Bye bye, Google Reader

Die Ankündigung von Google, seinen Reader-Dienst einzustellen, hat mich zugegebenermaßen recht entzürnt. Ich habe eine ganze Menge an RSS-Feeds von diversen Blogs abonniert und in Ordner kategorisiert, die ich jeden Tag mehrfach aufrufe. Googles Reader-Dienst galt als das Sync-Mothership, welches die Feeds an die diversen Endgeräte weitergeleitet hat die so immer synchron gehalten wurden. Gelesen habe ich die Feeds mittels Reeder sowohl auf iPhone als auch auf meinen beiden Macs.

Nun ist bald Schluss. Google hat den Reader bereits von sämtlichen Seiten gestrichen, er ist nur noch direkt über http://www.google.com/reader aufrufbar. Und am 1. Juli wird er endgültig gekillt. Nach Alternativen habe ich lange Ausschau gehalten. Als vielversprechende Kandidaten haben sich beispielsweise Feedly, Newsblur, Digg und Fever entpuppt. Doch letztendlich entschied ich mich für den kostenpflichtigen Dienst Feedbin.me. Sicherlich mehr aus Bequemlichkeit, ist dieser Dienst doch bereits jetzt in Reeder integriert, so dass ich direkt dort weitermachen kann, wo ich am Ende vom Google Reader aufgehört habe. Die Migration von Google zu Feedbin gestaltet sich easy – einfach bei Google den Datenexport anstoßen, und die herausfallende xml-Datei in Feedbin reinwerfen, fertig. Unterschiede sind nur marginal – Google verwendet Ordner, Feedbin verwendet Tags.

Es bleibt so, wie es ist - dass ich Reeder zu einem komplett anderen Dienst migriert habe, fällt überhaupt nicht auf
Es bleibt so, wie es ist – dass ich Reeder zu einem komplett anderen Dienst migriert habe, fällt überhaupt nicht auf
Ich habe die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und gleich mal ein paar alte Feeds ausgemistet, neue eingefügt, vieles neu sortiert. Und alles ist wie vorher – nur das Mothership ist nun ein anderes. Auf dem Mac ist Reeder leider noch nicht in dem Stadium, hier wird derzeit nur Google unterstützt – gleiches gilt für die iPad Version. Generell wird Reeder sehr sparsam weiterentwickelt. Support für Feedly ist beispielsweise angekündigt, lässt aber noch auf sich warten. Dennoch ist diese App mein absoluter Favorit unter den Feedreadern. Den Umweg über den Browser gehe ich gerne mit, solange ich auf ein Reeder-Update für den Mac warte.

Die 2$ im Monat hätten dir gehören können, Google!

Für welche Google-Alternativen habt ihr euch entschieden?

2 Gedanken zu „Bye bye, Google Reader“

  1. Also generell denke ich, dass für RSS fast nichts Besseres passieren konnte, als das Google das ungeliebte Stiefkind ersäuft. Klar irgendwie war mit dem Google Reader immer alles easy, da es mit seiner API für alles und jeden das Zentrum des Syncs darstellte. Allerdings hat Google eben auch so gut wie nix in RSS investiert. Was man anhand der Webview, die im Idealfall die Wertung „zweckmäßig“ erhält, auch gut sehen konnte.

    Google war immerhin so nett und hat die Abschaltung des Readers langfristig angekündigt, so dass sich die potentiellen Nachfolger verhältnismäßig gut drauf einstellen konnten. Meinerseits gab es schon eine gewisse Vorfreude diesbezüglich aufgrund der anstehenden Vielfalt. Diese Vielfalt resultiert bei mir derzeit jedoch vor allem in vielen Gründen warum einige Google Reader Nachfolger für mich nicht in Frage kommen und somit für einiges Stirnrunzeln/Kopfzerbrechen. Gehen wir sie mal aus meiner Sicht durch.

    AOL Reader: Vielleicht tue ich dem Unternehmen unrecht aber von denen will ich einfach nix. Abgesehen davon gibt’s eine recht schlichte Webview und keine API für Apps, was ein no go für mich ist.

    Digg: Hier dachte ich, das was großes gutes auf uns zukommt und nun das. Die Bilder der App aus dem App Store sehen furchtbar aus (weil viel Platz verschwendet wird). Für die Webversion braucht man eine Einladung und sie schaffen es doch tatsächlich, auf ihrer Webseite nicht mal einen Screenshot der Webview zu präsentieren. Noch dazu gibt’s scheinbar keine API. 6 setzen! Grandios verkackt.

