best Opening/Intro
Life is Strange
Simpel wie genial: Sobald man als Spieler die Kontrolle über Max bekommt und den Schulflur betritt, setzt Max ihre Kopfhörer auf. Man lauscht ihrer Musik und entgeht so dem Zwang, bescheuerte Dialoge mit der Vielzahl an Schülern zu führen. Gleichzeitig kann man in Ruhe das Gebäude erkunden, Aushänge lesen, und Max Gedanken zu wichtigen Figuren erschließen.

Best New Hardware/Gadget
Xbox One Elite Controller
Muss man in der Hand gehabt haben, um ihn zu verstehen. Dann rechtfertigt sich auch der Preis. Bester Controller, der je gefertigt wurde.

Bester “Trend”
Xbox One Preview Program
Microsoft bastelt am Dashboard der Xbox One herum wie nie zuvor. Als Preview-Member bekommt man die Beta-Updates rasch, und kann über die Preview App gutes Feedback geben.

Größte Enttäuschung
Joystiq stirbt
Tja, war auf lange Sicht abzusehen, bestürzt mich dann aber doch, als es offiziell wurde. Joystiq war meine erste Anlaufstelle, wenn es um News in der Spielebranche ging.

Spiele aus 2015, die ich noch nachholen möchte
The Witcher 3: Wild Hunt (bedarf keiner Erklärung), Xenoblade Chronicles X (der Stil reizt mich), Ori and the Blind Forest (scheint ja eine Art Geheimtipp zu sein), Rise of the Tomb Raider (der Reboot aus dem Jahr 2013 war schon sehr schön)

Damit ist mein Medien-Jahresrückblick auch schon beendet. Weiter ausgeführt habe ich meine Gedanken, wie schon erwähnt, in der entsprechenden Episode von PlayTogether. Würde mich freuen, wenn ihr mal reinhört! Was waren eure Highlights des Jahres 2015?

gesehen. Ascension

[Storyspoiler erst im zweiten Teil des Textes, dort gibts noch mal ne Warnung]

Whoa, was für eine großartige Prämisse! Ich musste die kurze Beschreibung gar nicht bis zum Ende lesen, schon hat es mich gepackt. Worum geht es? Ascension ist eine Kurzserie über 6 Episoden, die 2014 auf SyFy ausgestrahlt wurde. Stellt euch vor, die Menschheit hätte 1963 eine Gruppe von Freiwilligen auf den Weg nach Proxima Centauri geschickt – eine Reise, die gut 100 Jahre andauert. Dort soll ein neuer Lebensraum gegründet und der Planet kolonisiert werden. An Bord der USS Ascension befinden sich 600 Menschen, die in einem streng hierarchischen System organisiert sind – was auch zu funktionieren scheint.

ascension

Das Interessante ist, dass die Serie in der heutigen Gegenwart spielt – im Jahre 2014, 51 Jahre nach Start der Mission. Die Kolonisten feiern diese „Halbzeit“ (51st Launch Day) an Bord, und für den Zuschauer ist dies ein sehr schöner Einstieg um die Organisation und Struktur dieses Raumschiffes kennenzulernen. 51 Jahre, das heißt also auch, dass hier schon viele Menschen in zweiter und dritter Generation leben. Dabei dürfen sich die Menschen nicht beliebig fortpflanzen – ein Computer entscheidet unter den Paaren, die sich gebildet haben, über die optimale Genmischung für das Fortbestehen der Mission, und auch die Anzahl derer, die in jedem Jahr eine Schwangerschaft haben dürfen. Und all das in dem Charme der 60er, was vor allem durch die Literatur und Popkultur deutlich wird die den Menschen zur Verfügung stehen. Der zentrale Innenteil des Schiffes, von dem man zu allen Einrichtungen gelangen kann, wirkt vom Stil her überraschend ähnlich dem Institut aus Fallout 4, mit seinem großen Fahrstuhl zur Brücke im Zentrum. Überhaupt wirkt das Schiff sehr viel anders, sehr viel geräumiger als vielleicht andere große Schiffe aus der Science Fiction Welt (ich denke da an die Enterprise aus Star Trek, die vielleicht ähnlich viele Menschen durchs All transportiert und für mich immer recht eng wirkt durch die niedrigen Decken).

