Podroll: Fanbóys

Zeit wird’s für einen neuen Podroll. Dieses Mal geht es um ein Projekt von zwei Ehemaligen aus Bits und so, genauer den beiden Coding Monkeys Martin und Dom. Vor allem Martin, schon eine ganze Weile im anderen Podcast ausgestiegen, hatte offenbar wieder Lust bekommen sich mitzuteilen, und so haben die beiden dieses Projekt ins Leben gerufen.

Und dies für mich zumindest mehr oder weniger überraschend. Vermisst hat man sie. Beide Protagonisten sind Programmierer, verantwortlich unter anderem für den Texteditor meines Vertrauens für den Mac (Subethaedit) und das meistgespielte Spiel auf meinem iPhone (Carcassonne).

Die Crew

Host: Martin Pittenauer, Twitter: @map, Website: emonk.net
Dominik Wagner, Twitter: @monkeydom, Tumblr-Blog: ran-dom.tumblr.com

Aufbau

Nach mittlerweile 13 produzierten Episoden haben sich die beiden auf einen groben Ablauf geeinigt. Natürlich ist auch dieser Podcast sehr techniklastig, applelastig, netzpolitiklastig. Nach dem kurzen Intro stellen sie sich vor, und berichtigen dann erstmal die Fehler von der vorherigen Episode. Danach beginnen meist mit einem aktuellen Thema (Fukushima, Nintendo 3DS, iPad 2…). Nach weiteren News, in denen Apple natürlich nie fehlen darf, folgen noch die beliebte Depression/Netzpolitik, Audiokommentare mit Audioboo sowie Emails, und schließlich werden dem Hörer noch Empfehlungen in Form von Software, Hardware, Filme, Bücher etc mit auf den Weg gegeben. Am Schluss folgt schließlich mit dem „Rausschmeißer“ noch irgend ein nerdiger Song oder Zitat.

Das Besondere

Wie der Name des Podcasts es bereits suggeriert: Die beiden sind Apple Fanboys. Dementsprechend muss man natürlich mit Android-Bashing und Zune-Gelächter rechnen, aber bereits in den ersten Episoden beweisen sie, dass sie auch über den Tellerrand schauen können. Vor allem die Hörerfragen werden meist sehr kompetent beantwortet. Besonderen Fokus muss man bei diesem Podcast aber auch auf die Netzpolitik richten. Hier bereiten sich die beiden sehr akribisch drauf vor, besuchen gerne auch mal Veranstaltungen verschiedener Parteien hierzu und haben meist auch Audioschnipsel zum Thema dabei.

Die Technik

Die Audioqualität ist sehr gut. Allerdings wird bei diesem Podcast bisher auch nicht der Spagat versucht, zusätzliche Sprecher mit Skype und Co. hinzuzuschalten. Und bisher gab es erst eine Episode mit einem Gast (Tim Pritlove). Bemerkenswert ist auch, dass alle Episoden mit Kapitelmarken erscheinen. Das iPhone mit iOS 4 ist sogar in der Lage, den Hyperlink zum aktiven Kapitel in Safari zu öffnen, falls ein solcher Links gesetzt wurde. Auch die Website ist interessant aufgebaut, da sie mit Javascript erst beim Öffnen der Seite aus dem RSS Feed des Podcasts generiert wird. Nachteil hierbei, dass keinerlei Kommentare abgegeben werden können. Das wollen die beiden aber auch gar nicht, wie sie oft genug im Podcast zum besten geben.

Kritik

Direkt in diesem Punkt kann man vielleicht auch mit der Kritik ansetzen, denn eine Diskussion zu vergangenen Sendungen aufzubauen ist somit unmöglich, zumindest auf ihrer eigenen Platform. Ob das richtig oder falsch ist, muss jeder selbst entscheiden, ich bedauere diese Entscheidung zumindest. Andererseits wollen sie auch gar keine Unterstützung (evtl. in Form von Flattr Buttons), und bewahren somit völlig ihre Unabhängigkeit und unterstreichen, dass Fanboys ihr eigenes Ding ist.

Fazit

Fanboys ist ein sehr interessanter Podcast. Allerdings kann ich nicht unbedingt empfehlen, diesen Podcast unmittelbar zusammen mit der Bits und so Episode derselben Woche zu hören, weil sich viele Themen doch sehr überschneiden. Ansonsten strengen sich Martin und Dom aber sehr an, liefern einen umfangreichen Podcast der zudem gut recherchiert ist und Spaß macht.

Durchschnittliche Spieldauer: etwa 1,5 Stunden
Erscheinung: wöchentlich
Sprache: deutsch (gelegentlich eingespielte englische Audioschnipsel)

Links:
Offizielle Website: fanbóys.org, fanboyspodcast.org
Twitter: @fanb0ys
iTunes

3 Gedanken zu „Podroll: Fanbóys“

  1. Ich kann dem gesagten nur in vollem Umfang zustimmen. Möchte aber noch eine Kritik auf hohem Niveau hinzufügen. Dazu sei erwähnt das ich die Folge mit Tim Pritlove noch nicht gehört habe. Manchmal wirkt es ein wenig behäbig (von mir aus auch unroutiniert) wie sich beide den Ball zuspielen. Das hat bei anderen Podcasts durchaus mehr flow. Das ist in meinen Augen entweder eine Frage der Zeit, bis sich da gewisse Ecken abschleifen oder es würde vielleicht gut tun, wenn noch eine weitere Person dabei wäre um dem ganzen mehr Dynamik zu verleihen. Vielleicht laden sich die beiden ja öfter jemanden ein.

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