Formel 1: Leading Edge?

Ich muss hier mal die Lanze brechen, nachdem ich in letzter Zeit sowohl von der Community, als auch dem Medien, immer mehr Kritik an der Formel 1 lese und höre. Wobei, streng genommen gab es immer Kritik an der Formel 1, seit ich sie aktiv verfolge. Das kann ich ziemlich genau datieren, nämlich die Saison ’96. Es war Schumis erste Saison bei Ferrari, nachdem er 2x mit dem Teils unterlegenen Benetton Weltmeister wurde. So gesehen ärgere ich mich auch sehr, dass ich die glorreiche Zeit von Senna nicht wirklich miterlebt habe, weil ich einfach zu jung war.

Formel 1 ist seither meine Passion. Es gab Jahre, in denen ich kein einziges Rennen live verpasst habe, und sonst habe ich sie aufgezeichnet. Morgens um 4 Uhr für das Rennen in Suzuka aufstehen? Kein Problem. Ich habe mitgefiebert und geschwitzt, als Schumi im Jahre 2000 nach der brillianten Boxenstrategie gegen Mika Häkkinen den ersten WM-Titel seit 21 Jahren für Ferrari gewann. Das Jahr mit dem bis heute vielleicht brilliantesten Überholmanöver von Häkkinen gegen Schumi.

Ich war immer Schumacher-Fan, dazu stehe ich auch. Der Schreckmoment, als er 1999 den schweren Unfall in Silverstone hatte, ist mir gut im Gedächtnis geblieben. Genauso aber die erlösende Feier nach dem ersten Titel mit Ferrari, die dominierenden Saisons 2002 und 2004 samt kontroverser Stallregien (dagegen sind die Ereignisse aus Malaysia 2013 Kinderkram) und die spektakulären Fights mit dem aufmuckenden Montoya 2003.

Fast in jeder Saison, die ich seither verfolgt habe, gab es unvergessliche Ereignisse. Hier meine Favoriten herauszupicken ist schwer. Ziemlich weit vorne liegt wahrscheinlich Schumis Fabelrennen 1996 in Spanien, das ihm zum „Regenmeister“ machte. Oder Spa 1998, zum einen wegen des seither größten Startunfalles, zum anderen wegen der Kollision des überlegen führenden Schumachers gegen den zu überrundenden Coulthard. Vettels unvergessener Sieg im unterlegenen Toro Rosso 2008 in Monza. Als Jean Alesi im unterlegenen Prost 2001 nach dem 5. Platz seinen Helm ins Publikum wirft. Die spannendsten Saisonfinales waren wahrscheinlich 1997 (Schumi gegen Villeneuve), 2000 (Schumi gegen Häkkinen), 2007 (Raikkonen gegen Hamilton und Alonso) und 2008 (Massa gegen Hamilton), die teilweise erst in der letzten Kurve entschieden wurden.

Kontroversen gab es oft, und zeitweise war auch ich kurz davor, das Interesse zu verlieren. Am schlimmsten natürlich die Saison 2005, als keine Reifenwechsel während eines Rennens erlaubt waren. Zwei Reifenhersteller (Michelin und Bridgestone) sorgten für einen ungleichen Kampf, bei dem Ferrari mit Bridgestone keine Chance hatte. Und schließlich der Höhepunkt dieser absurden Saison in Indianapolis, als Michelin nach dem Trainingsunfall von Ralf Schumacher nicht mehr gewährleisten konnte, dass die Reifen ein ganzes Rennen über die Steilkurve aushalten würden. Gerade in den doch recht verschlossenen USA, die lieber ihren eigenen Rennserien vertrauten, wurden hier viele Karten verspielt.

Ohnehin wird seit 20 Jahren in der Formel 1 über die Reifen gestritten. Sei es über die Rillen, über die modifizierten Schlagschrauber, über die zeitweise trendigen Radkappen oder über die Haltbarkeit. Mit Pirelli hat die Formel 1 seit letztem Jahr einen Weg eingeschritten, den ich auch erst mit Skepsis verfolgte. Und nun verteidige.
Die Reifen der Formel 1 sind Leading Edge Technology. Dank ihnen wurde es möglich, dass trotz der immer mehr eingeschränkten Motoren immer bessere Rundenzeiten erzielt werden konnten. Selbst nach dem Umstieg von V10 auf V8 Motoren wurden die Rundenzeiten noch besser. Und blicken wir mal zurück: Zeitweise befand sich die Formel 1 wirklich in einer Identitätskrise, es wurde kaum noch überholt. Es wurden reine Strategierennen, insbesondere auf den von vielen zurecht kritisierten Tilke-Rennstrecken wie beispielsweise Abu-Dhabi und Bahrain. Die Aerodynamik der Fahrzeuge ist dermaßen perfektioniert, dass zugleich optimale Downforce als auch maximal verwirbelte Luft am Heck erzeugt werden, die ein einfaches Windschattenfahren deutlich erschweren. Actionrennen, wie sie manchmal in der GP2 zu sehen waren, sah man in der Formel 1 nur noch selten (mein Highlight hier, auf das ich immer wieder gerne verweise: Hamiltons Fabelrennen in 2006).