Ich liebe solche Aufhänger! Meine Fantasie schlägt Purzelbäume, wenn ich mir ausmale, was dieses Schiff alles für Geschichten bereithalten kann. Ascension schlägt hier von der Prämisse in denselben Kanon ein wie The Martian, Interstellar, Gravity und Sunshine. Mit knapp 4,5 Stunden Laufzeit über 6 Episoden (oder drei Kapiteln) lässt sich das auch gut an ein oder zwei Tagen wegschauen. Woran die Serie krankt kann ich erst im Spoilerteil erklären, aber ich hoffe, dass ich euch für diese Miniserie schon genug begeistern konnte. Ascension ist, soweit ich weiß, noch nicht in Deutschland erschienen (korrigiert mich). Abzüge gibt es vor allem für den Cast, den ich hier bei weitem nicht optimal finde. An 1-2 Stellen ist das Acting sogar richtig mies, aber im großen kein Grund zum Wegschauen. Schauts euch an!

[Spoilerteil ab hier]

Im Laufe der ersten beiden Episoden stellte ich als Zuschauer fest, dass irgend etwas nicht ganz richtig ist. Dass sich vieles falsch anfühlt. Warum gibt es z.B. normale Schwerkraft auf dem Schiff? Ein beliebter Treffpunkt ist z.B. die nachgebaute Standidylle um den Pool – ein wirklich ganz tolles Set. Aber es dürfte in dieser Form überhaupt nicht existieren, an Bord eines solchen Schiffes. Auch bekommen wir rasch die Außenseite zu sehen – die Erde. Ist Ascension dort ein großes Thema? Die größte Mission, die die Menschheit je geschaffen hat? Müsste mit dieser enorm fortschrittlichen Technologie nicht noch viel mehr realisiert worden sein – Marsmissionen und -Kolonien z.B.? Nein, auf der Erde weiß so gut wie niemand von dieser Mission, sie scheint größter Geheimhaltung zu unterliegen. Doktoranden scheinen dem Mysterium auf der Schliche zu sein, aber niemand weiß davon. Das ergibt keinen Sinn. Man reimt sich schließlich selbst zusammen, was der Grund sein könnte, dennoch entfaltet der große Wendepunkt am Ende von Folge 2 seine Wirkung komplett.

Von nun an prallen also zwei Welten aufeinander, wodurch Episoden 3-6 ganz anders wirken als die ersten beiden. Die Truman Show erhält nun Einzug, ebenfalls einer meiner Lieblingsfilme. Was natürlich befeuert wird, als dann auch noch jemand aus dem Schiff ins All verbannt wird und unmittelbar außerhalb des Schiffes von „der echten Welt“ zur eigenen Sicherheit in einer Zelle landet. Wie muss das sein, für jemanden, der zum ersten Mal von der Illusion befreit wird? Leider spielt Brad Carter die Rolle des Stokes für mich nicht sehr überzeugend, so dass dieser interessante Part in meinen Augen seine Wirkung nicht voll entfalten kann. Leider verliert sich der Plot im weiteren Verlauf dann etwas im Übernatürlichen. In gewisser Weise kann man argumentieren, dass dies ja das eigentliche Experiment des ganzen darstellt. Ellie O’Brien spielt ihre Rolle hervorragend, aber dieser zentrale Plot, der schließlich sowohl im Schiff als auch außerhalb alles ins zeitweilige Chaos stürzt, funktioniert für mich nicht – wahrscheinlich, weil ich mich nach all der in der Summe ganz guten Vorarbeit schlicht nicht darauf einlassen kann. Vielleicht seht ihr das ganze aber mit anderen Augen.

Als Fazit: Ich verneige mich vor dieser Idee und der Umsetzung, und die ersten vier Episoden bieten viel Raum für Phantasie. Der 60er Jahre-Flair ist für mich leider nur unzureichend ausgearbeitet, hier hätte man noch viel überzeugender sein können. Das Zusammentreffen vom Menschheitstraum – das All zu besiedeln -, und der Truman Show als schöner Wendepunkt nach zwei Episoden ist für mich der Höhepunkt dieser Miniserie. Definitv eine Empfehlung, auch wenn meine Wertung vielleicht etwas zu hart ist.

