2015 in review: Filme

Huh, schon wieder ein Jahr rum. Und im letzten Jahr habe ich doch glatt vergessen, eine Rückschau zu schreiben. Naja, ignore that. Für das ablaufende Jahr habe ich mir ein Beispiel an Christians Rückblick vom letzten Jahr gemacht, und Buch geführt über alle Medien, die ich so geschaut habe. Japp, dies wird somit hauptsächlich ein Medienrückblick. So let’s get started…

Meine Kinobesuche kann man in diesem Jahr an einer Hand abzählen. Was schade ist, angesichts des an sich wirklich großartigen Filmjahres 2015. Über allem steht natürlich Star Wars – der mich erst in den letzten Wochen vor Filmstart so richtig gehypt hat. Man hat einfach diese ungeheure Energie gespürt, die dieser Film ausgestrahlt hat (und damit meine ich nicht das völlig eskalierte Marketing seitens Disney). Dann, als ich tatsächlich im Kino saß, umgeben von NASA-Wissenschaftlern, die Jubelschreie ausstießen als es endlich losging – als man merkte, dass der Film wirklich gut werden könnte, als Rey und BB-8 sich instantan in unsere Herzen spielten – wow, war ich anschließend happy! An diesem Filmbesuch werde ich noch lange zurückdenken. Mir fällt nur ein einziger Film ein, bei dem ich ähnlich aufgeregt und am Ende ähnlich begeistert war, als er zu Ende war, und das war The Return of the King.
Am low end verorte ich ganz klar The Hobbit – The Battle of the Five Armies. Was für eine Grütze. Ich habe den Film erst in diesem Jahr gesehen, und ich bin immer noch entsetzt, was aus diesem Fantasywerk gewachsen ist.
Einige weitere Revivals gab es in diesem Jahr auch noch, angeführt von Mad Max, der einfach mal richtig eingeschlagen ist. Auch Jurassic World hat mich wunderbar unterhalten und lässt die bisherigen Fortsetzungen des Originals vergessen machen.
Ganz vorn liegt aber The Martian. Ich bin ja großer Fan dieses „more science than fiction“- Genres, sprich von Weltraumabenteuern, die sich nicht allzu weit weg von uns und unserer Erde bewegen, und nicht gleich mit Aliens ankommen. In den letzten beiden Jahren wurde ich durch Gravity und Interstellar schon ziemlich enttäuscht – zwei Filme, die nett anfangen, aber mich dann komplett verlieren, weil ihre Welt oder ihre Handlung einfach massiv unglaubwürdig werden. Nicht so bei The Martian. Anfang des Jahres habe ich die Buchvorlage von Andy Weir regelrecht verschlungen, noch bevor ich überhaupt von dem Film erfahren hatte. Nicht viel später kam dann schon der erste Trailer, und irgendwie verging das Jahr dann auch recht schnell, und ich saß im Oktober im Kino und war einfach nur gefesselt. Filme, bei denen ich die Buchvorlage schon kenne, haben es ja eigentlich immer schwer – aber in diesem Falle entsprach der Film fast perfekt dessen, was ich mir vorgestellt hatte – eine Meisterleistung. Der Film ist eine regelrechte Augenweide, und hat nur eine ganz kleine Schwäche am Ende, die aber auch schon im Buch „schwierig“ gelöst ist. Hut ab, das ist mein Film des Jahres. Noch vor Star Wars.

Dies sind alle Filme, die ich 2015 gesehen habe. Doch mehr, als ich dachte.
The Hobbit: The Battle of the Five Armies 03/10
The Imitation Game 8/10
Children of Men 7/10
Gone Girl 9/10
L.A. Confidential 9/10
Eurotrip 2/10
Welcome to the Jungle 3/10
The Lego Movie 9/10
Grand Budapest Hotel 9/10
Mad Max: Fury Road 8/10
Mad Max 7/10
Mad Max 2 10/10
The Wolf of Wall Street 7/10
Jurassic World 7/10
Hierro 4/10
People Like Us 6/10
Jupiter Ascending 6/10
La Venus à la fourrure 7/10
Fifty Shades of Grey 4/10
The Martian 9/10
Mad Max Beyond Thunderdome 6/10
Honig im Kopf 4/10
Fast 5 7/10
Transformers – Age of Extinction 2/10
Star Wars – The Force Awakens 8/10
Spectre 7/10
Despicable Me 7/10

Odyssee mit Turkish Airlines

Im meinem Beruf als mariner Geophysiker bin ich hin und wieder auch auf Forschungsschiffen unterwegs. Da diese Forschungsfahrten teils in entlegenen Winkeln des Globus stattfinden ist es unabdingbar, dort erst einmal hinzufliegen und dann an Bord zu gehen (ich erwähne dies, da ich häufig die Frage gestellt bekomme, in welchem deutschen Hafen ich denn an Bord gehe). So auch dieses Mal.