Dem wird seit einigen Jahren mit einigen Versuchen mal mehr, mal weniger erfolgreich künstlich entgegengewirkt. Derzeit helfen gleich vier Maßnahmen, dass in der Formel 1 wieder Action angesagt ist:
1. KERS. Wurde eine Saison erfolgreich getestet, dann untersagt, dann wieder eingeführt. Die Idee ist nicht neu, und wird beispielsweise in ähnlicher Form in der Formel 2 angewandt. Dort wird mir Einheitsmotoren gefahren, und jeder Fahrer darf bis zu 8x pro Rennen einen ordentlichen PS-Boost nutzen. In der Formel 1 dürfen die Fahrer derzeit bis zu 6 Sekunden pro Rennen einen Boost von 82 PS nutzen, das über Energierückgewinnung gewonnen wird. 2014 sogar 163 PS für fast 9 Sekunden. Dieser Boost kann frei eingeteilt werden, etwa stückweise für eine optimierte Rundenzeit, oder am Stück bei einem Überholmanöver.
2. DRS. Das Drag Reduction System ist sicherlich die abenteuerlichste Idee der Formel 1 der letzten Jahre, und definitiv auch der künstlichste Eingriff, um mehr Überholmanöver zu erzwingen. Wenn der hinten liegende Fahrer näher als 1 Sekunde an den Vordermann herangefahren ist, darf er auf 1-2 bestimmten Streckenabschnitten (natürlich Geraden) den Heckflügel öffnen, um weniger Luftwiderstand zu haben. Das hilft auf vielen Rennstrecken enorm, andere sind schlicht ungeeignet dafür. Probleme damit gab es selten, aber über die Art des Einsatzes bin ich auch nicht hundertprozentig erfreut. Ich würde es beispielsweise bevorzugen, wenn jedem Fahrer pro Rennen nur eine begrenzte Zahl an DRS- Einsätzen zugestanden wird.
3. Kein Nachtanken. Die beste Maßnahme des Formel 1 Reglements. Die Tankanlagen führten in der Vergangenheit zu vielen Unfällen, und sie versagten zu häufig den Dienst. Den Teams war oft nichts vorzuwerfen, da die Tankanlagen einheitlich waren und unter keinen Umständen modifiziert werden durften. Seither gibt es natürlich keine Tankstrategien mehr, dafür ist die Zeit für einen Boxenstopp erheblich gesunken. Es ist zu einem richtigen Sport geworden, die Reifen zu wechseln. Derzeit hält Red Bull den Rekord für den schnellsten Stopp, und dieses Jahr wird sicherlich noch die 2 Sekundenmarke fallen. Während die Red Bull Mechaniker die Reifen einfach ans Auto knallen und festschrauben, muss der Reifen bei Sauber noch präzise angesetzt werden, damit die Mutter nicht verkantet. Allein durch diesen Kniff konnte beispielsweise Vettel Hülkenberg in Shanghai 2013 in der Box überholen. Und insbesondere durch die neuen Pirellireifen ist dieser „Wettbewerb im Wettbewerb“ noch spannender geworden.
4. neue Reifenmischungen. Womit ich beim letzten, und derzeit wichtigsten Punkt wäre: die Reifenmischungen von Pirelli. Seit nicht mehr getankt werden darf, muss jedes Team stattdessen beide Reifenmischungen im Rennen mindestens eine komplette Runde lang gefahren sein (Ausnahme: Regenrennen). Und hier scheiden sich die Geister. Die Reifen bauen teilweise richtig stark ab. Das führt zu einfachen Überholmanövern der Fahrer, die mit frischen Reifen gegen einen Fahrer mit alten Reifen antreten. Kaum ein Team traut sich derzeit, mit zwei Stopps durchs Rennen zu kommen. Drei- oder sogar Vierstoppstrategien sind an der Tagesordnung, die Verlierer sind Teams, die ihre Autos nicht optimal darauf abstimmen können. Oder die Fahrer, die zu hart attackiert haben.

Meine Meinung ist die: Gerade durch diese Maßnahmen hat die Formel 1 extrem an Würze gewonnen. Was wir nun jedes Rennen auf der Strecke sehen ist eine Kombination aus purer Action und richtig spannenden Rad-an-Rad Duellen, als auch ein sehr Strategie-geprägtes Rennen der Verantwortlichen an der Boxenmauer. Ich begrüße das. Sicherlich, die aktuellen Abläufe sind bei weitem nicht perfekt. Wenn ich etwas kritisieren sollte, dann wären das zuallererst die Testbedingungen und die eingefrorenen Motorenreglements. Letzteres wird natürlich durch die neuen V6-Turbomotoren, die 2014 kommen, erstmal Geschichte sein. Aber in Sachen Tests wird hier zu hart eingegriffen. Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, als die Teams mit teilweise einer halben Milliarde Dollar Budget zigtausend Testkilometer im Vorfeld als auch während der Saison abgespult haben. Dahin will man natürlich nicht zurück. Derzeit jedoch darf so gut wie nicht getestet werden. Es gibt eine Handvoll Testtage vor dem Saisonstart, die jedoch bei weitem nicht ausreichen, um sich auf die Reifensituation vernünftig einstellen zu können. Hier liegt meiner Meinung nach der Hund begraben, warum die Teams erst nach den ersten 3-4 Saisonrennen gut aufgestellt sind.

