Top & Flop 2011

Wie schon im letzten Jahr ein kleiner Jahresrückblick von mir (auch wenn das Jahr noch nicht zuende ist, ich weiß). Fangen wir einfach mal an:

Bester Podcast: Bits und so
Quasi eine Wiederauferstehung, nachdem ich 2010 schon kurz davor war, diesen Podcast abzusägen. Aber seitdem hat sich der Cast mit einigen Neuzugängen wirklich guttuend erweitert. Und kein anderer mir bekannter Podcast schafft es, regelmäßig eine Gruppe aus meist 3-6 Teilnehmern so zu koordinieren, dass ein Podcast- und Radiotaugliches Format dabei entsteht, sprich kaum jemand dazwischen quatscht (gutes Gegenbeispiel, wo dies häufiger aus dem Ruder läuft: mobileMacs).

Bester Podcast-Newcomer: Top Score
Dieses Jahr waren echt so einige Leckerbissen dabei. Aber richtig aus den Socken hat mich der Top Score Podcast vom Minnesota Public Radio geschlagen. Zum Thema Videospiel Scores und Soundtracks gab es zwar schon etliche Podcasts, aber Emily schafft es zudem, auch noch die richtigen Leute vors Mikrofon zu bringen. Grandioser Podcast, klarer Hörbefehl!

Best Movie: —
In dieser Kategorie fiel es mir schwer, eine Entscheidung zu fällen. Dieses Jahr habe ich zwar doch den ein oder anderen guten Film im Kino gesehen, aber kein einziger war dabei, der den Titel „Film des Jahres“ wirklich verdient hätte. Daher nur drei kurze Empfehlungen: Contagion, Hereafter, True Grit. Sucht euch was aus! (Ja, in allen drei Filmen spielt Matt Damon mit. Sorry.)

Bestes Spiel: Forza Motorsport 4 (Xbox 360)
Zwei Jahre nach Teil 3, einem der meistgespielten Spiele in meiner Sammlung, erscheint Teil 4. Und irgendwie machte das Spiel auf mich den Eindruck, als sei es nur eine marginale Überarbeitung mit wenigen neuen Fahrzeugen und Strecken. Daher verschmähte ich es erst… und schlug dann doch zu. Und es sollte sich definitiv auszahlen, denn Forza 4 schafft in vielen Punkten die Perfektion des auf der aktuellen Technologie Möglichen. Deutlich bessere Fahrphysik, deutlich überarbeitete und sauberere Grafik, mehr Fahrzeuge auf der Strecke, phänomenale Präsentation, brauchbarer World Tour Modus und es ist endlich viel weniger stressig, sich das Auto seiner Wahl zusammenzuzimmern. Forza 4 ist schlicht und einfach DAS Rennspiel. Kaufen.

Bestes iPhone-Spiel: Scribblenauts
Fast schon in Vergessenheit geraten ist dieser Titel, der 2009 auf dem Nintendo DS sein Debut feiern konnte und den ich damals vorbestellt hatte. Fasziniert hat mich einfach das Spielprinzip: Löse Aufgaben, indem du die notwendigen Hilfsmittel selbst hinschreibst. Ist das Ziel eines Levels beispielsweise, von der Krone eines Baumes einen goldenen Stern herunterzuholen, kann man z.B. „Leiter“ hinschreiben und mit dieser dann hinaufklettern. Oder man schreibt „Axt“ und fällt dem Baum. Oder man schreibt „Feuer“ und fackelt den Baum einfach ab. Oder…
In diesem Stil läuft das gesamte Spiel ab, und die Aufgaben könnten vielfältiger nicht sein. Ein Löwe ist müde, kann aber nicht schlafen? Mit einer Decke seine Höhle abdunkeln hilft. Oder einfach „Mond“ eintippen und somit den Tag zur Nacht machen. Leider war die DS Version von einer miserablen Steuerung betroffen. Auf dem iPhone funktioniert dies jedoch perfekt und macht das Spiel zu einer wirklichen Empfehlung.