Die Forschungsfahrt mit dem französischen Forschungsschiff Pourquoi Pas? fand im Schwarzen Meer statt, ausgehend von Constanta, Rumänien. Constanta hat einen Flughafen, der allerdings nicht oft angeflogen wird. Turkish Airlines bedient diesen Flughafen von Istanbul aus etwa alle zwei Tage. Da wir an einem Dienstag früh morgens rausfahren wollten, mussten wir also schon am Sonntag zuvor anreisen – der nächste Flug wäre erst am Dienstag nachmittag angesetzt gewesen.

Doch schon in Hamburg befürchteten wir, dass es in Istanbul Probleme geben würde. Der Flug, geplant für 7:05 Uhr, war auf 8 Uhr verschoben worden. Damit schmolz das Umsteigepolster in Istanbul von 1,5h schon auf ein Minimum zusammen. Doch es zögerte sich immer weiter hinaus, um 8 Uhr hatte noch nicht einmal das Boarding begonnen. Bei Ankunft in Istanbul hatten wir schlussendlich 2h Verspätung, und der Flug nach Constanta war bereits weg. In so einem Fall muss also die Fluggesellschaft dafür sorgen, dass man irgendwie am Ziel ankommt. Da der nächste Flug nach Constanta nunmal erst zwei Tage später ging, bot man uns an, uns nach Varna, Bulgarien umzuleiten, von wo die Kollegen von Turkish Airlines uns einen Transport nach Constanta organisieren würden. Nach Rücksprache mit unserem Reisebüro war das auch deren preferierter Vorschlag.

Unser Gepäck musste natürlich auch umgeleitet werden, also stellte man uns am Transfer Desk von Turkish Airlines direkt ein neues Gepäck-Tag aus, mit Ziel Varna. Das alte behielten sie dort, doch zum Glück hatte ich es zuvor instinktiv fotografiert für den Fall, dass ich es verlieren sollte. Im Nachhinein eine sehr schlaue Entscheidung. Der Flug nach Varna war allerdings erst für 1 Uhr morgens angesetzt, also bot man mir an, bis dahin in einem Hotel unterzukommen. Mein mitreisender Kollege, gebürtiger Inder, blieb derweil im Ruhebereich von Turkish Airlines, da er das E-Visa zur Einreise in die Türkei nicht zahlen wollte- immerhin 50€. Mit meinem deutschen Reisepass fühle ich mich in solchen Situationen echt schäbig, da es damit in diesen Ländern überhaupt keine Probleme gibt. Als ob ich bloß durch dieses Dokument ein besserer Mensch wäre. Nun denn.

Ich ließ mich also zum Hotel bringen, das Park Inn Hotel in Istanbul, recht nobel sogar. Dort konnte ich mich ausruhen (immerhin war ich seit 2:30 Uhr auf den Beinen), bekam dort ein Abendessen und wurde dann gegen 22:30 zurück zum Flughafen gebracht. Bis hierhin war die Sache noch ganz ordentlich geregelt. Auch mit der Tatsache, dass der Flug nach Varna ebenfalls um über eine Stunde verspätet abhob, hatte ich zu diesem Zeitpunkt kein Problem.