In den letzten Jahren, insbesondere seit der Wirtschaftskrise, ist auch in der Formel 1 ein unumdingbarer Sparkurs angebrochen. Andere Rennserien verfolge ich auch, wenn auch nicht halb so intensiv wie die Formel 1. Die DTM ist da noch an erster Stelle zu nennen, die aber sehr daran krankt, dass nur drei Marken beteiligt sind. Entsprechend wird hier mit besonderen Regeln versucht, den Stallordern Einhalt zu gebieten (etwa die blauen Flaggen für diejenigen, die einen Pflichtstopp weniger haben als der Hinterherfahrende). Die WTCC war eine Weile ganz vielversprechend (und mit dem @Whistler82 habe ich mir auch das Rennen in Oschersleben 2009 an der Strecke angesehen), versank dann aber auch in Abgängen, gescheiterten Hoffnungen und einem nicht funktionierenden Handycapsystem der dominierenden Fahrzeuge. Rennserien der USA, insbesondere Indycar, habe ich im letzten Jahr eine Chance gegeben, und diese waren durchaus vielversprechend. Doch gepackt hat mich das längst nicht, darum picke ich mir hier nur 2-3 Highlights pro Jahr heraus – etwa das Indy 500 Rennen. Keine Rennserie ist so „Leading Edge“ wie die Formel 1, in der durch und durch immer wieder überraschende Entwicklungen auch hinter den Kulissen stattfinden. Seit nicht mehr beliebig Zusatzflügel an den Fahrzeugen angebracht werden dürfen, ist das sogar noch spannender geworden. Beispiele? F-Schacht, Doppel-Diffusor, Doppel-DRS, Motormapping und der seit Jahrzehnten beliebte biegsame Flügel. Entwickelt von einigen der schlauesten Menschen im Motorsport, etwa Adrian Newey und Ross Brawn.

Die Formel 1 ist die Königsklasse des Motorsport, und ich sehe auch nicht, dass sich das ändern wird. Unmengen an Geld sind hier im Spiel, und natürlich ist das ein Grund mehr für die Medien, diesem Sport die höchste Aufmerksamkeit zu widmen. Vettel verliert plötzlich seine letzten Freunde (so wollte mir die Bäckerin gestern morgen die Bild am Sonntag andrehen), gegen Webber läuft ein Komplott und Mateschitz will alles hinschmeißen – in der Formel 1 wird alles aufgebauscht. Seit Jahrzehnten. Starke Egos entwickeln sich zu erfolgreichen Siegertypen, und Vettel ist genauso „Arschloch“ wie Schumi oder Alonso oder Raikkonen oder…

Auch in zehn Jahren werde ich noch mitfiebern, während andere dann meinetwegen über die Bremsen, die Biokraftstoff, mal wieder übers Qualifying oder was auch immer dann gerade die Kontroverse der Stunde sein wird, meckern werden. Und ich meckere dann natürlich auch, wenn es angebracht ist.

Kleiner Service zum Schluss:
-das nächste Formel 1 Rennen, und damit der Auftakt der Saison in Europa, ist der Große Preis von Spanien in Barcelona am 12. Mai, 14 Uhr
-Der Auftakt der DTM ist wie gewohnt in Hockenheim am 5. Mai um 13.30 Uhr
-Das nächste WTCC Event ist am 28.4. in der Slowakei
-Der Indy 500 findet am 26. Mai um 17.00 Uhr statt
-Die 24 Stunden von Le Mans starten am 22. Juni um 15.00 Uhr

Bahn frei für sachliche Kritik!

4 Gedanken zu „Formel 1: Leading Edge?“

  1. Erst einmal danke an Timo für diesen Blogeintrag. Es gibt viel zu bereden über das Thema Motorsport im Allgemeinen oder die Formel 1 im Speziellen. Es hat etwas länger gedauert, als ich selbst erwartet und gewollt habe, hier zu antworten. Das ist aber gut so, denn so kann ich nun die Eindrücke des ersten diesjährigen DTM Rennens mit einfließen lassen.

    Diejenigen die mich nicht kennen, ich verfolge die Formel 1 seit 1994, die WTCC seit 2008 und die DTM über Jahre sporadisch und seit dem Wiedereinstieg von BMW letztes Jahr durchgehend.

    Die Formel 1, so wie wir sie jetzt erleben, ist ein Produkt der Identitätskrise, die Timo bereits angesprochen hat. Eine Phase in der die Rennen extrem statisch waren und es kaum Überholmanöver gab. Definitiv eine Zeit in der die Formel 1 nicht sehr ansehnlich war. Es musste etwas geschehen. Jedoch, so meine Meinung, folgte nach dem für die Formel 1 typischem Dornröschenschlaf eine krasse Überreaktion. KERS unfertig rein, KERS wieder raus, Tankstopps raus, DRS rein und halt die neuen Reifenmischungen von Pirelli. Wie ich finde allerdings ohne diese Maßnahmen richtig aufeinander abzustimmen. Teilweise sogar ohne dass das Konzept in sich schlüssig ist.

    Paradebeispiel für letzteres ist KERS. Ich halte es für eine denkbar schlechte Entscheidung, dass es quasi unbegrenzt eingesetzt werden kann. Dies resultiert in der Regel darin, dass zwei konkurrierende Fahrer es „synchron“ einsetzen, soll heißen, der eine wendet es zum Attackieren an bestimmten Stellen an, während der andere es an selber Stelle zur Verteidigung einsetzt. Resultat ist ein synchrones Knöpfedrücken der Fahrer, das dem Zuschauer nichts bringt.