Beste iPhone App: Reeder
Dieser RSS Reader, der sich unter der Haube mit dem Google Reader synchronisiert und somit auch geräteübergreifend einen tollen Job macht, ist eine wirklich sehr angenehme App, mit der ich eine Handvoll Blogs verfolge. Diese werden angenehm aufbereitet mit einer schönen Typografie, und auch Bilder im Text werden an die Anzeige des iPhones optimiert. Passend dazu: Die Reeder App für den Mac.

Blog des Jahres: London Leben
Für all diejenigen, die nach dem vorherigen Tipp sich nun schnell die Reeder App geholt haben und nicht wissen, was sie dort hineinwerfen sollen: London Leben, ein Blog von Konstantin Binder. Gebürtiger Deutscher, lebt seit einigen Jahren in London und hat sich in die Stadt verliebt. In schöner Regelmäßigkeit teilt er seine Entdeckungen in kurzen Blogposts mit schönen Fotos garniert. Und da ich selbst dieses Jahr zum ersten Mal die Großartigkeit dieser Stadt kennenlernen durfte, kann ich nur vollstens zustimmen. London ist toll. Dieser Blog auch. Viel Spaß!

Beste Rennserie: Formel 1
Was für ein Jahr! Für mich ist 2011 die Saison der Wiederauferstehung der Formel 1. Viele Änderungen haben dazu beigetragen, dass die Königsklasse des Motorsports wieder deutlich attraktiver geworden ist. Fantastische Reifen, DRS und KERS haben meiner Meinung nach der Sportart gut getan. Und auch wenn Vettel die Saison mehr als dominiert hat ist es einfach irre zu sehen, wie der Junge in den letzten drei – vier Jahren dazugelernt hat. Wie oft er im Qualifying erst mit dem letzten Schuss noch die entscheidenden Hundertstel herausgekitzelt hat, um auf die Pole zu gelangen. Wie Button mit einer unglaublichen Eleganz den McLaren reifenflüsternd durch die Kurven schiebt. Wie Alonso den Ferrari permanent auf 110% ausquetscht. Wie Hamilton am liebsten mit einem Panzer durch Massa hindurchfahren würde. Das ganze garniert mit 12 komplett unterschiedlich designten Autos, etwas, was die Formel 1 so einzigartig macht und was hoffentlich noch viele Jahre so beibehalten wird.
2012 fahren sechs Weltmeister in der Formel 1. Da schnalze ich elegant mit der Zunge und freue mich auf spannende Duelle, nicht nur an der Spitze.

Größter Fail: Playstation Network
Kann ja mal passieren, dass Hacker versuchen, eine Online Platform aufzuknacken. Aber dass Sony dann dort einfach mal meine alten Daten (ich gebe zu, ich war zu doof meine Accounts dort beizubehalten anstatt sie zu löschen, weil ich sie schon lange nicht mehr brauche…) auf dem Präsentierteller den Hackern hinterhergeworfen wird ist ein Unding und in der heutigen Zeit schlicht unendlich peinlich.

Und sonst so?
Guttenberg ist abgetreten (++) ### Guttenberg ist wieder da (-) ### Steve Jobs ist tot (–) ### Atomkraftwerke sind doof (–) ### FDP ist doof (++) ### Wulff (-) ### Piraten im Landtag (+) ### erster grüner Ministerpräsident (+) ### Holstein Kiel im DFB Pokal Viertelfinale (++) ### to be continued…

Ich wünsche allen ein Frohes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins neue Jahr 2012!

Ein Gedanke zu „Top & Flop 2011“

  1. Orientiert an deiner Struktur werde ich mal meine Sichtweise des Jahres 2011 zum Besten geben.

    Was den besten Podcast angeht stimme ich zu. Nach einem Tal ging es bei Bits und so wieder deutlich aufwärts. Einziges Manko, die Dauer kratzt häufig an der 3h Marke, jede Woche ist mir das einfach zu lang und so habe ich mir angewöhnt gegebenenfalls auszusetzen wenn die Themen mich nicht ansprechen.