In Varna trat dann allerdings das Worst-Case-Scenario ein: Unser Gepäck war nicht im Flugzeug. Nur knapp etwas mehr als ein Tag, bevor wir mit dem Schiff auslaufen. Urgs! In solch einer Situation also muss man als erstes zum Lost & Found gehen und ein Formular ausfüllen. Hier war von Vorteil, dass ich beide Gepäcktags besaß – den usprünglichen von Hamburg als Foto, und den nachträglich nach Varna ausgestellten im Original. Man bekommt eine neue Trackingnr, unter der dann die Gepäcksuche läuft. Und ein Survivalkit mit dem nötigsten (Zahnbürste, Einwegrasierer, weißes T-Shirt Größe L, Socken etc). Das Problem hierbei war jedoch, dass unser Gepäck ja nicht nach Varna geliefert, sondern schlussendlich in Constanta landen sollte – sprich auch noch in einem anderen Land. Wir waren ratlos, wie das auf die Schnelle geregelt werden sollte. Der Flughafen in Varna ist recht klein, aber es gibt dort ein Service-Office von Turkish Airlines. Die beiden Mitarbeiter dort waren sehr freundlich und hilfsbereit, und haben sich sehr für uns eingesetzt, auch bei der Gepäcksuche. Sie waren sehr entzürnt über die Kollegen in Istanbul, die ihnen keine Nachricht über unseren Fall geschickt haben. Denn früh morgens um 4 Uhr jemanden zu finden, der uns mal eben über die Grenze fährt, war eine Herausforderung. Um 9 Uhr war aber tatsächlich jemand von einer Autoverleihfirma da, hatte sämtlichen Papierkram für die Grenzüberquerung ausgefüllt, und wir konnten los. Vom Gepäck fehlte immer noch jede Spur. Seltsamer noch – das Computersystem zeigte an, dass unser Gepäck in Istanbul niemals gesichtet wurde. Ob das aber für das neu ausgestellte Gepäck-Tag galt oder das alte, wussten sie auch nicht zu sagen. Wie funktioniert das eigentlich, rennt da jemand zu unserem Gepäckstück hin, reißt das alte Band ab und klebt das neue drauf? Jedenfalls waren wir ratloser als zuvor, denn es war auf einmal nicht mal klar, ob die Koffer in Hamburg je ins Flugzeug geladen wurden.

Um 9 Uhr ging es jedenfalls los. Constanta liegt 120 km nördlich von Varna. Die Straßen sind ok, doch nach ungefähr 40 Minuten hält der Fahrer an, telefoniert, fragt an einer winzigen Tankstelle nach irgendwas, telefoniert wieder… da er kein englisch kann, erklärt uns jemand am Telefon, was das Problem ist: es fehlt noch ein wichtiges Dokument, das für die Grenzüberquerung notwendig ist. Das wird uns nachgeliefert – natürlich auch erst 40 Minuten später. Dann geht es aber wirklich weiter, über die Grenze (und da mein Kollege immer noch einen indischen Pass mit sich führt, dauert die Grenzkontrolle ne halbe Ewigkeit) bis zum Hotel, in dem wir ursprünglich bis zu dem Tage hätten unterkommen sollen. Etwas an der Fahrweise fand ich ungewöhnlich – der junge Fahrer fuhr eigenartig vorsichtig. Man merkte, dass er schneller fahren wollte, vor allem wenn er ewig lang hinter langsamen LKWs fuhr. Ich saß direkt hinter ihm und konnte sehen, dass die Straße frei wäre zum Überholen. Und er kniff mit einer Hand immer ein Auge zusammen. Für mich ein Zeichen, dass er sehr kurzsichtig ist und dringend eine Brille braucht. Im Nachhinein war die Fahrt doch recht gefährlich gewesen…

Nun denn, da waren wir, in Constanta, mittlerweile 12 Uhr mittags. Seit 33 Stunden unterwegs, seit 2,5 Tagen kaum geschlafen. Im Hotel klärten wir die Sache mit dem Gepäck, dass ja am nächsten Tag hierher geliefert werden sollte. Die Ausfahrt geht bis zum 15.9., und wir würden dann noch eine Nacht dort unterkommen. Wir mussten dann auch direkt zum Schiff, da unsere Pässe dort gebraucht wurden. Die Immigrationsbehörde wollte in diesem Fall jede Person an Bord mit dem Passfoto vergleichen – und dazu mussten erst einmal alle an Bord sein. Solange hieß es also warten, bis knapp 18:30h. Da wir am nächsten Morgen rausfahren wollten und nun mehr als absehbar war, dass das Gepäck bis dahin nicht vor Ort sein würde, mussten wir also noch hastig zu einer Mall fahren und das nötigste einkaufen: Shorts, T-Shirts, Unterwäsche, Socken, Drogerieartikel etc. Zum Glück hatte die Mall bis 22 Uhr geöffnet, und wir gaben jeder knapp 150€ aus – zum ausgiebigen Shoppen war keine Zeit, sonst hätte ich die günstigen Preise besser nutzen können. Auf der Taxifahrt zurück zum Hotel wurden wir dann auch noch betrogen, der Taxifahrer verlangte den vierfachen Preis im Vergleich zur Hintour, und machte auf der Rechnung seine Taxinr. unkenntlich.

