unterwegs mit Nokia Here Maps

Ich war eine Woche im Urlaub. Frankreich, um genau zu sein, und hatte dort einen Mietwagen. Und natürlich wollte ich dort navigieren, ohne den absurden Navi-Aufpreis des Car Rental-Services meiner Wahl zu zahlen.

Nun, vor Jahren schon habe ich seinerzeit für das iPhone Classic die Navigon-App gekauft, 60 Mark oder so dürftens gewesen sein. Ja, man konnte mit dem GPS-losen iPhone Classic navigieren, wenn man die Tomtom-Autohalterung besaß. Als Early Adopter der Deutschland-Version wurde diese App dann gratis auf EU-10 geupdated, die genauen Umstände weiß ich nicht mehr. EU-10, so dachte ich bis vor kurzem, umfasst alle Nachbarländer Deutschlands – aber Pustekuchen, Frankreich ist nicht dabei. Und nochmal 60 Mark für die Frankreichversion von Navigon löhnen wollte ich dann auch nicht.

Also hörte ich mich kurz auf Twitter nach einer Lösung um und wurde ziemlich schnell auf Here-Maps von Nokia gestoßen (Danke Whistler!). Here-Maps ist gratis und löst das wichtigste Anforderungskriterium: Offline-Navigation. Alles andere ist erst einmal nebensächlich, bzw. nehme ich als gegeben hin.

Zunächst einmal gefällt, wie aufgeräumt die App ist. Wer sich einmal durch den kompletten Adresseingabe-Prozess eines Navigon-Gerätes durchgeklickt hat, wird dies zu schätzen wissen. Etwas schade ist, dass Points-of-Interests sich zwar suchen lassen, man aber nicht einfach schauen kann, was so in der Nähe oder auf dem Weg liegt. Dennoch, die Suche nach einer Tankstelle in einem kleinen Örtchen in Südfrankreich lieferte 100x brauchbarere Ergebnisse als etwa Apple Maps, das daraufhin jedes Autohaus auf der Karte anzeigte.

Bei der Navigation selbst hapert es jedoch gewaltig. So etwa navigierte uns die App in einen Feldweg hinein, der nur für Anlieger eines Golfplatzes freigegeben war. Die Gesamtroute wäre dadurch um 200m kürzer gewesen, zugegeben – trotzdem unschön. Die deutsche Ansage hatte ihre größte Mühe mit den französischen Orts- und Straßenbezeichnungen. Ein Problem, das nicht nur Nokia hat – ich mich aber frage, wann sich dem mal jemand annimmt. Dass viele Straßen gut sichtbar nummeriert sind, ist in Frankreich eine super hilfreiche Sache. Die Ansage stolpert aber über einen Punkt, und benennt die D5 z.B. “D-fünfte”. “Nehmen Sie im Kreisverkehr die dritte Ausfahrt und folgen Sie der D-fünfundvierzigste.”
Das Highlight jedoch erlebten wir beim Befahren einer Mautstraße. Ich hatte der App untersagt, bei der Routenplanung über Mautstraßen zu fahren. So dachte ich, als wir dann doch entschieden, die Ausfahrt nicht zu nehmen und durch die Mautstation zu fahren, dass die App damit zurecht kommen sollte. Kam sie auch, und legte die Umgehung ad acta. Fast. Nokia Here Maps wollte uns fortan konsequent über jeden noch so kleinen Rastplatz lotsen, da man ja dann für 500m abseits der Mautstraße fährt (ohne dabei eine Mautstation zu passieren! Clever. Nicht.).

Mit Display verbraucht eine 2-stündige Navigationssession ca. 60% Akku auf einem relativ jungen iPhone 6. Schätze mal, dass das im Rahmen liegt. Und ich kann natürlich nicht von der Hand weisen, dass sie ihren Dienst tut – trotz kleinerer Ungereimtheiten, und man stellt sich ja auch nicht ganz dumm an. Schließlich ist die App gratis. Falls es in diesem Anforderungsbereich bessere Alternativen gibt, lasst es mich wissen.