6/10 (Tendenz nach oben)
gesehen auf: Netflix TW

2015 in review: Serien

Whoa, was für ein Jahr. Der Serienmarkt ist kräftig am umkrempeln und haut qualitativ so viel Zeug raus, dass ich kaum Chance habe mitzuhalten. Mein Serienkonsum 2015 hat sich komplett auf Netflix und Amazon Prime Video konzentriert – meine Videoplatformen der Wahl. Vor allem Amazon hat 2015 mächtig aufgeholt und bietet fast durchgehend OV-Versionen und Untertitel an, und punktete zuletzt gewaltig mit der Offline-Funktion fürs iPad. Wie schön, dass ich 128 GB an Speicher habe und für alle Dienstreisen gewappnet bin. Watchever gab ich auch noch eine Chance, denn im September, als ich auf dem Schiff war, waren sie der einzige Dienst mit Offlinefunktion. Zumindest auf dem Papier. Was 2014 noch gut funktionierte, war in diesem Falle ein absoluter Rohrkrepierer, denn die Offlinefunktion lies mich dann auf dem Schiff komplett im Stich (Die Watchever-App war der Meinung, ich müsse zur Kontrolle einmal online gehen, um die Funkion weiter nutzen zu können). Nun denn, die Offline-Funktion von Amazon ist derzeit das Mittel der Wahl, da sie eine herausragende Videoqualität bietet und gleich zwei Sprachen herunterlädt.

Etwas ärgerlich war dann noch die Tatsache, dass sich viele Serien nicht zeitnah on-Demand abrufen ließen. Game of Thrones S5 lief nach einiger Verwirrung mit 3 Wochen Verspätung auf Amazon, The Walking Dead S5 konnte man das gesamte Jahr über nicht abrufen. Ich habe mich sogar hingesetzt und ernsthaft über ein Sky-Abo nachgedacht, aber deren Angebot ist dermaßen lächerlich, dass ich diese Option in keinerlei Weise in Betracht ziehen konnte. Unglaublich, was dieses Unternehmen an Potenzial verschenkt. Vielleicht widme ich diesem Thema noch mal einen eigenen Blogpost.

Abgeschlossen habe ich in diesem Jahr Mad Men, deren letzte Staffel wieder richtig gut gelungen ist, und allen Figuren ein würdiges Ende verleiht. Ich weiß nicht, ob ich diese wunderbare Serie noch einmal sehen werde, aber ich kann sie nur wärmstens empfehlen. In den 60er-Jahre Charme kann ich mich permanent verlieben.
Die größte Vorfreude galt wie in den letzten beiden Jahren auch Game of Thrones, dessen fünfte Staffel tatsächlich einige Schwächen hatte. Dennoch war es immer noch extrem hohes Niveau, und 2016 wird Staffel 6 wieder meine most anticipated Series sein. Hoffentlich dann mit weniger Problemen, was die Zugänglichkeit und den Exklusivdeal mit Sky (kotz!) angeht.

An Serienneustarts habe ich Better Call Saul (konnte mich sehr überzeugen, und brachte mich auch endlich zu Netflix), Fear the Walking Dead (viel vertanes Potenzial) und Mr. Robot (whoa!) verfolgt, und bin zudem in schon länger laufende Serien eingestiegen: Sons of Anarchie (S1-5 – DIE Serienentdeckung des Jahres für mich), Homeland (S1 – sehr packend erzählt, wenn auch das Erzählmuster ziemlich nach Schema F verläuft), und Masters of Sex (S1-2 – toller Cliffhanger auf S3, teilweise aber mäßige Characterzeichnung).

Serie des Jahres: Mr. Robot – für mich die Überraschung schlechthin, richtig packend und endlich mal wieder eine Serie, die ich „bingen“ musste. Bitte mehr davon!

Für 2016 habe ich mir vorgenommen, vermehrt deutsche Serien zu schauen. Die Serienlandschaft hierzulande scheint dazugelernt zu haben, und dargeboten wird ja bereits der ein oder andere Geheimtipp. Konkret stehen da Weißensee, Morgen hör ich auf, Weinberg und Deutschland 83 auf meiner Watchlist. Zudem werde ich mir The Wire vornehmen, das in einer schicken Blu-ray-Komplettbox bereits im Regal steht.