    Zwei Dinge, die ich gut finde, sind die Abschaffung des Nachtankens, sowie DRS. Ersteres befürworte ich ausnahmslos. Nicht mal unbedingt wegen der von Timo angesprochenen Argumente (die ich allerdings auch als valide erachte), sondern vor allem, weil es schlicht nervig war das Geschehen nachzuvollziehen und einzusortieren, bedingt durch unterschiedliche Betankung und somit Gewicht der Fahrzeuge. Zweiteres (DRS) befürworte ich aufgrund der aerodynamischen Begleiterscheinungen, die Timo bereits angesprochen hat. Natürlich sollte DRS niemanden, der gleich schnell ist überlegen machen, sondern nur den aerodynamischen Nachteil des Folgenden kompensieren.

    Negativ entscheidend für meine aktuelle Wahrnehmung der Formel 1 sind jedoch, die von Timo so gelobten Pirelli-Reifen. Ich prangere hier deren hohes Maß an Vergänglichkeit und die Anwendung von zwei verschiedenen Mischungen pro Rennwochenende an. Dies führt gleich zu mehreren Problemen aus meiner Sicht.
    1. Die Reifen haben, ähnlich wie zu Bridgestone/Michelin Zeiten, überproportional viel Bedeutung was den Rennausgang angeht.
    2. Attackieren wird bestraft, während „rumcruisen“ belohnt wird.
    3. Die Inflation des Überholens.
    4. Bedeutung der Strategie überproportional hoch im Vergleich zum Racing und fighten.

    Daraus folgend gibt es Szenarien die wir schon viel zu oft gesehen haben.
    – Fahrer alter Reifen oder der gerade schwachen Mischung sind wortwörtlich hilflos gegenüber dem Gegenstück
    – Fahrer lässt sich auf einen Kampf ein, zerstört sich damit im Nu den Reifen und das Rennen gleich mit
    – Fahrer funkt die Box an und erkundigt sich ob er sich wehren soll

    Ich sehe für meinen Geschmack zu viele bedeutungslose Überholmanöver von Akteuren, die sich Aufgrund des Reifens nicht mehr ebenbürtig sind, sondern nur einem von beiden den temporären Opferstempel aufdrücken. Ich sehe außerdem zu viele Überholmanöver, die gar keine sind, weil sich ein Fahrer lieber aus Konflikten raushält, um sein eigenes Rennen/Strategie fahren zu können und sich ja nicht die Reifen kaputt zu machen. Am Ende ist tendenziell der bessere Reifenflüsterer der Nutznießer und nicht der bessere Fahrer. Hinzu kommt, dass die richtige Strategie nicht über den Weg der Schläue oder Cleverness gefunden wird, sondern eher durch Glück, weil sich die Reifen dermaßen volatil geben.

    Noch eine Sache zu den Reifen, die am Rande auch die Testthematik tangiert, die ich ähnlich wie Timo sehe. Wie kann es sein, dass Pirelli von einem Team (Lotus) das Entwicklungsauto gestellt wird und sich Ferrari einen der Pirelli Testfahrer gekrallt hat? Da weiß man auch, warum diese beiden Autos so gut mit dem Reifen zurechtkommen während, Achtung festhalten, der Red Bull und der Mercedes zu schnell für den Reifen sind.

    Ich komme also zu dem Schluss, viel (Überholmanöver) hilft nicht immer viel (was den Unterhaltungswert angeht). Ich sehe derzeit Rennen von denen vor allem der Anfang und das Ende interessant sind. In der Mitte passiert viel bedeutungsloses, was einfach nur aus der jeweiligen individuellen Reifensituation resultiert.

    Meiner Meinung nach sollte man mit den Regeln nicht auf das Ziel von mehr Überholmanövern hinarbeiten, sondern auf mehr Kampf und Wettbewerb. Mehr Fights werden zwangsweise zu mehr Überholmanövern führen als zu Zeiten der „Identitätskrise“. Weniger als es jetzt sind? Mit Sicherheit, aber auch mit mehr Bedeutung und besser nachvollziehbaren Rennverläufen, denn zurzeit empfinde ich das als sehr chaotisch.

    Ich habe auch eine Vorstellung wie das funktionieren könnte. Nämlich so:

    KERS: Eine Lösung in der Art der angesprochenen Formel 2 würde mir um einiges besser gefallen, sprich die absolute Anzahl der Boosts pro Rennen auf eine feste Anzahl pro Rennen limitieren, sie im Gegenzug aber ggf. zu verstärken (wie das für 2014 wohl bereits angedacht ist). Nach den Erfahrungen aus der Formel 2 bringt das mehr Würze in die Sache als die jetzige Lösung.

    Nachtanken: Sollte es irgendwann wieder eingeführt werden, dann bitte nur so wie es zuletzt in der DTM stattgefunden hat, sprich feste Spritmengen beim Start und beim Nachtanken. Am besten auch mit Kannen und nicht diesen unsäglichen Tankanlagen. Dabei kann zwar auch was schief gehen, aber ein gewisses Fehlerpotential betrachte ich als gewünscht.

    DRS: Die Implementierung in der Formel 1 ist unglücklich von wegen Messpunkt hier und DRS Zone da und dort. Dann lieber wie in der DTM: Messpunkt ist da Start und Ziel und dann ist DRS auf die gesamte Runde freigegeben.