Mein erstes Navigationsgerät, ebenfalls von Navigon, habe ich 2008 gekauft – und ich würde heute sagen, dass es besser und zuverlässiger war als Nokia Here Maps von 2015. Abstriche nur in der Bedienfreundlichkeit und natürlich in der Aktualität des Kartenmaterials. Ich lasse das mal als Fazit so stehen.

gesehen. Sons of Anarchy: Season 1

Das sind sie also, die Sons of Anarchy. Die Serie ist in den letzten Jahren komplett an mir vorbeigegangen, irgendwie auch, weil der Titel so nichtssagend ist. Ergeht mir häufiger so, aber das macht ja auch nichts. Irgendwann wurde jedenfalls die fünfte Staffel in meiner Twitter-Timeline hochgelobt und ich wurde neugierig. Netflix hat derzeit die Staffeln 1-3. Und die erste Staffel habe ich soeben abgeschlossen.

SOA S1Sons of Anarchy ist eine Serie über den gleichnamigen, fiktiven Motorradclub in den USA. Angesiedelt in einer Kleinstadt führt der MC dort eine Werkstadt und ist tief involviert in illegale Waffengeschäfte. Rivalisierende Clubs und schmierige Kooperation mit der örtlichen Polizei sorgen für ordentlich Erzählstoff, und nicht zuletzt bekommen wir mit Jax als rastloses Mitglied des MCs eine Hauptfigur, dessen interessantes Privatleben eine wichtige Rolle spielt.

Überzeugen konnte mich diese erste Staffel von Sons of Anarchy insbesondere durch den wirklich guten Cast auf Seiten des MC (vor allem Charlie Hunnam und Ron Perlman) und seinen für mich überraschend vielschichtigen und interessanten Charakteren. Auch das Set um die Motorradwerkstatt und die Chapel ist große Klasse. Relativ schwach hingegen beide Plots um die beiden ATF-Agenten, die als Gegenspieler des MC auftreten. Hier sehe ich noch großes Verbesserungspotenzial. Insgesamt jedoch bin ich höchst gespannt auf den Fortlauf in der zweiten Staffel – das Potenzial ist enorm, denn der Erzählstoff wirkt auf mich sehr unverbraucht.

07/10 mit starker Tendenz nach oben
gesehen auf: Netflix

Guten Hunger.

Neulich bei Lidl. Genau, der Schuppen mit der absurden Werbekampagne. Anderes Thema.
Im Eingangsbereich unterhalten sich gerade zwei Personen.
Es ist ca. 12 Uhr.
Person 1: “Oy, was machst du denn hier?”
Person 2: “Joa, ich hatte heute morgen nur ne Tüte Haribo zum Frühstück, dat hält ja nicht so lang vor. Brauche mal wat vernünftiges zum Mittach, weißte?”

Wenig später stehen die beiden genau vor mir an der Kasse. Ich begutachte den übersichtlichen Einkauf von Person 2.

Eine Tüte Chips und ne Schachtel Zigaretten.

Na dann guten Hunger.

gespielt. The Order: 1886

Zugegeben: Dieses Spiel hatte ich vor knapp einem Monat noch überhaupt nicht auf dem Radar. Die Announcements und Trailer auf diversen Veranstaltungen ließen mich kalt, da sie mir mehr den Eindruck eines “yet another 3rd person shooter against supernatural villains” hinterließen.

the order 1886

Jetzt ist es erschienen, und aus den ersten Meinungen zum Spiel zog ich vor allem folgende Message: sehr kurze Spielzeit, teilweise mehr Film als Spiel. Und da machte es bei mir *klick*. Wahrscheinlich mache ich mich bei Sony gerade etwas unbeliebt, aber ich habe das Spiel für knapp 30€ gebraucht gekauft. Es ist eindeutig ein Spiel, das man an einem Wochenende durchspielen kann und dann wieder zur Videothek zurückbringt. Sony möchte hierfür irgendwas zwischen 60 und 100€ haben – das ist das Spiel definitiv nicht wert.