Alle Serienstaffeln, die ich 2015 gesehen habe:
24 Season 8 4/10
The Walking Dead Season 4 8/10
Two and a half Men S10 6/10
Better Call Saul S1 8/10
Desperate Housewives S1 5/10
Sons of Anarchy S1 7/10
The Big Bang Theory S7 8/10
Mad Men S7.1 9/10
Marco Polo S1 6/10
Sherlock S2 9/10
Sons of Anarchy S2 7/10
Secret Diaries of a Call Girl S3 5/10
Sons of Anarchy S3 8/10
Game of Thrones S5 8/10
Tatortreiniger S2 7/10
Tatortreiniger S3 8/10
Tatortreiniger S4 8/10
Mad Men S7.2 9/10
Secret Diaries of a Call Girl S4 5/10
Sons of Anarchy S4 8/10
Fear the Walking Dead S1 7/10
Sons of Anarchy S5 9/10
Masters of Sex S1 7/10
Masters of Sex S2 8/10
Two and a half Men S11 4/10
Mr. Robot S1 9/10
Homeland S1 8/10

2015 in review: Podcasts

Seit 2 Jahren ist extreme Bewegung im Podcast-Business! 2015 zeichnet sich für mich aber erstmals ab, dass wir in absehbarer Zeit die „Kontrolle“ über das Medium verlieren können. Als Background: Podcasts befinden sich derzeit immer noch auf einer Stufe vergleichbar zu Hochzeiten der Blogs. Das meiste ist self-hosted und self-published, aber nun wird langsam die nächste Stufe angesteuert. Wir werden sehen, wohin uns das führen wird, und ob tatsächlich mal ein ernstzunehmendes Podcastnetzwerk aus dem Boden sprießt (ich möchte es nicht das Podcast-Netflix nennen).

In Sachen Eigenproduktionen musste ich in diesem Jahr Prioritäten setzen, und darunter hat vor allem das wunderbare Podroll gelitten – in diesem Jahr ist das Projekt doch ziemlich eingeschlafen, und wir haben keine einzige Staffel produziert. Ich möchte das Projekt an dieser Stelle nicht für tot erklären, aber unter des doch recht arbeitsintensiven Jahres war nicht nur bei mir, sondern auch bei meinen Mitstreitern schlicht nicht genug Zeit für dieses Projekt. Auf der anderen Seite hatten wir ein recht erfolgreiches Jahr bei PlayTogether mit einigen Episoden, an die ich sehr gern zurück denke. Robert und ich haben endlich Gelegenheit gefunden, Destiny zu besprechen, und wir haben lange Episoden zu Fallout 3 und 4 aufgenommen. Zudem haben Carsten und ich uns endlich mal wieder ein Zelda-Spiel vorgenommen. In diesem Rhythmus kann es gern weitergehen.
Gastspiele gab es auch wieder, und herausheben möchte ich vor allem die Besprechung von Better Call Saul beim Lichtspielcast. Wir steuerten dem Programm von Second Unit im Rahmen ihrer Umstrukturierung eine Episode bei, und im dortigen Jahresrückblick bin ich ebenfalls kurz zu hören.

Einen Podcast des Jahres möchte ich dieses Mal nicht küren. Aber eine Entwicklung gutheißen, die bitte noch weiter intensiviert wird: serienbegleitende Podcasts, die das Serienschauen noch viel tiefgründiger machen. Explizit habe ich das zu Game of Thrones und zu Fear the Walking Dead gemacht (Serienjunkies-Podcast), würde das aber noch gern zu weiteren Serien begrüßen. Also – traut euch, liebe Podcastcommunity! Wie wärs mit nem Sopranos oder X-Files Rewatch-Podcast?
Ansonsten tue ich mich schwer, meine Podcastplaylist zu erweitern, da eigentlich kaum genug Zeit zum Hören all dieser tollen Episoden da ist. Für 2016 muss ich endlich auf eine neue Podcastapp umsteigen, da ich immer noch auf das mittlerweile eingestellte Instacast setze.

Diese Podcasts habe ich derzeit (Stand: 31.12.2015) abonniert:
ABZUG FM
Alternativlos
AstroGeo Podcast
Bildsprache Podcast
Bits und so
Countdown Podcast(*)
CRE: Technik, Kultur, Gesellschaft
Freak Show
Glaubenssache
Homestorys
Der Lautsprecher
Märchenstunde
Metaebene(*)
Origin Story
Pink and Blue Xbox Podcast(*)
Plauschangriff(*)
Radio Tatooine
Raumzeit
Retrozirkel
Second Unit
Sendungsbewusstsein
Serial
Serienjunkies
Spieleveteranen Podcast
Die Sprechkabine
Stay Forever
Studierzimmer
Top Score
WASD-Talk
Der will doch nur spielen!
Wir hören Stimmen!
Young in the 80s