Zurück auf dem Schiff freute ich mich endlich auf etwas Schlaf. Ich schilderte diesen Fall dann noch dem Support von Turkish Airlines via Twitter, die auch noch einmal tätig wurden. Der weiterlaufende Kontakt war dann natürlich eingeschränkt, denn unterwegs auf dem Schiff können nur Mails gecheckt werden. Mobile Kommunikation incl. Twitter und SMS sind nicht möglich. Eine Mail bekam ich dann tatsächlich am späten Nachmittag mit der Nachricht, das mein Gepäckstück eventuell gefunden wurde, dies müsste noch bestätigt werden. Bedeutet also, dass es bis dahin nicht zum Hotel geschickt wurde wie versprochen. Aber aus dieser Position war ich eh machtlos und verfolgte die Sache weiter…

Dann, am 2. September, erhielt ich endlich die Nachricht: Unser Gepäck war im Flug von Istanbul nach Constanta am 1. September – das wäre auch der nächste reguläre Flug von Istanbul nach Constanta gewesen. Meine Vermutung ist also, dass das Gepäck in Istanbul nie auf den Varnaflug umgestempelt wurde, und unser neues Gepäcktag sinnlos war. Naja, vielleicht nicht ganz. Nochmals gab es einen längeren Austausch per Mail – sie würden unser Gepäck in Constanta bis zum 14.9. aufbewahren und dann zu unserem Hotel liefern, zu dem wir am 15.9. zurückkehren sollten. Auch gut. Ich musste dann noch ein Formular für den Zoll ausfüllen, unterschreiben und wieder einscannen. Auch meine Rechnungen für die Ausgaben in Constanta schickte ich hin. Mir wurde jedoch mitgeteilt, dass ich einen Entschädigungsanspruch erst ab dem zweiten Tag ohne Gepäck hätte – und wenn man hier mal ein Gedankenspiel macht, hätte das ein Problem werden können: Da wir erst am 31.8. in Varna gelandet sind, und am 1.9. das Gepäck hinterherkam, wäre diese Regel somit nicht erfüllt. Hier musste ich also noch einmal vehement darauf hinweisen, dass das Gepäck (zusammen mit mir) am 30.8. in Constanta hätte sein sollen, und dass ich den Hinweis, das Gepäck wäre nun in Constanta, erst am 2.9. bekommen habe.

An Bord konnten wir trotz allem unsere Arbeit aufnehmen. Sämtliche Daten, die für die Ausfahrt wichtig waren, hatte ich im Handgepäck auf einem kleinen Rechner dabei. Die Stromkabel nicht – da hat dann der Elektriker sich was zusammengelötet. Da wir auf dieser Fahrt nicht an Deck mithelfen brauchten, war es auch nicht schlimm, dass ich keine Sicherheitsschuhe dabei hatte. Im Verlauf der zweiten Woche bekam ich dann auch die Bestätigung, dass man mir meine Unkosten erstatten würden.

Und tatsächlich – als wir dann am 15.9. wieder im Hotel eincheckten, wartete dort schon das Gepäck auf uns. Und noch besser – Vorm Abflug bekam ich am Schalter von Turkish Airlines tatsächlich sämtliche Kosten erstattet, für die ich Quittungen vorlegen konnte. Insgesamt 536 Rumänische Leu bekam ich bar auf die Hand, umgerechnet 120€. Die konnte ich dann wiederum erst zuhause wieder in Euro umtauschen.

Um diese Odyssee also doch noch zu einem positiven Fazit zu bringen: Mit einem ungeöffneten Koffer nach einer längeren Reise nach Hause zu kommen bedeutet auch – Die Wäsche ist sauber.

Wichtige Erkenntnisse eines solchen Erlebnisses:
-Fluggastrechte sind eine gute und wichtige Sache, und werden von den Airlines sehr ernstgenommen
-Gepäcktags sind enorm wichtig – macht euch unbedingt eine Kopie mit dem Handy!
-Wechselwäsche für eine Nacht im Handgepäck ist sehr praktisch – hier ein toller Lifehack, den ich jedes Mal befolge
-lebenswichtige Dinge (in meinem Fall etwa zur Diabetesversorgung) und Dokumente, Daten etc, auf die ihr wirklich nicht verzichten könnt oder dürft – grundsätzlich im Handgepäck mitführen – und keine Ausnahmen machen!

Better Call Lichtspielcast

Oder so ähnlich. Ich war zu Gast beim Lichtspielcast und habe dort mit Dennis, Mo und Co-Gast Christian über Better Call Saul geredet. Wir unterhalten (und spoilern) uns dabei nicht nur die erste Staffel dieser neuen Serie, sondern auch generell über Spin-Offs, Prequels und natürlich über Breaking Bad. Also, hört doch mal bei den Jungs rein!
Better Call Saul
Better Call Lichtspielcast

08/10
gesehen auf: Netflix

unterwegs mit Nokia Here Maps

Ich war eine Woche im Urlaub. Frankreich, um genau zu sein, und hatte dort einen Mietwagen. Und natürlich wollte ich dort navigieren, ohne den absurden Navi-Aufpreis des Car Rental-Services meiner Wahl zu zahlen.