The Order: 1886 ist in Kapitel aufgeteilt, 16, um genau zu sein. Einige dieser Kapitel sind komplette Filmszenen, in denen man wirklich nur zuschauen darf. Betonung auf “darf”, denn The Order ist wirklich verdammt gut inszeniert. Das ganze Spiel läuft im Bildformat 2,40:1 – und das funktioniert richtig gut. Während des Spielens merkt man nur selten einen Bruch zwischen reiner Filmsequenz und Spielsequenz. Die Kamera ist permanent leicht unruhig, und interessanterweise gefiel mir gerade dieser Aspekt besonders gut. Ein weiteres zentrales Element sind Quick-Time Events, die in dieser Art Spiel scheinbar nicht fehlen dürfen. Das Spiel ist streng linear – man hat so gut wie keine Freiheiten, den Fortlauf in irgend einer Weise zu beeinflussen. Strengenommen wechseln sich Filmsequenz – Quicktime – Schauplatz untersuchen – Shootout in verschiedenen Reihenfolgen ab. Die Shootouts sind leider der große Schwachpunkt von The Order – leider. Die KI ist entweder streng gescriptet oder strohdumm, und das ganze ist dazu noch sehr schlecht ausbalanciert. Hier fehlt extrem viel Feinarbeit, offenbar musste The Order zum Schluss schnell fertiggestellt werden. Schade eigentlich.

Ein weiterer großer Schwachpunkt ist das Storytelling. Der Prologue von The Order ist zwar große Klasse, aber darüberhinaus gelingt es den Entwicklern nicht, mich als Spieler in die Welt hineinzuziehen. Ich hatte große Schwierigkeiten, in die Welt einzutauchen und wusste phasenweise nicht, warum und gegen wen ich überhaupt gerade kämpfen soll. Erst nach ca. 5 Kapiteln hat mich das Spiel wieder eingefangen, und dann beginnt auch der mit Abstand beste Teil des Spiels. Zum Schluss wirds leider wieder etwas fad.

Und bitte, liebe Entwickler, hört mit diesen Audiologs auf. Egal ob Halo 3: ODST, Bioshock Infinite oder jetzt The Order: 1886 – das funktioniert (für mich) schlicht nicht. Alternatividee: produziert spielbegleitende Podcasts, die ich mir anhören kann, wenn ich das Spiel durch habe.

07 / 10
gespielt auf: PlayStation 4

Best audio intros in media, part 2

Der Steffen (@Whistler82) war so nett und hat diese tolle Liste noch um viele tolle Intros erweitert – das geht leider in den Kommentaren etwas unter. Ich darf das hier mal hervorheben – da sind wirklich tolle Stücke dabei!

“Cooler Blogpost zu dem ich mich schon bei dessen Erscheinen äußern wollte, was aber irgendwie in Vergessenheit geriet. Als ich dann gestern zusammen mit meiner Freundin Akte X schaute, schoss mir quasi die Erinnerung an diesen Post wieder ins Gedächtnis. Mit dieser Einleitung habe ich auch gleich meine erste Ergänzung genannt. Einfach Kult. Wer pfeift da nicht mit?

Als nächstes möchte ich deinen Aufhänger sozusagen kontern. Visuell kommt es zwar nicht ganz an die Game of Thrones Intros heran aber musikalisch ist das Intro von den Tudors definitiv ebenbürdig.