    Reifen: Keine unkaputtbaren Reifen, aber bitte ein Maß an Haltbarkeit, das echtes Racing am Limit nicht so arg bestraft, aber vor allem keine zwei unterschiedlichen Reifenmischungen. Ach und bei der Entwicklung bitte Gruppentests mit allen Teams machen, viel kleinere Rennserien bekommen das auch hin und Quatsch wie aktuell mit Lotus und Ferrari wird so vermieden.

    Ganz allgemein: Einfacher ist besser. Unterhaltsames Racing definiert sich nicht dadurch, dass der heißeste neue Scheiß an die Autos gebaut wird. Schnickschnack wie F-Schacht, Doppel-Diffusor und Doppel-DRS stellten nur mal wieder das ausnutzen von Grauzonen des Regelwerks dar, haben unnötige Wettbewerbsverzerrungen und diverse sportfremde Diskussionen heraufbeschworen und wurden letzten Endes eh wieder untersagt. Selbiges Schicksal ereilte bereits das aktive Fahrwerk, Traktionskontrolle, ABS und Startautomatik. Alles war heißer Hightechscheiß, der zu Recht unterbunden wurde um die Formel 1 besser zu machen. Das tat es auch.

    Gemäß einfacher ist besser: die Bedeutung der Aerodynamik stärker eingrenzen z.B. durch stark vereinfachte Flügel. Warum nicht wie in anderen Serien Einheitsflügel vorgeben? Dort wo es Anwendung findet, funktioniert es gut, rückt den Fahrer stärker in den Mittelpunkt, reduziert ungewollte Nebeneffekte und spart ungemein Kosten.

    Und wieder einfacher ist besser: Warum bei den Bremsen nicht wieder einen Schritt zurückgehen in der Entwicklung und mit Stahlbremsscheiben fahren? Die Verlängerung des Bremsweges dürfte der Action auf der Strecke ungemein gut tun und auch diese Maßnahme würde den Fahrer mehr zentrieren.

    Kurz noch zu den anderen Rennserien.
    DTM: Ja eine vierte Marke wäre noch mal ein Plus. Vier Marken a sechs Autos klingt verdammt sexy. Dennoch finde ich, dass die DTM seit dem Wiedereinstieg von BMW ungemein an Attraktivität gewonnen hat (ich kann mich seit 2012 auch nicht mehr an die angesprochenen blauen Flaggen erinnern). Mir wurde die DTM von Timo zu einer Zeit empfohlen als nur Audi und Mercedes dabei waren. Ohne das jetzt ausdehnen zu wollen, aber das war echt übel. Ein großes Problem der DTM ist meiner Meinung nach, dass sie der Formel 1 vieles nachäfft. Gerade wieder mit DRS und Option Tyres geschehen. Beides hätte es angesichts der spannenden letzten Saison nicht gebraucht. Ich hätte es lieber gesehen, wenn man nur DRS adaptiert hätte. Auch sonst schießt man gerne mal einen Bock siehe die neue Laptime-Penalty. Vom technischen Reglement her gesehen empfinde ich DTM jedoch als Nonplusultra. Hier wird gezeigt wie man mit Einheitsteilen und eingefrorener Entwicklung drei Hersteller extrem nah zusammenbringt.

    WTCC: Über diese Rennserie könnte man extrem viel schreiben da die WTCC noch relativ jung und somit im Wandel ist. Es gab in näherer Vergangenheit ein paar Rückschläge (Volltreffer durch Wirtschaftskrise). Aber man ist auf einem guten Weg. Mehr Marken und Fahrer als derzeit gab es selten in der Serie und es wird erwartet, dass mit dem neuen Reglement nächstes Jahr weitere dazu kommen. Man merkt Timo’s Einschätzung der WTCC an, dass er sie nicht mehr empfängt. Da dieser ganze Kommentar eh schon viel zu lang ist, nur so viel: an vier Rennwochenenden, also acht Rennen, sahen wir diese Saison bisher sechs verschiedener Gewinnerfahrer, sechs verschiedene Gewinnerteams (davon drei Teams die neu in der Serie sind) und vier verschiedene Gewinnermarken (davon ein Neueinsteiger). Das letzte Mal als Timo ein WTCC Rennen gesehen hat, sah das noch ganz anders aus.

    1. Super Beitrag und klasse Ideen!
      Ich kann derzeit leider keine WTCC verfolgen, da ich seit meinem Umzug kein Eurosport mehr empfange. Und anscheinend immer noch 5€ für ein Tagesticket im Stream verlangt werden, was mich zudem an den PC binden würde – keine Alternative für mich (ebensowenig wie diese schrägen Russenstreams). Die beiden Kommentatoren vermisse ich aber durchaus.

      Am Sonntag habe ich mir aber das DTM Rennen gegeben, etwas mit gemischten Gefühlen. Aber vorweg – das war das erste Rennen mit den neuen, von dir bereits angesprochenen Regeln. Entsprechend konfus habe ich dieses Rennen erlebt – die Teams wussten nicht so recht, wie lange die neuen Option Tyres tatsächlich halten würden (und an den Begriff Optionsreifen muss man sich wirklich erst gewöhnen). Die ARD schaffte es nicht, die neuen Regeln mal für den Zuschauer verständlich runterzubrechen (müssen wirklich beide Reifentypen eingesetzt werden, oder ist das egal? Das wurde zu Rennbeginn nicht aufgeklärt). Ganz zu schweigen von der wieder mal schlechten Bildregie und der Tatsache, dass der Rundenzähler die fertig gefahrenen Runden zählt und nicht die aktuelle Runde anzeigt. Auch wenn man von Heiko Waßer halten kann, was man will – die Informationvielfalt während des Rennens finde ich bei RTL hervorragend (Sky kenne ich nicht).
      Die DRS-Regeln finde ich durchaus interessant, bin gespannt, wie sich das in den nächsten Rennen so entwickelt.