(*): 2015 neu abonniert

2015 in review: Filme

Huh, schon wieder ein Jahr rum. Und im letzten Jahr habe ich doch glatt vergessen, eine Rückschau zu schreiben. Naja, ignore that. Für das ablaufende Jahr habe ich mir ein Beispiel an Christians Rückblick vom letzten Jahr gemacht, und Buch geführt über alle Medien, die ich so geschaut habe. Japp, dies wird somit hauptsächlich ein Medienrückblick. So let’s get started…

Meine Kinobesuche kann man in diesem Jahr an einer Hand abzählen. Was schade ist, angesichts des an sich wirklich großartigen Filmjahres 2015. Über allem steht natürlich Star Wars – der mich erst in den letzten Wochen vor Filmstart so richtig gehypt hat. Man hat einfach diese ungeheure Energie gespürt, die dieser Film ausgestrahlt hat (und damit meine ich nicht das völlig eskalierte Marketing seitens Disney). Dann, als ich tatsächlich im Kino saß, umgeben von NASA-Wissenschaftlern, die Jubelschreie ausstießen als es endlich losging – als man merkte, dass der Film wirklich gut werden könnte, als Rey und BB-8 sich instantan in unsere Herzen spielten – wow, war ich anschließend happy! An diesem Filmbesuch werde ich noch lange zurückdenken. Mir fällt nur ein einziger Film ein, bei dem ich ähnlich aufgeregt und am Ende ähnlich begeistert war, als er zu Ende war, und das war The Return of the King.
Am low end verorte ich ganz klar The Hobbit – The Battle of the Five Armies. Was für eine Grütze. Ich habe den Film erst in diesem Jahr gesehen, und ich bin immer noch entsetzt, was aus diesem Fantasywerk gewachsen ist.
Einige weitere Revivals gab es in diesem Jahr auch noch, angeführt von Mad Max, der einfach mal richtig eingeschlagen ist. Auch Jurassic World hat mich wunderbar unterhalten und lässt die bisherigen Fortsetzungen des Originals vergessen machen.
Ganz vorn liegt aber The Martian. Ich bin ja großer Fan dieses „more science than fiction“- Genres, sprich von Weltraumabenteuern, die sich nicht allzu weit weg von uns und unserer Erde bewegen, und nicht gleich mit Aliens ankommen. In den letzten beiden Jahren wurde ich durch Gravity und Interstellar schon ziemlich enttäuscht – zwei Filme, die nett anfangen, aber mich dann komplett verlieren, weil ihre Welt oder ihre Handlung einfach massiv unglaubwürdig werden. Nicht so bei The Martian. Anfang des Jahres habe ich die Buchvorlage von Andy Weir regelrecht verschlungen, noch bevor ich überhaupt von dem Film erfahren hatte. Nicht viel später kam dann schon der erste Trailer, und irgendwie verging das Jahr dann auch recht schnell, und ich saß im Oktober im Kino und war einfach nur gefesselt. Filme, bei denen ich die Buchvorlage schon kenne, haben es ja eigentlich immer schwer – aber in diesem Falle entsprach der Film fast perfekt dessen, was ich mir vorgestellt hatte – eine Meisterleistung. Der Film ist eine regelrechte Augenweide, und hat nur eine ganz kleine Schwäche am Ende, die aber auch schon im Buch „schwierig“ gelöst ist. Hut ab, das ist mein Film des Jahres. Noch vor Star Wars.

Dies sind alle Filme, die ich 2015 gesehen habe. Doch mehr, als ich dachte.
The Hobbit: The Battle of the Five Armies 03/10
The Imitation Game 8/10
Children of Men 7/10
Gone Girl 9/10
L.A. Confidential 9/10
Eurotrip 2/10
Welcome to the Jungle 3/10
The Lego Movie 9/10
Grand Budapest Hotel 9/10
Mad Max: Fury Road 8/10
Mad Max 7/10
Mad Max 2 10/10
The Wolf of Wall Street 7/10
Jurassic World 7/10
Hierro 4/10
People Like Us 6/10
Jupiter Ascending 6/10
La Venus à la fourrure 7/10
Fifty Shades of Grey 4/10
The Martian 9/10
Mad Max Beyond Thunderdome 6/10
Honig im Kopf 4/10
Fast 5 7/10
Transformers – Age of Extinction 2/10
Star Wars – The Force Awakens 8/10
Spectre 7/10
Despicable Me 7/10

Odyssee mit Turkish Airlines

Im meinem Beruf als mariner Geophysiker bin ich hin und wieder auch auf Forschungsschiffen unterwegs. Da diese Forschungsfahrten teils in entlegenen Winkeln des Globus stattfinden ist es unabdingbar, dort erst einmal hinzufliegen und dann an Bord zu gehen (ich erwähne dies, da ich häufig die Frage gestellt bekomme, in welchem deutschen Hafen ich denn an Bord gehe). So auch dieses Mal.