Einer meiner absoluten Favoriten ist das Firefly Intro. Diese Melodie läuft auf der Blu-ray auch als Musikunterlegung des Menüs und ich habe es lange, oft und laut laufen lassen. Da will man wahlweise entweder auf einem Pferd durchs Wohnzimmer galoppieren oder mit der Serenity durchs All freelancen. Leider habe ich nur eine Fassung mit Standbild gefunden. Irgendwie ist das bei Serienintros öfter ein Problem. :(

Zur Abwechslung, das in meinen Augen ultimative Theme aus dem Bereich Games, perfekt choreographiert zu dem damaligen Halo 3 E3 Trailer. Ich wusste das Halo nicht mein Ding ist und als ich Halo 3 dann doch gekauft hatte wurde dieses Wissen bestätigt. Aber dieser Trailer sorgte dafür, dass ich das Spiel gekauft habe!

http://youtu.be/61riPrD-ny8c

Ebenfalls erwähnenswert ist das Theme zu Breaking Bad. Ein richtiges Intro hat die Serie ja eigentlich nicht aber dieses Theme, das in mannigfaltigen Variationen vorkommt ist einfach so dermaßen markant und geht definitiv nicht aus dem Kopf.

Ein musikalischer Exot ist definitiv das Theme zu Battlestar Galactica. Dieser Höreindruck wird dann auch durch die Wikipedia bestätigt (Zitat: „Der markant fremdartig wirkende Gesang aus dem deutschen Vorspann aller vier Staffeln der Serie ist eine Vertonung des Gayatri-Mantras, der bedeutendsten vedischen Hymne im Hinduismus.“). Die Serie ist, obwohl „nur“ eine Art Remake (Reinterpretation trifft es besser), in ihrer Umsetzung relativ unkonventionell. Mag man oder auch nicht. Bei mir war es nicht die Liebe auf den ersten Blick aber mittlerweile halte ich die Serie für eine der besten im Sci-Fi Genre.

Aus der Kategorie „superber audiovisueller Einstimmer“ bei denen vor allem die Kombination aus Musik und Bilder auf den Punkt sind, möchte ich hier einmal Walking Dead nennen.

Und in derselben Kategorie aber für mich noch eine Spur besser True Blood. Ist musikalisch einfach noch einen Zacken besser und visuell inspirierter. Hier weißte sofort „jo das spielt in den Südstaaten“.

http://youtu.be/Wet5OM7RR8Q

Auch passend und Stimmungsvoll ist das Intro zu Sons of Anarchy. Steht aber nicht auf derselben Stufe wie die drüber genannten Dinge. Ist aber trotzdem erwähnenswert weil es eine gut gemachte Variation des Themes und Intros gibt während der MC in Staffel 3 in Irland unterwegs ist. Unten folgen die Links. Leider leider nur mit Standbildern. So knickt der demonstrative Effekt natürlich ein.”

Danke Steffen!

Gastspiel: Homestorys

Ich war zu Gast bei dem wunderbaren Homestorys-Podcast! Dieser wunderbare Podcast wurde von Stefan ins Leben gerufen und kreiert, und dort lässt er sich von seinen Gästen erzählen, wie sie wohnen. Wunderbare Episoden über den Hausbau in Texas über ein Werder Bremen-Haus bis hin zur Wohnungssuche als Rollstuhlfahrerin in London sind dort bereits erschienen. Mein Beitrag dreht sich darum, wie es ist, 40 Tage auf einem Forschungsschiff zu sein und quasi dort zu wohnen.

Hört rein:
Homestorys_logo

Best audio intros in media

Es gibt da draußen eine Unmenge von Medien, die uns tagtäglich mit ihren Klängen beeinflussen – mal mehr, mal weniger prägnant. Ich hab mir mal die Mühe gemacht und einige Themes und Intros aus verschiedenen Medien herausgesucht, die mich am tiefsten beeindruckt haben, oder die schönsten Ohrwürmer erzeugen können. Sicherlich kann man diese Liste noch um einiges erweitern – Vorschläge sind in den Kommentaren daher gern gesehen :)