      Eine Anmerkung noch zu deinem Vorschlag mit den Einheitsflügeln: Wie ich bereits schrieb, bin ich großer Freund der individuellen Entwicklungen einzelner Teams in der Formel 1. Das macht für mich einen enormen Reiz aus. Oberflächlich wirken die Wagen alle gleich (so zumindest wirkt das auf meine Freundin, wenn sie Sonntags trotz Desinteresse an dem Sport mal zuschaut), aber auf den zweiten Blick offenbart sich eine enorme Fülle an unterschiedlichen Details, an denen ich mich absolut nicht sattsehen kann. Jeder Wagen stellt ein einzigartiges Kunstwerk dar. Darum schaue ich mir auch so gern Fotos von den Fahrzeugen an.

      Ein Tipp hierzu: Das Mercedes Benz Museum in Stuttgart, oder auch die BMW-Welt in München sollte man mal besucht haben, wenn man vergangene Formel 1 Schmuckstücke mal aus der Nähe betrachten möchte. Oder auch das Science Museum in London. Dort bin ich zwar wegen der Apollo-Raumkapsel hingegangen, aber am meisten fasziniert hat mich das Wrack von Häkkinens McLaren.
      ->Wer weitere Anlaufstellen diesbezüglich kennt, darf mich gerne darauf aufmerksam machen 🙂

  2. Zu deinem Einwand wegen der Einheitsflügel. Da gehe ich nicht konform mit deiner Meinung. Wenn es richtig umgesetzt ist, hat es einfach zu viele Vorteile für das Racing und den Wettbewerb. Es könnte sogar die besprochenen Überholhelferlein ihrer Grundlage berauben. Ich gehe da lieber nach dem Motto „substance over style“ und entgegne deiner Argumentation, dass ich mich an echtem Racing nicht sattsehen kann. Ich bin aber eh nicht der Meinung, dass es dem Äußeren der Autos einen Abbruch tun würde.

    Ich bin auch kein Freund von individuellen Entwicklungen einzelner Teams. Diese mögen technisch faszinierend sein, führen aber ausnahmslos zu Ungleichgewicht im Leistungsspektrum und resultieren allzu oft in ermüdenden Debatten rund ums Reglement. Ich weiß, dass dies für viele Menschen per Definition zur Formel 1 gehört. Für mich als Purist des Racings gehört es unterbunden.

    Heute ist zudem ein lesenswerter Artikel auf TouringCarTimes erschienen den ich an dieser Stelle verlinken möchte. http://www.touringcartimes.com/2013/05/09/drs-and-option-tyres-save-the-latter-for-f1-please/

  3. Dann möchte ich mich nach dem ich das schon so lange angekündigt habe auch mal mit ein paar Sätzen an der Diskussion hier beteiligen.

    Vorweg möchte ich ebenfalls kurz auf meinen Werdegang als Motrosport und F1 Fan eingehen damit man als Leser vielleicht besser verstehen kann wo manche Ansichten und Meinungen her kommen. Mit einem stolzen alter von inzwischen über 30 Jahren bin ich schon seit ich als Siebenjähriger von meinem Onkel mit zu DTM Rennen genommen wurde, also den späten Achtzigern, großer Motorsport Fan. Seit Beginn der Neunziger Jahr habe ich zumindest Formel1 und DTM betreffend so gut wie kein Rennen mehr verpasst (ich denke das ich alle nicht gesehenen DTM und F1 Rennen sei 1990 an einer Hand abzählen kann) und im laufe der Jahre immer mehr Interesse für viele andere Motorsport Serien entwickelt. Inzwischen schaue ich neben Formel 1 und DTM von denen ich wie gesagt kein Renen verpasse auch nahezu jedes Rennen der Motto GP sowie die aller meisten Rennen der WTCC, Nascar (tolle und seher Intelligenter Motorsport!) und GT Masters. Weniger Regelmäßig aber auch immer ein paar Rennen in der Saison verfolge ich die WEC, ALMS, WRC, Formel 3, GP2, Superbike. Einzig dinge wie Drift Meisterschaften oder auch Rally Cross usw. Interessieren mich auch wenn ich dafür gar keine wirklich Schlüssige Erklärung habe irgendwie überhaupt nicht. Kurz zusammengefasst kann man also sagen das ich bis auf wenige Ausnahmen einfach nicht genug vom Motorsport aller art und dem Zweikampf auf der Strecke bekommen kann.

    Da ich leider nicht wirklich in der Lage bin mich kurz zu fassen und mit Momentan einfach schlicht weg die Zeit fehlt um in voller Breite auf alles was du in deinem Text geschrieben und auch in den Kommentaren dadrunter behandelt wurde werde ich nur auf drei Punkte eingehen und meine Sicht der dige dar legen.