Die Forschungsfahrt mit dem französischen Forschungsschiff Pourquoi Pas? fand im Schwarzen Meer statt, ausgehend von Constanta, Rumänien. Constanta hat einen Flughafen, der allerdings nicht oft angeflogen wird. Turkish Airlines bedient diesen Flughafen von Istanbul aus etwa alle zwei Tage. Da wir an einem Dienstag früh morgens rausfahren wollten, mussten wir also schon am Sonntag zuvor anreisen – der nächste Flug wäre erst am Dienstag nachmittag angesetzt gewesen.

Doch schon in Hamburg befürchteten wir, dass es in Istanbul Probleme geben würde. Der Flug, geplant für 7:05 Uhr, war auf 8 Uhr verschoben worden. Damit schmolz das Umsteigepolster in Istanbul von 1,5h schon auf ein Minimum zusammen. Doch es zögerte sich immer weiter hinaus, um 8 Uhr hatte noch nicht einmal das Boarding begonnen. Bei Ankunft in Istanbul hatten wir schlussendlich 2h Verspätung, und der Flug nach Constanta war bereits weg. In so einem Fall muss also die Fluggesellschaft dafür sorgen, dass man irgendwie am Ziel ankommt. Da der nächste Flug nach Constanta nunmal erst zwei Tage später ging, bot man uns an, uns nach Varna, Bulgarien umzuleiten, von wo die Kollegen von Turkish Airlines uns einen Transport nach Constanta organisieren würden. Nach Rücksprache mit unserem Reisebüro war das auch deren preferierter Vorschlag.

Unser Gepäck musste natürlich auch umgeleitet werden, also stellte man uns am Transfer Desk von Turkish Airlines direkt ein neues Gepäck-Tag aus, mit Ziel Varna. Das alte behielten sie dort, doch zum Glück hatte ich es zuvor instinktiv fotografiert für den Fall, dass ich es verlieren sollte. Im Nachhinein eine sehr schlaue Entscheidung. Der Flug nach Varna war allerdings erst für 1 Uhr morgens angesetzt, also bot man mir an, bis dahin in einem Hotel unterzukommen. Mein mitreisender Kollege, gebürtiger Inder, blieb derweil im Ruhebereich von Turkish Airlines, da er das E-Visa zur Einreise in die Türkei nicht zahlen wollte- immerhin 50€. Mit meinem deutschen Reisepass fühle ich mich in solchen Situationen echt schäbig, da es damit in diesen Ländern überhaupt keine Probleme gibt. Als ob ich bloß durch dieses Dokument ein besserer Mensch wäre. Nun denn.

Ich ließ mich also zum Hotel bringen, das Park Inn Hotel in Istanbul, recht nobel sogar. Dort konnte ich mich ausruhen (immerhin war ich seit 2:30 Uhr auf den Beinen), bekam dort ein Abendessen und wurde dann gegen 22:30 zurück zum Flughafen gebracht. Bis hierhin war die Sache noch ganz ordentlich geregelt. Auch mit der Tatsache, dass der Flug nach Varna ebenfalls um über eine Stunde verspätet abhob, hatte ich zu diesem Zeitpunkt kein Problem.