-Game of Thrones: Ein wuchtiges, tiefdunkles Cellointro, das sich hier mit dem wahrscheinlich brilliantesten Vorspann der TV-Geschichte gepaart hat. Whoa – alleine deswegen muss man diese Serie gesehen haben.

https://www.youtube.com/watch?v=Z-TOHc7I1pc

-Super Mario Land: schon nach den ersten zwei Tönen kann jeder die Melodie diesem Titel zuordnen. Weil es das Mario-Spiel ist, mit dem für mich die Videospiel-Leidenschaft erst so richtig begann, steht es hier stellvertretend auch für die vielen anderen Mario-Melodien, die man einfach gehört haben muss.

-Star Wars: Jedes Kind weiß, dass nach diesen Klängen etwas unheimlich episches folgt. Naja, zumindest bei der alten Trilogie.

-Die Sendung mit der Maus: Das vielleicht großartigste, was das deutsche Fernsehen je hervorgebracht hat. Die Titelmelodie verströmt wie keine andere eine Kombination aus guter Laune, Neugier, und Verspieltheit. Und sie bleibt extrem im Kopf hängen. Gut so!

-CRE: Es gibt viele Podcasts da draußen mit tollen Intros – das von CRE, gleichzeitig einer der ältesten Vertreter in der Podcastszene überhaupt, bleibt mir am stärksten im Ohr haften. Schöner Hacker-Retro-Charme!

Hier reinhören

-House: Insgesamt existieren drei Intros zu dieser Serie – eins brillianter als das das andere. Mir gefällt das Singapore Theme am besten.

-Giana Sisters: Dieser Titel steht hier etwas unter Vorbehalt, weil ich die Melodie erst vor kurzem richtig schätzen gelernt habe. Gespielt habe ich Giana Sisters nie, aber dank der Verwendung als Intromusik beim tollen Stay Forever Podcast wurde sie mir in den letzten Jahren regelmäßig injiziert. Wer einen guten Remix findet, darf mich gern darauf hinweisen – alle Remixe, die ich mir bisher auf Youtube angehört habe, haben mich bisher nicht ansatzweise so begeistern können wie das Original.

-Civilization 4: Das ist einfach Magie pur. Ich legte das Spiel anno 2005 ins Laufwerk, installierte es, freute mich auf die erste Partie – und blieb im Hauptmenü hängen. Lauschte diesem Lied, das dort in Endlosschleife läuft, für mindestens 30 Minuten. Baba Yetu heißt es, und ich empfehle an dieser Stelle auch das Album Calling all Dawns des Künstlers hinter diesem Meisterwerk, Christopher Tin. Zu Recht gewann dieser Song als erstes Videospiel überhaupt einen Grammy.

2013 war…

Huch, schon Februar? Oh, dann wird es aber mal Zeit für meinen leider etwas verspäteten Jahresrückblick. Bitteschön! Also, 2013 war…

…gesundheitlich: Keine Frage, 2013 stand ganz im Zeichen des Diabetes Mellitus. Bereits im Januar habe ich die Auswirkungen gemerkt, am 2. Februar dann die vorläufige Diagnose – da war 2013 für mich schon “am Arsch“. Ich habe versucht, das beste daraus zu machen. In meiner Diapraxis fühle ich mich gut versorgt, und in der #dedoc Community gut aufgehoben. Nicht zuletzt habe ich mit Insulinaspekte einen Blog zum Thema geschaffen. Weiterhin habe ich über 10 Kg an Gewicht verloren. Dafür aber etwas weniger Sport getrieben als 2012 – das muss wieder besser werden.

…beruflich: Hier der positive Gegenpol – Studienabschluss! Fuck’in Diplom endlich in der Tasche, direkt eine Promotionsstelle angetreten – besser gehts nicht.

…urlaubstechnisch: schön! Zwei Wochen wandern, ausspannen, das hat richtig gut getan!