Nun, vor Jahren schon habe ich seinerzeit für das iPhone Classic die Navigon-App gekauft, 60 Mark oder so dürftens gewesen sein. Ja, man konnte mit dem GPS-losen iPhone Classic navigieren, wenn man die Tomtom-Autohalterung besaß. Als Early Adopter der Deutschland-Version wurde diese App dann gratis auf EU-10 geupdated, die genauen Umstände weiß ich nicht mehr. EU-10, so dachte ich bis vor kurzem, umfasst alle Nachbarländer Deutschlands – aber Pustekuchen, Frankreich ist nicht dabei. Und nochmal 60 Mark für die Frankreichversion von Navigon löhnen wollte ich dann auch nicht.

Also hörte ich mich kurz auf Twitter nach einer Lösung um und wurde ziemlich schnell auf Here-Maps von Nokia gestoßen (Danke Whistler!). Here-Maps ist gratis und löst das wichtigste Anforderungskriterium: Offline-Navigation. Alles andere ist erst einmal nebensächlich, bzw. nehme ich als gegeben hin.

Zunächst einmal gefällt, wie aufgeräumt die App ist. Wer sich einmal durch den kompletten Adresseingabe-Prozess eines Navigon-Gerätes durchgeklickt hat, wird dies zu schätzen wissen. Etwas schade ist, dass Points-of-Interests sich zwar suchen lassen, man aber nicht einfach schauen kann, was so in der Nähe oder auf dem Weg liegt. Dennoch, die Suche nach einer Tankstelle in einem kleinen Örtchen in Südfrankreich lieferte 100x brauchbarere Ergebnisse als etwa Apple Maps, das daraufhin jedes Autohaus auf der Karte anzeigte.

Bei der Navigation selbst hapert es jedoch gewaltig. So etwa navigierte uns die App in einen Feldweg hinein, der nur für Anlieger eines Golfplatzes freigegeben war. Die Gesamtroute wäre dadurch um 200m kürzer gewesen, zugegeben – trotzdem unschön. Die deutsche Ansage hatte ihre größte Mühe mit den französischen Orts- und Straßenbezeichnungen. Ein Problem, das nicht nur Nokia hat – ich mich aber frage, wann sich dem mal jemand annimmt. Dass viele Straßen gut sichtbar nummeriert sind, ist in Frankreich eine super hilfreiche Sache. Die Ansage stolpert aber über einen Punkt, und benennt die D5 z.B. „D-fünfte“. „Nehmen Sie im Kreisverkehr die dritte Ausfahrt und folgen Sie der D-fünfundvierzigste.“
Das Highlight jedoch erlebten wir beim Befahren einer Mautstraße. Ich hatte der App untersagt, bei der Routenplanung über Mautstraßen zu fahren. So dachte ich, als wir dann doch entschieden, die Ausfahrt nicht zu nehmen und durch die Mautstation zu fahren, dass die App damit zurecht kommen sollte. Kam sie auch, und legte die Umgehung ad acta. Fast. Nokia Here Maps wollte uns fortan konsequent über jeden noch so kleinen Rastplatz lotsen, da man ja dann für 500m abseits der Mautstraße fährt (ohne dabei eine Mautstation zu passieren! Clever. Nicht.).

Mit Display verbraucht eine 2-stündige Navigationssession ca. 60% Akku auf einem relativ jungen iPhone 6. Schätze mal, dass das im Rahmen liegt. Und ich kann natürlich nicht von der Hand weisen, dass sie ihren Dienst tut – trotz kleinerer Ungereimtheiten, und man stellt sich ja auch nicht ganz dumm an. Schließlich ist die App gratis. Falls es in diesem Anforderungsbereich bessere Alternativen gibt, lasst es mich wissen.

Mein erstes Navigationsgerät, ebenfalls von Navigon, habe ich 2008 gekauft – und ich würde heute sagen, dass es besser und zuverlässiger war als Nokia Here Maps von 2015. Abstriche nur in der Bedienfreundlichkeit und natürlich in der Aktualität des Kartenmaterials. Ich lasse das mal als Fazit so stehen.

gesehen. Sons of Anarchy: Season 1

Das sind sie also, die Sons of Anarchy. Die Serie ist in den letzten Jahren komplett an mir vorbeigegangen, irgendwie auch, weil der Titel so nichtssagend ist. Ergeht mir häufiger so, aber das macht ja auch nichts. Irgendwann wurde jedenfalls die fünfte Staffel in meiner Twitter-Timeline hochgelobt und ich wurde neugierig. Netflix hat derzeit die Staffeln 1-3. Und die erste Staffel habe ich soeben abgeschlossen.