    1. DRS und KERS: Das fasse ich mal zusammen zu einem Punkt. da es in meine Augen ja miteinander Korrespondiert. Meiner Meinung nach ist KERS eine tolle Sache die helfen kann in der so extrem von der Aerodynamik abhängigen Formel1 in der wie du schon richtig sagst alleine da enge hinter her fahren schon fast eine ding der Unmöglichkeit ist wenn man nicht gerade ein sehr deutlich schnelleren Wagen hat. Der Grund warum ich KERS hier lobend erwähne aber gleich eine riesen Ladung puren Hass auf DRS los lassen werde ist ganz einfach der das KERS ähnlich wie ein push to pass Button allen Fahrern im gleichen Masse zu Verfügung steht (gut jetzt ausnahmen wie die ganz kleine Teams in den vergangen Jahren außen vor) und so auch als Taktisches Element eingesetzt werden kann. Sprich wenn der Fahrer hinter mit immer an der gleichen stelle sein KERS benutzt um an mir vorbei zu kommen dann kann ich auch immer an der gleichen stelle Reagieren und es entsteht kein einseitiger und nur der geforderten Überholaction geschuldeter Vorteil.

    Ein Ausbau dieser Technologie auf über 30 Sekunden pro Runde sehe ich trotzdem Kritisch da KERS seine Vorteil halt vor allem im ersten Drittel der Beschleunigungspahse ausspielt und dann jeder Fahrer in fast jeder Kurve KERS verwenden kann was die Taktische Komponente wer wann was benutzt fast komplett zu nichte macht. In meine Augen wären 15 bis 20 Sekunden pro Runde und die Taktische Komponente das man sich bis zu 10 Sekunden aufsparen kann die man dann in dern nächsten Runde in Form von Maximal 30 Sekunden zu Verfügung hat (sofern das Technisch machbar ist) Ideal da im Endeffekt alle die gleichen Bedingungen habe allerdings trotzdem oft genug Situationen entstehen werden in denen ein Fahrer mit Hilfe vom KERS eine Attacke setzten kann gegen die der Vordermann sich nicht mit den gleichen Mitteln zu Wehr setzen kann da er nicht mehr so viel bzw. gar keine Zusatz Energie zu Verfügung hat.

    Das komplette Gegenteil davon ist für mich DRS da egal ob in der DTM oder in der Formel1 einfach nur die Pest ist und von mir total abgelehnt wird. Um dann aber nicht nur Emotional gegen etwas zu Wettern sondern das ganze auch zu begründen besinne ich mich mal auf die Tatsachen. DRS hat halt nur einen einzigen Grund nämlich das einfach Überholen. Im Gegensatz zu den Reifen oder auch KERS bringt DRS aber keinerlei Taktische Komponente mit in Spiel sondern einfach nur den Fakt das absolut Plumpe mit 10 kmh mehr am Vordermann vorbei fahren. Es mag sein das die Breite Masse tatsächlich kein all zu große Interesse an all zu Taktischen Rennen und nur sehr wenigen Überholmanövern hat. Nur dann muss man allgemeinere Probleme angehen und z.B. weiter an der Aerodynamik arbeiten, wobei ich ohne da jetzt noch weiter drauf eingehen zu wollen eine Standard Aerodynamik in der F1 für absolut falsch halte, oder sich dingen wie dem extrem kurzen Bremswege annehmen in dem man z.B. wieder zu Stahl Bremsen zurück geht. Den so sehr die Formel1 auch immer eine Show dessen was Technisch möglich ist sein soll muss man ab und zu halt soweit eingreifen das weiterhin ein gutes Racing zu sehen ist. Und letztendlich ist es ja auch immer der Reiz an der Formel 1 was die Teams trotz der immer neuen und immer schärferen Restriktionen immer weider aufs neue mit Kreativen Lösungen raus holen. Was das angeht sehe ich auch die immer Leistungsschwächeren und fahrbaren Motoren mit Sorge da hier in meine Augen eine Entwicklung genommen wird die das fahren Insgesamt noch „einfacher“ macht was es wiederum noch schwieriger macht zu Überholen.

    Der Grund warum das alles und egal was man versucht und von mir auch auch die Aktuellen Reifen besser sind wie DRS liegt für mich daran das ein Fahrer der von einem anderen dank DRS überholt wird wirklich in keiner Form etwas dafür kann und sich schlicht weg wehren oder etwas anders machen kann (klar man kann den Wagen auf mehr Top Speed abstimmen aber auf die Runde gesehen auf Performance zu verzichten damit man auf ein einseitig unfaires System reagiert ist in meine Augen auch keine Lösung) und auch das Team mit der Konstruktion des Wagens im Gegensatz zu der Reifen Geschichte hier keine Einfluss nehmen kann. Auch wenn ich mich wiederhole, aber kurz gesagt ist DRS nichts anders als ein absolut billiger Versuch mehr Überholaction für den Durchschnittlichen überhaupt nicht an „echten“ Motorsport Interessierten Zuschauer bei RTL (ja ein Klischee aber es passt ganz gut). In der DTM ist es zwar Minimal besser da man es nicht an einer fest gelegten stelle benutzten muss und so eine kleine Taktische Option hat (siehe Spengler beim ersten Rennen in Hockenheim wo er es sich in der Parabolika aufgespart und dann später auf der kleinen geraden Richtung Motordrom genutzt hat) darstellt aber auch nicht wirklich Begeisterungsstürme bei mir auslöst! In meine Augen ist und bleibt DRS der absolut falsche Weg und der pure Horror!