…kulinarisch: die Feststellung, dass es in Kiel doch noch kleine, richtig gute Lokale zu finden gibt, die ich noch nicht kenne. Dank Zombiebunker weiß ich nun, wo es die leckersten Burger überhaupt gibt. Omnom!

…literarisch: Ich habe Robert Harris für mich entdeckt. Angefangen bei Vaterland (mehr dazu hier), und dem nicht ganz so großartigen, aber immer noch fantastisch geschriebenen Angst.

…cineastisch: Ich war kaum im Kino. Django, Man of Steel, Star Trek Into Darkness, Rush. Ich gelobe, 2014 wieder öfter ins Kino zu gehen. Darum: Django war toll, Rush ebenfalls, Star Trek ok, Man of Steel Grütze.

…podcastig: Oh yeah, 2013 war ein fantastisches, brilliantes, großartiges Podcastjahr! Auf der Hörerseite habe ich einige olle Kamellen aus meinem Instacast herausgeschmissen, dafür aber neue, tolle Podcasts abonniert. „Podcast des Jahres“ – das ist für mich sehr schwierig zu bestimmen, darum einfach mal meine Top 3 ohne Reihenfolge: Logbuch:Netzpolitik, wegen der guten Aufarbeitung der NSA-Facepalms, Stay Forever – weil nirgendwo unterhaltsamer über alte PC-Spiele gesprochen wird, und Second Unit – weil Christian und Tamino es schaffen, auf einem unterhaltsamen, konstant hohen Niveau unermüdlich Woche für Woche einen anderen Film durchzukauen.
Auf der Macherseite steht da natürlich PlayTogether, mit vielen neuen Hörern und neuen, ganz tollen Gästen. 2014 wollen wir weiter wachsen, mehr Gametalks aufzeichnen, ein neues Logo einführen und im Hintergrund den Produktionsablauf komplett umkrempeln. Weiterhin habe ich 2013 zwei Gastspiele gehabt – zunächst bei Second Cut, und zum Jahresabschluss beim tollen Crossover mit Second Unit. Hat sehr viel Spaß gemacht, und wer weiß, was 2014 in der Hinsicht noch bringen wird!

…spielerisch: Ich habe in der ersten Jahreshälfte viele ältere Spiele nachgeholt, und in Deus Ex: Human Revolution eines der tollsten Spiele der letzten Jahre entdeckt. Da werde ich sicherlich noch einmal in den Directors Cut hineinschauen. Zum Sommer hin kam ich dann in eine Spieleflaute, wo ich phasenweise einfach keine Lust hatte, etwas neues anzufangen. Die letzten Monate standen dann aber komplett Grand Theft Auto V zu, welches einfach in so gut wie jeder Hinsicht überzeugen konnte. Lange keinen Blockbuster mehr erlebt, der wirklich alle Erwartungen erfüllen oder sogar übertreffen konnte! Für 2014 habe ich mir vorgenommen, Nintendo wieder zu unterstützen. Endlich wieder Mario spielen! Die Wii U ist angeschafft, und da ich die Wii ja quasi ausgesessen habe, steht da ein riesiges Archiv an ungespielten Spieleperlen vor mir, die noch gesichtet werden müssen. Mehr dazu bei PlayTogether!

…serientechnisch
: Dank Watchever ging 2013 hier einiges! Ich habe mir Breaking Bad komplett reingezogen und bin immer noch baff. Endlich mal wieder eine Serie mit einem würdigen Ende. Wenn es eine Serie schafft, auch noch nach Monaten in meinem Kopf herumzuschwirren und mir einige Schlüsselelemente wieder vor Augen zu führen, muss es eine gute Serie gewesen sein. Eine verdammt gute. This!

…menschlich: Person des Jahres ist eindeutig Edward Snowden, da gibt es gar keine Zweifel. Parallel dazu etliche Politiker, die man wirklich in der Pfeife rauchen könnte: Pofalla, Friedrich, und unsere ehemalige Kieler OB Susanne Gaschke. Mit Wohlwollen stelle ich fest, dass sie alle zurecht nicht mehr im Amt sind.