SOA S1Sons of Anarchy ist eine Serie über den gleichnamigen, fiktiven Motorradclub in den USA. Angesiedelt in einer Kleinstadt führt der MC dort eine Werkstadt und ist tief involviert in illegale Waffengeschäfte. Rivalisierende Clubs und schmierige Kooperation mit der örtlichen Polizei sorgen für ordentlich Erzählstoff, und nicht zuletzt bekommen wir mit Jax als rastloses Mitglied des MCs eine Hauptfigur, dessen interessantes Privatleben eine wichtige Rolle spielt.

Überzeugen konnte mich diese erste Staffel von Sons of Anarchy insbesondere durch den wirklich guten Cast auf Seiten des MC (vor allem Charlie Hunnam und Ron Perlman) und seinen für mich überraschend vielschichtigen und interessanten Charakteren. Auch das Set um die Motorradwerkstatt und die Chapel ist große Klasse. Relativ schwach hingegen beide Plots um die beiden ATF-Agenten, die als Gegenspieler des MC auftreten. Hier sehe ich noch großes Verbesserungspotenzial. Insgesamt jedoch bin ich höchst gespannt auf den Fortlauf in der zweiten Staffel – das Potenzial ist enorm, denn der Erzählstoff wirkt auf mich sehr unverbraucht.

07/10 mit starker Tendenz nach oben
gesehen auf: Netflix

Guten Hunger.

Neulich bei Lidl. Genau, der Schuppen mit der absurden Werbekampagne. Anderes Thema.
Im Eingangsbereich unterhalten sich gerade zwei Personen.
Es ist ca. 12 Uhr.
Person 1: „Oy, was machst du denn hier?“
Person 2: „Joa, ich hatte heute morgen nur ne Tüte Haribo zum Frühstück, dat hält ja nicht so lang vor. Brauche mal wat vernünftiges zum Mittach, weißte?“

Wenig später stehen die beiden genau vor mir an der Kasse. Ich begutachte den übersichtlichen Einkauf von Person 2.

Eine Tüte Chips und ne Schachtel Zigaretten.

Na dann guten Hunger.

gespielt. The Order: 1886

Zugegeben: Dieses Spiel hatte ich vor knapp einem Monat noch überhaupt nicht auf dem Radar. Die Announcements und Trailer auf diversen Veranstaltungen ließen mich kalt, da sie mir mehr den Eindruck eines „yet another 3rd person shooter against supernatural villains“ hinterließen.

the order 1886

Jetzt ist es erschienen, und aus den ersten Meinungen zum Spiel zog ich vor allem folgende Message: sehr kurze Spielzeit, teilweise mehr Film als Spiel. Und da machte es bei mir *klick*. Wahrscheinlich mache ich mich bei Sony gerade etwas unbeliebt, aber ich habe das Spiel für knapp 30€ gebraucht gekauft. Es ist eindeutig ein Spiel, das man an einem Wochenende durchspielen kann und dann wieder zur Videothek zurückbringt. Sony möchte hierfür irgendwas zwischen 60 und 100€ haben – das ist das Spiel definitiv nicht wert.

The Order: 1886 ist in Kapitel aufgeteilt, 16, um genau zu sein. Einige dieser Kapitel sind komplette Filmszenen, in denen man wirklich nur zuschauen darf. Betonung auf „darf“, denn The Order ist wirklich verdammt gut inszeniert. Das ganze Spiel läuft im Bildformat 2,40:1 – und das funktioniert richtig gut. Während des Spielens merkt man nur selten einen Bruch zwischen reiner Filmsequenz und Spielsequenz. Die Kamera ist permanent leicht unruhig, und interessanterweise gefiel mir gerade dieser Aspekt besonders gut. Ein weiteres zentrales Element sind Quick-Time Events, die in dieser Art Spiel scheinbar nicht fehlen dürfen. Das Spiel ist streng linear – man hat so gut wie keine Freiheiten, den Fortlauf in irgend einer Weise zu beeinflussen. Strengenommen wechseln sich Filmsequenz – Quicktime – Schauplatz untersuchen – Shootout in verschiedenen Reihenfolgen ab. Die Shootouts sind leider der große Schwachpunkt von The Order – leider. Die KI ist entweder streng gescriptet oder strohdumm, und das ganze ist dazu noch sehr schlecht ausbalanciert. Hier fehlt extrem viel Feinarbeit, offenbar musste The Order zum Schluss schnell fertiggestellt werden. Schade eigentlich.