    Feed Wrangler: Scheint die Tochter von Augenkrebs zu sein. Ansonsten gibt’s immerhin eine API aber nützt mir halt nichts wenn ich beim Anblick der Webview kotzen muss.

    Fever: Ich habe weder die Zeit noch die Lust mir einen eigenen Webserver für die Nutzung von RSS einzurichten und zu betreiben. Punkt.

    Newsblur: Die Webview sah eher so mittelscheiße aus, jedoch war ein Update angekündigt. Als dies veröffentlicht wurde, wirkte das eher wie ein dezent aufgefrischtes Theme der bisherigen Ansicht. Aber naja, was will man erwarten wenn hinter einem Projekt nur eine einzelne Person steht? Das allein ist schon abschreckend genug. Was ist wenn dem Mann die Zeit, Lust oder das Lebenslicht ausgeht? Aber ok das Problem haben auch viele Apps aus dem App Store wenn man mal ehrlich ist. Ansonsten gibt’s bei Newsblur eine durchschnittliche App und wieder mal keine API.

    Also bin ich erstmal bei Feedly gelandet. Generell waren die Jungs seit der Ankündigung der Google Reader Beisetzung extrem fleißig. Stand jetzt, bieten sie eine aufgeräumte Webview für die man keine Browsererweiterung mehr benötigt und haben eine API geschaffen, so dass man sich die begrenzt gute Experience der Feedly eigenen Apps ersparen kann.

    So weit so gut sollte man meinen. Aber nein, weit gefehlt, denn die App-Landschaft kommt nicht hinterher (mutmaßliche Ursache sind die weiter oben bereits kritisieren ein-Mann-Projekte). Mein absoluter Favorit unter den RSS Apps, der von Timo ebenfalls genutzte Reeder von Silvio Rizzi, hat maximal verpennt. War aber fast zu erwarten, immerhin prangt auf seiner Website der Spruch „Development of Reeder will continue after July 1st“. Ja super. War bisher schon immer die Diskrepanz zwischen iPhone und iPad Version ein nerviger aber zu verschmerzender Aspekt an der Nutzung dieser formidablen App, wiegt die Abwesenheit nutzbarer APIs nun unendlich viel schwerer. Auf iOS hat lediglich einer richtig durchgestartet und zwar der Entwickler der App Mr. Reader. Der hat rangeklotzt und alle nun wichtigen APIs eingebaut. Bringt mir aber nur die Hälfte weil Mr. Reader eine reine iPad App ist. Die Hoffnungen liegen also auf Herrn Rizzi und das er mal in die Puschen kommt. Angesichts dessen was man in Sachen Geschwindigkeit von ihm gewohnt ist, ein sehr frustrierender Zustand. Zumal man auch nicht genau weiß ob man dann gleich auf beiden iOS Plattformen versorgt wird. Der auf seiner Homepage verwendete Terminus „in the coming months“ klingt bedenklich.

    Hier kommt dann eventuell auch für mich Feedbin ins Spiel. Hat scheinbar eine nette Webview und eine API. Im Falle von Feedbin könnte ich auf dem iPhone Reeder nutzen (da Feedbin dort bereits integriert ist) und auf dem iPad Mr. Reader. Schade dass man bei Feedbin die Katze im Sack kauft. Ein einwöchiger Testzeitraum wäre schon schön gewesen.

    So bleibt mir als derzeitiges Fazit nur zu sagen, schaumer mal. 😉

  2. Danke für die ausführliche Zusammenfassung! Die langsame Weiterentwicklung von Reeder ist auch der ausschlaggebende Punkt gewesen, weshalb ich eine bereits integrierte Lösung gewählt habe (eben Feedbin). Mr. Reader gibt es leider nicht auf dem iPhone, und soweit ich es überblicken konnte, gibt es sonst eben keinen RSS-Reader, der meinen Bedürfnissen entspricht. Und zuallermeist lese ich meine RSS-Feeds auf dem iPhone. Leider kann man nur mit Kreditkarte zahlen und hat keinen Probezeitraum. Aber ich bin gerne bereit für einen solchen Dienst zu zahlen, und in diesem hektischen Zeitraum 4 Tage vor dem Google-Reader Exitus erschient mir das als die praktikabelste Lösung.

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