…politisch: Chancen waren da, Chancen wurden vertan. Die aktuelle Bundesregierung könnte mir nicht egaler sein. Und das ist traurig.

…sportlich: Kein großes Turnier, da wird 2014 mit Olympiade und Fußball-WM deutlich spannender. Bayern kauft weiterhin die Tabellenspitze und sorgt für Langeweile – was man allerdings auch vielen mutlosen Konkurrenten ankreiden muss. Aber immerhin gab es ein starkes Champions League Finale. In der Formel 1 passierte das, was ich nicht unbedingt erwartet hätte: Red Bull dominierte wie nie zuvor, Ferrari hatte nichts entgegenzusetzen, McLaren war eine glatte Enttäuschung. Fahrer des Jahres ist für mich (neben Vettel, aber den lasse ich mal außen vor) Roman Grosjean, der in diesem Jahr wirklich gereift ist und sein Rüpelimage ablegen konnte.

2014 wird…

ein bisschen was habe ich im Text ja schon angedeutet. Wenn ich hier zurückdenke an meine Vorsätze 2013, dann ist daraus leider nicht viel geworden. Das Ziel, eine neue Programmiersprache zu lernen, konnte ich keineswegs umsetzen. Dafür kamen zu viele Stolpersteine in den Weg, Diabetes, die Diplomarbeit zog sich zu lange hin, etc. Darum setze ich mir das auch dieses Jahr nicht wieder als Ziel. Ich habe ein noch geheimes Projekt in der Hinterhand, welches zum späten Frühjahr hin vielleicht mal in die Puschen kommen wird. Ich will mehr podcasten, und in der Promotion meine erste Publikation einreichen. 2014 sieht finanziell auch weit besser aus als 2013, so dass ich die ein oder andere Neuanschaffung tätigen kann, die ich bisher immer aufschieben musste.
Und ich will weiterhin die Diabetes-Sau unter Kontrolle behalten!

Support your favorite Blog/Podcast now!

Es ist Ende Oktober, und man könnte ja schon langsam anfangen, an den Konsumterror namens Weihnachten zu denken. Viele von euch werden sicherlich erst im Dezember anfangen, für die Liebsten Geschenke zu besorgen, ich muss aus beruflichen Gründen schon früher damit anfangen (werde Weihnachten und den Jahreswechsel auf See verbringen, dazu an anderer Stelle später mehr).

Für den Fall, dass ihr das ein oder andere Geschenk bei Amazon (oder anderen Versandhändlern mit Affiliate-Programmen) kauft, was man ja nicht ausschließen kann, möchte ich an dieser Stelle noch an die damit verbundenen Möglichkeiten erinnern: Unterstützt doch im gleichen Atemzug einen Blog oder Podcast eurer Wahl!

Wie das geht? Ganz einfach: So gut wie jeder Podcast hat sich beim Affiliate-Programm von Amazon angemeldet. Sie bewerben ein bestimmtes Produkt, oder stellen einfach einen Link zu Amazon auf ihrer Seite zur Verfügung. Wenn ihr auf diesen Link klickt, und anschließend Waren in den Warenkorb legt und kauft, werden um die 5% des Kaufpreises an den Programmteilnehmer gutgeschrieben. Amazon wickelt das als ohnehin einkalkulierte Werbungskosten ab, somit wird das Produkt für euch nicht teurer.

PlayTogether könnt ihr beispielsweise mit einem Einkauf über diesen Link unterstützen.