Ein weiterer großer Schwachpunkt ist das Storytelling. Der Prologue von The Order ist zwar große Klasse, aber darüberhinaus gelingt es den Entwicklern nicht, mich als Spieler in die Welt hineinzuziehen. Ich hatte große Schwierigkeiten, in die Welt einzutauchen und wusste phasenweise nicht, warum und gegen wen ich überhaupt gerade kämpfen soll. Erst nach ca. 5 Kapiteln hat mich das Spiel wieder eingefangen, und dann beginnt auch der mit Abstand beste Teil des Spiels. Zum Schluss wirds leider wieder etwas fad.

Und bitte, liebe Entwickler, hört mit diesen Audiologs auf. Egal ob Halo 3: ODST, Bioshock Infinite oder jetzt The Order: 1886 – das funktioniert (für mich) schlicht nicht. Alternatividee: produziert spielbegleitende Podcasts, die ich mir anhören kann, wenn ich das Spiel durch habe.

07 / 10
gespielt auf: PlayStation 4

Best audio intros in media, part 2

Der Steffen (@Whistler82) war so nett und hat diese tolle Liste noch um viele tolle Intros erweitert – das geht leider in den Kommentaren etwas unter. Ich darf das hier mal hervorheben – da sind wirklich tolle Stücke dabei!

„Cooler Blogpost zu dem ich mich schon bei dessen Erscheinen äußern wollte, was aber irgendwie in Vergessenheit geriet. Als ich dann gestern zusammen mit meiner Freundin Akte X schaute, schoss mir quasi die Erinnerung an diesen Post wieder ins Gedächtnis. Mit dieser Einleitung habe ich auch gleich meine erste Ergänzung genannt. Einfach Kult. Wer pfeift da nicht mit?

Als nächstes möchte ich deinen Aufhänger sozusagen kontern. Visuell kommt es zwar nicht ganz an die Game of Thrones Intros heran aber musikalisch ist das Intro von den Tudors definitiv ebenbürdig.

Einer meiner absoluten Favoriten ist das Firefly Intro. Diese Melodie läuft auf der Blu-ray auch als Musikunterlegung des Menüs und ich habe es lange, oft und laut laufen lassen. Da will man wahlweise entweder auf einem Pferd durchs Wohnzimmer galoppieren oder mit der Serenity durchs All freelancen. Leider habe ich nur eine Fassung mit Standbild gefunden. Irgendwie ist das bei Serienintros öfter ein Problem. 🙁

Zur Abwechslung, das in meinen Augen ultimative Theme aus dem Bereich Games, perfekt choreographiert zu dem damaligen Halo 3 E3 Trailer. Ich wusste das Halo nicht mein Ding ist und als ich Halo 3 dann doch gekauft hatte wurde dieses Wissen bestätigt. Aber dieser Trailer sorgte dafür, dass ich das Spiel gekauft habe!

http://youtu.be/61riPrD-ny8c

Ebenfalls erwähnenswert ist das Theme zu Breaking Bad. Ein richtiges Intro hat die Serie ja eigentlich nicht aber dieses Theme, das in mannigfaltigen Variationen vorkommt ist einfach so dermaßen markant und geht definitiv nicht aus dem Kopf.

Ein musikalischer Exot ist definitiv das Theme zu Battlestar Galactica. Dieser Höreindruck wird dann auch durch die Wikipedia bestätigt (Zitat: „Der markant fremdartig wirkende Gesang aus dem deutschen Vorspann aller vier Staffeln der Serie ist eine Vertonung des Gayatri-Mantras, der bedeutendsten vedischen Hymne im Hinduismus.“). Die Serie ist, obwohl „nur“ eine Art Remake (Reinterpretation trifft es besser), in ihrer Umsetzung relativ unkonventionell. Mag man oder auch nicht. Bei mir war es nicht die Liebe auf den ersten Blick aber mittlerweile halte ich die Serie für eine der besten im Sci-Fi Genre.

Aus der Kategorie „superber audiovisueller Einstimmer“ bei denen vor allem die Kombination aus Musik und Bilder auf den Punkt sind, möchte ich hier einmal Walking Dead nennen.