In Varna trat dann allerdings das Worst-Case-Scenario ein: Unser Gepäck war nicht im Flugzeug. Nur knapp etwas mehr als ein Tag, bevor wir mit dem Schiff auslaufen. Urgs! In solch einer Situation also muss man als erstes zum Lost & Found gehen und ein Formular ausfüllen. Hier war von Vorteil, dass ich beide Gepäcktags besaß – den usprünglichen von Hamburg als Foto, und den nachträglich nach Varna ausgestellten im Original. Man bekommt eine neue Trackingnr, unter der dann die Gepäcksuche läuft. Und ein Survivalkit mit dem nötigsten (Zahnbürste, Einwegrasierer, weißes T-Shirt Größe L, Socken etc). Das Problem hierbei war jedoch, dass unser Gepäck ja nicht nach Varna geliefert, sondern schlussendlich in Constanta landen sollte – sprich auch noch in einem anderen Land. Wir waren ratlos, wie das auf die Schnelle geregelt werden sollte. Der Flughafen in Varna ist recht klein, aber es gibt dort ein Service-Office von Turkish Airlines. Die beiden Mitarbeiter dort waren sehr freundlich und hilfsbereit, und haben sich sehr für uns eingesetzt, auch bei der Gepäcksuche. Sie waren sehr entzürnt über die Kollegen in Istanbul, die ihnen keine Nachricht über unseren Fall geschickt haben. Denn früh morgens um 4 Uhr jemanden zu finden, der uns mal eben über die Grenze fährt, war eine Herausforderung. Um 9 Uhr war aber tatsächlich jemand von einer Autoverleihfirma da, hatte sämtlichen Papierkram für die Grenzüberquerung ausgefüllt, und wir konnten los. Vom Gepäck fehlte immer noch jede Spur. Seltsamer noch – das Computersystem zeigte an, dass unser Gepäck in Istanbul niemals gesichtet wurde. Ob das aber für das neu ausgestellte Gepäck-Tag galt oder das alte, wussten sie auch nicht zu sagen. Wie funktioniert das eigentlich, rennt da jemand zu unserem Gepäckstück hin, reißt das alte Band ab und klebt das neue drauf? Jedenfalls waren wir ratloser als zuvor, denn es war auf einmal nicht mal klar, ob die Koffer in Hamburg je ins Flugzeug geladen wurden.

Um 9 Uhr ging es jedenfalls los. Constanta liegt 120 km nördlich von Varna. Die Straßen sind ok, doch nach ungefähr 40 Minuten hält der Fahrer an, telefoniert, fragt an einer winzigen Tankstelle nach irgendwas, telefoniert wieder… da er kein englisch kann, erklärt uns jemand am Telefon, was das Problem ist: es fehlt noch ein wichtiges Dokument, das für die Grenzüberquerung notwendig ist. Das wird uns nachgeliefert – natürlich auch erst 40 Minuten später. Dann geht es aber wirklich weiter, über die Grenze (und da mein Kollege immer noch einen indischen Pass mit sich führt, dauert die Grenzkontrolle ne halbe Ewigkeit) bis zum Hotel, in dem wir ursprünglich bis zu dem Tage hätten unterkommen sollen. Etwas an der Fahrweise fand ich ungewöhnlich – der junge Fahrer fuhr eigenartig vorsichtig. Man merkte, dass er schneller fahren wollte, vor allem wenn er ewig lang hinter langsamen LKWs fuhr. Ich saß direkt hinter ihm und konnte sehen, dass die Straße frei wäre zum Überholen. Und er kniff mit einer Hand immer ein Auge zusammen. Für mich ein Zeichen, dass er sehr kurzsichtig ist und dringend eine Brille braucht. Im Nachhinein war die Fahrt doch recht gefährlich gewesen…

Nun denn, da waren wir, in Constanta, mittlerweile 12 Uhr mittags. Seit 33 Stunden unterwegs, seit 2,5 Tagen kaum geschlafen. Im Hotel klärten wir die Sache mit dem Gepäck, dass ja am nächsten Tag hierher geliefert werden sollte. Die Ausfahrt geht bis zum 15.9., und wir würden dann noch eine Nacht dort unterkommen. Wir mussten dann auch direkt zum Schiff, da unsere Pässe dort gebraucht wurden. Die Immigrationsbehörde wollte in diesem Fall jede Person an Bord mit dem Passfoto vergleichen – und dazu mussten erst einmal alle an Bord sein. Solange hieß es also warten, bis knapp 18:30h. Da wir am nächsten Morgen rausfahren wollten und nun mehr als absehbar war, dass das Gepäck bis dahin nicht vor Ort sein würde, mussten wir also noch hastig zu einer Mall fahren und das nötigste einkaufen: Shorts, T-Shirts, Unterwäsche, Socken, Drogerieartikel etc. Zum Glück hatte die Mall bis 22 Uhr geöffnet, und wir gaben jeder knapp 150€ aus – zum ausgiebigen Shoppen war keine Zeit, sonst hätte ich die günstigen Preise besser nutzen können. Auf der Taxifahrt zurück zum Hotel wurden wir dann auch noch betrogen, der Taxifahrer verlangte den vierfachen Preis im Vergleich zur Hintour, und machte auf der Rechnung seine Taxinr. unkenntlich.