Podcasting ist in der Regel ein Hobby, welches keine Einnahmen generiert, aber laufende Kosten verursacht. Für PlayTogether, den ich mit Carsten monatlich aufnehme, belaufen sich diese Kosten auf etwa 60€ im Jahr. Die kriegen wir derzeit noch nicht über Flattr oder eben Amazon wieder rein. Darüber hinausgehende Anschaffungen wie Mikrofone, Software etc. sind da noch gar nicht einkalkuliert. Also: Überlegt, welche Blogs oder Podcasts ihr in diesem Jahr besonders viel gelesen oder gehört habt, und honoriert dies beim Weihnachtseinkauf mit einem Klick auf die entsprechenden Affiliate-Links! Die Betroffenen werden es euch mit Sicherheit danken.

Vaterland

Mal wieder eine der selten gewordenen Leseempfehlungen von mir, aber dieses bereits etwas ältere Werk hat es wirklich verdient.

Deutschland hat den zweiten Weltkrieg „gewonnen“. Was wäre wenn… mit dieser Frage hat sich Robert Harris bereits vor 20 Jahren in seinem spannenden Roman „Vaterland“ beschäftigt. Die Geschichte um Kommissar März, der mit einem Leichenfund an einem Seeufer konfrontiert wird, beginnt im großdeutschen Reich, in Berlin, im Jahre 1964. In wenigen Tagen feiert Adolf Hitler seinen 75. Geburtstag, und zudem hat sich US-Präsident Joseph Kennedy angekündigt – erste Annäherungen der beiden Großmächte USA und Deutschland deuten sich an, die sich im Kalten Krieg befinden.

Ich mag diese postapokalyptischen Szenarien – dieses hier ganz besonders. Harris beschreibt seine Szenerien höchst detailliert, düster, beklemmend. Als Leser geht man natürlich mit einigem an Vorwissen an diese Geschichte heran, und Harris schafft es, den Leser auch vollständig mitzunehmen. Die Trennung der wahren und der fiktiven Ereignisse findet etwa um 1942 bis 1943 statt – der Wendepunkt in Stalingrad hat also nicht stattgefunden, ebenso wie die Großoffensive der Normandie. Der Zeitpunkt – 1964 – bedeutet weiterhin, dass Berlin nach den Vorstellungen von Albert Speer gestaltet werden konnte. Natürlich wurde Germania mit der Großen Halle gebaut und mehrfach in „Vaterland“ erwähnt. Die Ostbesiedelung, nach Hitlers Vorstellungen, ist im vollen Gange, mehr oder weniger erfolgreich. An der Ostfront tobt weiterhin der Krieg, aber niemand weiß so richtig, was genau dort vor sich geht.

Fragen, die man sich während des Lesens stellt, werden fast automatisch aufgegriffen. Was weiß man eigentlich über den Holocaust? Welche Macht haben Geheimdienste und Gestapo? Wie sind die deutschen Außengrenzen gestaltet? Neben all diesen spannenden Außenelementen wird noch eine spannende Kriminalgeschichte mit mehreren unerwarteten Wendepunkten erzählt, die in einem höchst gelungenen Ende mich als Leser baff zurückgelassen hat.

Ich habe das Buch auf deutsch gelesen, im Original ist das Buch unter dem Titel „Fatherland“ erschienen. Die deutsche Übersetzung ist dabei wirklich gelungen. Zumal Harris zahlreiche Zitate aus Originaldokumenten eingesponnen hat, die in der englischen Version natürlich übersetzt wurden und hier originalgetreu wiedergegeben werden können. Weiterhin ist der Hauptprotagonist natürlich deutsch, und der Übersetzer (Hanswilhelm Haefs) konnte so an dem ein oder anderen Dialog Berliner Dialekt einfließen lassen, als auch Gespräche mit amerikanischen Protagonisten realistischer wiedergeben.

Dies war außerdem der erste Roman, den ich von Robert Harris gelesen habe – und sicherlich nicht der letzte. Ich habe lange nach einer E-Book Version von „Vaterland“ gesucht und nirgends gefunden, dann endlich erschien sie Ende August für kindle und co.