Und in derselben Kategorie aber für mich noch eine Spur besser True Blood. Ist musikalisch einfach noch einen Zacken besser und visuell inspirierter. Hier weißte sofort „jo das spielt in den Südstaaten“.

http://youtu.be/Wet5OM7RR8Q

Auch passend und Stimmungsvoll ist das Intro zu Sons of Anarchy. Steht aber nicht auf derselben Stufe wie die drüber genannten Dinge. Ist aber trotzdem erwähnenswert weil es eine gut gemachte Variation des Themes und Intros gibt während der MC in Staffel 3 in Irland unterwegs ist. Unten folgen die Links. Leider leider nur mit Standbildern. So knickt der demonstrative Effekt natürlich ein.“


Danke Steffen!

Gastspiel: Homestorys

Ich war zu Gast bei dem wunderbaren Homestorys-Podcast! Dieser wunderbare Podcast wurde von Stefan ins Leben gerufen und kreiert, und dort lässt er sich von seinen Gästen erzählen, wie sie wohnen. Wunderbare Episoden über den Hausbau in Texas über ein Werder Bremen-Haus bis hin zur Wohnungssuche als Rollstuhlfahrerin in London sind dort bereits erschienen. Mein Beitrag dreht sich darum, wie es ist, 40 Tage auf einem Forschungsschiff zu sein und quasi dort zu wohnen.

Hört rein:
Homestorys_logo

Best audio intros in media

Es gibt da draußen eine Unmenge von Medien, die uns tagtäglich mit ihren Klängen beeinflussen – mal mehr, mal weniger prägnant. Ich hab mir mal die Mühe gemacht und einige Themes und Intros aus verschiedenen Medien herausgesucht, die mich am tiefsten beeindruckt haben, oder die schönsten Ohrwürmer erzeugen können. Sicherlich kann man diese Liste noch um einiges erweitern – Vorschläge sind in den Kommentaren daher gern gesehen 🙂

Game of Thrones: Ein wuchtiges, tiefdunkles Cellointro, das sich hier mit dem wahrscheinlich brilliantesten Vorspann der TV-Geschichte gepaart hat. Whoa – alleine deswegen muss man diese Serie gesehen haben.

https://www.youtube.com/watch?v=Z-TOHc7I1pc

Super Mario Land: schon nach den ersten zwei Tönen kann jeder die Melodie diesem Titel zuordnen. Weil es das Mario-Spiel ist, mit dem für mich die Videospiel-Leidenschaft erst so richtig begann, steht es hier stellvertretend auch für die vielen anderen Mario-Melodien, die man einfach gehört haben muss.

Star Wars: Jedes Kind weiß, dass nach diesen Klängen etwas unheimlich episches folgt. Naja, zumindest bei der alten Trilogie.

Die Sendung mit der Maus: Das vielleicht großartigste, was das deutsche Fernsehen je hervorgebracht hat. Die Titelmelodie verströmt wie keine andere eine Kombination aus guter Laune, Neugier, und Verspieltheit. Und sie bleibt extrem im Kopf hängen. Gut so!

CRE: Es gibt viele Podcasts da draußen mit tollen Intros – das von CRE, gleichzeitig einer der ältesten Vertreter in der Podcastszene überhaupt, bleibt mir am stärksten im Ohr haften. Schöner Hacker-Retro-Charme!

Hier reinhören

House: Insgesamt existieren drei Intros zu dieser Serie – eins brillianter als das das andere. Mir gefällt das Singapore Theme am besten.

Giana Sisters: Dieser Titel steht hier etwas unter Vorbehalt, weil ich die Melodie erst vor kurzem richtig schätzen gelernt habe. Gespielt habe ich Giana Sisters nie, aber dank der Verwendung als Intromusik beim tollen Stay Forever Podcast wurde sie mir in den letzten Jahren regelmäßig injiziert. Wer einen guten Remix findet, darf mich gern darauf hinweisen – alle Remixe, die ich mir bisher auf Youtube angehört habe, haben mich bisher nicht ansatzweise so begeistern können wie das Original.

Civilization 4: Das ist einfach Magie pur. Ich legte das Spiel anno 2005 ins Laufwerk, installierte es, freute mich auf die erste Partie – und blieb im Hauptmenü hängen. Lauschte diesem Lied, das dort in Endlosschleife läuft, für mindestens 30 Minuten. Baba Yetu heißt es, und ich empfehle an dieser Stelle auch das Album Calling all Dawns des Künstlers hinter diesem Meisterwerk, Christopher Tin. Zu Recht gewann dieser Song als erstes Videospiel überhaupt einen Grammy.