Zurück auf dem Schiff freute ich mich endlich auf etwas Schlaf. Ich schilderte diesen Fall dann noch dem Support von Turkish Airlines via Twitter, die auch noch einmal tätig wurden. Der weiterlaufende Kontakt war dann natürlich eingeschränkt, denn unterwegs auf dem Schiff können nur Mails gecheckt werden. Mobile Kommunikation incl. Twitter und SMS sind nicht möglich. Eine Mail bekam ich dann tatsächlich am späten Nachmittag mit der Nachricht, das mein Gepäckstück eventuell gefunden wurde, dies müsste noch bestätigt werden. Bedeutet also, dass es bis dahin nicht zum Hotel geschickt wurde wie versprochen. Aber aus dieser Position war ich eh machtlos und verfolgte die Sache weiter…

Dann, am 2. September, erhielt ich endlich die Nachricht: Unser Gepäck war im Flug von Istanbul nach Constanta am 1. September – das wäre auch der nächste reguläre Flug von Istanbul nach Constanta gewesen. Meine Vermutung ist also, dass das Gepäck in Istanbul nie auf den Varnaflug umgestempelt wurde, und unser neues Gepäcktag sinnlos war. Naja, vielleicht nicht ganz. Nochmals gab es einen längeren Austausch per Mail – sie würden unser Gepäck in Constanta bis zum 14.9. aufbewahren und dann zu unserem Hotel liefern, zu dem wir am 15.9. zurückkehren sollten. Auch gut. Ich musste dann noch ein Formular für den Zoll ausfüllen, unterschreiben und wieder einscannen. Auch meine Rechnungen für die Ausgaben in Constanta schickte ich hin. Mir wurde jedoch mitgeteilt, dass ich einen Entschädigungsanspruch erst ab dem zweiten Tag ohne Gepäck hätte – und wenn man hier mal ein Gedankenspiel macht, hätte das ein Problem werden können: Da wir erst am 31.8. in Varna gelandet sind, und am 1.9. das Gepäck hinterherkam, wäre diese Regel somit nicht erfüllt. Hier musste ich also noch einmal vehement darauf hinweisen, dass das Gepäck (zusammen mit mir) am 30.8. in Constanta hätte sein sollen, und dass ich den Hinweis, das Gepäck wäre nun in Constanta, erst am 2.9. bekommen habe.

An Bord konnten wir trotz allem unsere Arbeit aufnehmen. Sämtliche Daten, die für die Ausfahrt wichtig waren, hatte ich im Handgepäck auf einem kleinen Rechner dabei. Die Stromkabel nicht – da hat dann der Elektriker sich was zusammengelötet. Da wir auf dieser Fahrt nicht an Deck mithelfen brauchten, war es auch nicht schlimm, dass ich keine Sicherheitsschuhe dabei hatte. Im Verlauf der zweiten Woche bekam ich dann auch die Bestätigung, dass man mir meine Unkosten erstatten würden.

Und tatsächlich – als wir dann am 15.9. wieder im Hotel eincheckten, wartete dort schon das Gepäck auf uns. Und noch besser – Vorm Abflug bekam ich am Schalter von Turkish Airlines tatsächlich sämtliche Kosten erstattet, für die ich Quittungen vorlegen konnte. Insgesamt 536 Rumänische Leu bekam ich bar auf die Hand, umgerechnet 120€. Die konnte ich dann wiederum erst zuhause wieder in Euro umtauschen.

Um diese Odyssee also doch noch zu einem positiven Fazit zu bringen: Mit einem ungeöffneten Koffer nach einer längeren Reise nach Hause zu kommen bedeutet auch – Die Wäsche ist sauber.

Wichtige Erkenntnisse eines solchen Erlebnisses:
-Fluggastrechte sind eine gute und wichtige Sache, und werden von den Airlines sehr ernstgenommen
-Gepäcktags sind enorm wichtig – macht euch unbedingt eine Kopie mit dem Handy!
-Wechselwäsche für eine Nacht im Handgepäck ist sehr praktisch – hier ein toller Lifehack, den ich jedes Mal befolge
-lebenswichtige Dinge (in meinem Fall etwa zur Diabetesversorgung) und Dokumente, Daten etc, auf die ihr wirklich nicht verzichten könnt oder dürft – grundsätzlich im Handgepäck mitführen – und keine Ausnahmen machen!