    Mein Podcast-Newcomer bzw. meine persönliche Neuentdeckung des Jahres im Sektor der Podcasts ist Got Nexxt. André Voigt (Chefredakteur der Five und Mitautor des Buches Planet Basketball) plaudert meistens alleine, manchmal auch mit Gästen primär über Ereignisse in der NBA. Dabei punktet er vor allem mit seiner Expertise und einem unterhaltsamen Erzählstil der manch 2-3 köpfige Runde alt aussehen lässt (bestes Beispiel die Fanboys *gähn*).

    Das Thema Filme hatten wir ja schon des öfteren in Twitter. Meiner Auffassung nach gab es 2011 eine ganze Reihe guter Filme. Hier wären vor allem folgende zu nennen: The King’s Speech, True Grit, Source Code, X-Men: First Class, Harr Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2, Planet der Affen: Prevolution, Contagion, Thor und Der Gott des Gemetzels. Wobei erstgenannter mein Favorit auf den Film des Jahres ist, dicht gefolgt von Contagion und Planet der Affen. Mit The Ides of March steht zudem noch ein Hochkaräter zum Ende des Jahres an. Moneyball und J. Edgar schaffen es erst 2012 in die deutschen Kinos und verstärken den freudigen Ausblick auf ein potentiell großartiges Kinojahr mit Django Unchained, Prometheus, The Avengers, The Dark Knight Rises, Die Eiserne Lady und natürlich vor allem Der Hobbit.

    Ein bestes Spiel auf der Xbox gibt es für mich dieses Jahr nicht. Klar die Qualität der ist gegeben und es gab auch interessante Titel aber am Ende war ich überwiegend genervt und gelangweilt von den stetigen Neuaufgüssen einer Branche die leider erwachsen geworden ist.

    Das beste iPhone Spiel für mich ist auch dieses Jahr wieder Carcassonne. Geht in gewisser Weise ja auch als Neuheit durch dank der der kürzlich erschienen Erweiterungen. 😉 Scribblenauts muss ich noch ausprobieren, dazu bin ich noch nicht gekommen.

    Mein Favorit aus dem Bereich iPhone App ist nicht Reeder (die App benutze ich schon seit letztem Jahr) sondern Tweetbot. Ein Twitter-Client der aus dem Stand heraus jeden Konkurrenten in den Schatten gestellt hat und über das Jahr hinweg mit sinnvollen Updates erweitert wurde. Exemplarisch seien hier Tweetmarker-Support und Push Notifications genannt.

    Einen Blog des Jahres habe ich nicht aber eine Feststellung des Jahres im Bereich der Berichterstattung und deren Konsumierung. Blogs in denen intelligente Menschen ihre Beobachtungen, Meinungen und Erfahrungen zum Besten geben, sowie manch weniger populäre Quelle sind oft mehr wert als das was gemeinhin als Standard empfunden wird. Bestes Beispiel ist hier SpOn, die mir dieses Jahr mehrfach aufgefallen sind mit schlechter Recherche. Hauptsache der Count der rausgeblasenen Artikel ist hoch um viele Klicks zu generieren, da ist es mit der inhaltlichen Qualität nicht weit her und da werden auch gerne mal Passagen recycelt.

    Was die Formel 1 angeht kann ich mit dir nicht d’accord gehen. Viele Rennen waren wie eh und je von Langeweile und Vorhersehbarkeit geprägt. Daran ändern auch die künstlich generierten Überholmanöver nichts, zudem sich selbige in der Regel wieder selbst aufgehoben haben. Bekam man dann doch mal einen spannenden Einzelevent geboten, insgesamt betrachtet war die Saison trotzdem aufs übelste vorhersehbar und deutlich von der Dominanz des Red Bull’s geprägt. Naja und Vettel, klar kann er was. Wie viel das wirklich ist werden wir sehen wenn sein Flitzer mal nicht mit Abstand das beste Auto ist. Charakterlich hat er für mich im Vergleich zu seinen Anfängen einen klaren Schritt zurück gemacht. Stetiges Grinsen und teilweise absurde Aussagen reizen mich aufs äußerste.

    Mein sportliches Highlight war dieses Jahr ganz klar die Meisterschaft der Dallas Mavericks rund um Dirk Nowitzki. Zum einen freut mich sein verdienter Erfolg, denn für mich ist er DER deutsche Sportler schlechthin. Diese Meinung begründet sich sowohl in seinen Leistungen als auch in seinem Charakter bzw. Auftreten. Zum anderen, weil es mit die besten Playoffs und Finals gewesen sind die ich je gesehen habe. Hier sei erwähnt, dass meine Liebe zum Basketballsport dieses Jahr eine Wiederbelebung erfahren hat. Begründet in der Abstinenz der NBA im deutschen Free-TV (ich hasse Sky aber dort gibt es bekanntlich auch keine NBA mehr) konnte ich diesem Interesse jahrelang nicht nachgehen. Über meine Mutter, die in ihrem Geschäft auch Zeitschriften vertreibt, bin ich dann auf die Five gestoßen, über die Five dann auf Got Nexxt und darüber auf den League Pass. Was ist das? Der League Pass ist ein Streaming- und On-Demand-Service der NBA. Dort kann man alle Spiele der NBA sehen wann man will (in HD versteht sich). Eine absolut großartige Sache und in Amerika bieten alle Ligen einen solchen Service an. Andere Ligen und Veranstalter sollten sich daran ein Beispiel nehmen. So war es ein Ding der Unmöglichkeit nachträglich das angeblich spektakuläre Formel 1 Rennen in Kanada sehen. Bernie schiebt sich halt lieber mit Bänkern gegenseitig die Millionen zu statt seinen „Kunden“ das zu bieten was sie haben wollen.

    Größter Fail? Hm mit dem PSN hast du gut vorgelegt. Mir liegt aber etwas anderes am Herzen. Ich bin die deutsche Fernsehlandschaft leid. Egal ob es um Filme, Serien, Sport oder halt generell das Niveau bei RTL und Co geht. Pay-TV wie es in Form von Sky gelebt wird ist für mich auch keine Lösung. Ich kann und will mich nicht mehr (vor allem bei Serien) nach den Sendezeiten richten. Es wird langsam Zeit die Möglichkeiten der Technik zu nutzen. Streaming in HD ist kein Hexenwerk mehr und zu vernünftigen Preisen möchte ich auch hierzulande endlich so etwas wie Hulu+ oder Netflix angeboten bekommen. Erste Ansätze gibt es bereits indem man verpasste Folgen für einen begrenzten Zeitraum auf den Internetpräsenzen der Sender abrufen kann. Die Umsetzung ist allerdings noch eher zweifelhaft und nicht lückenlos. Was ist beispielsweise für RTL so schwer daran das man sich ein Formel 1 Rennen noch eine Woche lang on demand anschauen kann wenn man eh schon einen Live-Stream anbietet? Was Serien und Filme angeht sind DVD und Blu-ray also nach wie vor unverzichtbar.

    Und sonst so? True Blood und Game of Thrones sind meine Serienentdeckungen des Jahres. Klarer Schaubefehl wie Timo sagen würde. Nip/Tuck unterhält mich nach wie vor auch wenn es scheinbar gegen Ende der Serie nachlässt.

    Abschließend möchte ich diesen Jahresrückblick Elli widmen. Dank ihr ist mein Beziehungsleben in diesem Jahr endlich da angekommen wo es hingehört – bei ihr – und so kann ich Ende 2011 auf ein glückliches Jahr zurückblicken. 🙂

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