    2. Die Reifen: Ich glaube das hier (also ganz allgemein und nicht nur auf diesen Blog) bezogen die Diskussion zum Teil ein wenig aneinander vorbei geht! Ich hätte noch vor ein paar Jahren nicht gedacht das ich mir mal die Situation mit zwei Reifen Herstellern zurück wünsche! Nur so viele Nachteile das auch hat, ich bin nämlich Grundsätzlich der Meinung das der Reifenhersteller in dem Fall immer und ganz Automatisch eine zu wichtige Rolle einnimmt und die Rolle des Teams als Konstrukteur und des Fahrers mit seinem Talent zwar nicht komplett in den Hintergrund drängt aber zumindest deutlich Minimiert, da wäre mir Aktuelle deutlich lieber als es der Status quo ist!

    Ich gebe zwar zu das für mich ein gutes Auto Rennen mit nichten von vielen Überholmanövern geprägt sein muss (ja als großer Hamilton Fan liebe ich das Video was du als GP2 beispiel gebracht hast aber das ist nicht das was ich ständig sehen möchte) und mein absolutes Favoriten Rennen in dieser Saison trotz Vettel Sieg der GP von Kanada war über den ich sonst des öfteren eher Negative Meinungen wie extrem langweilig gelesen habe. Das liegt aber nicht daran das ich nach Möglichkeit Rennen sehen möchte in denen nur einmal gestoppt wird und alle in Kolone hintereinander her fahren. Ich denk das mit der Stopp Anzahl ist eh ein großes Missverständnis zwischen der pro Aktuelle Reifen und den Antis!

    Ich mochte den Kanda GP weil ich dort das alles erste mal in der Saison zumindest an der Spitze etwas sehen konnte was für mich in einer Sprint Serie im Motorsport Essenziell und das mit Abstand wichtigste Überhaupt ist! Nämlich das fahren am Limit von dem was mit dem Grip der Reifen und dem Gewicht des Wagens Aktuelle möglich ist! Ich habe keine Problem damit wenn man mit den Reifen im Schnitt drei aber mindestens zwei mal Stoppen muss, ganz im Gegenteil. Mit mehr Stopps gibt es Potenziell auch mehr Taktische Optionen was wiederum dazu führt das es weniger die von wohl nur sehr wenigen gemochten Kolonen Rennen kommt.

    Was ich aber Hasse und das ist der Punkt an dem die neuen Reifen halt total Versagen, wenn es miest so ist das ein Fahrer ganz genau weiß das er mit 97% Pushen 15 Runden und mit 95% Pushen sogar 18 bis 20 Runden schaffen kann aber wenn er mal wirklich ans Limit gehen möchte nach spätestens drei Runden total einbricht und spätestens nach sechs Runden wechseln muss da mal gar nichts mehr geht. Bestes Beispiel für diese Angst ist auch wenn die Reifen dort ähnlich wie in Kanada schon ganz gut funktioniert haben Monaco wo sich die Spitzengruppe vor allem im ersten Stint die ganze Zeit belauert hat und jeder sofort und auf Kommando schneller fahren konnte.

    Es ist klar und das hat auch immer zum Motorsport das nicht jeder immer alles was irgendwie geht aus dem Wagen heraus holen muss und sich Taktisch auch mal zurück halten kann um länger auf einem Reifne Satz fahren zu können usw.. Das Problem ist nur das jemand der den anderen Weg wählt und z.B. wie Schumacher früher lieber mit extremen pushen Stopp auf der Strecke raus fahren möchte dies mit den Aktuellen Reifen überhaupt nicht hinbekommen würde und solche Taktiken Jämmerlich Versagen würden da die Reifen dieses am absoluten am Limit fahren im Normalfall (wie gesagt in Kanada sah es ganz OK aus) gar nicht zu lassen.

    Da ich jetzt auch zum ende kommen muss möchte ich nur noch ganz klar sagen das ich mir in Zukunft Reifen wünsche die auch je nach Strecke nur so lange halten das man mit zwei oder drei Stopps fahren muss allerdings ein deutlich größeres Arbeitsfenster haben so das sie nicht nur bei einer Handvoll Teams und bei bestimmten Temperaturen funktionieren und eben auch wenn sie dann Logischerweise schneller abbauen für einen gewissen Zeitraum echtes pushen und am Limit fahren zu lassen.

    Einen aller letzten Satz möchte ich noch zu den oft Kritisierten Tilke Strecken abgeben. Klar liebe ich auch und ganz besonders Strecken wie Spa und Suzuka. Aber im großen und ganze und wenn man sich die verschiedenen Anforderungen der Modernen Formel1 anschaut (auf Sicherheit aber eben auch auf die Überhol Problematik bezogen) finde ich das der Mann bis auf weniger ausnahmen seinen Job sehr gut macht! Klar gibt es immer etwas das man Kritisieren könnte, aber alles in allem sind das schon gute Strecken auf denen meist auch Interessante Rennen zustande kommen.

    Das war es jetzt erst mal und ist auch leider viel kürzer und Unspezifischer als ich es mir gewünscht hätte geworden, nur hatte ich aufgrund meins Momentan vorhandenen Zeit die Wahl das ganze komplett zu lassen oder zumindest mal ein „paar“ Sätze zu dem Thema zu schreiben.

    Gruß Sebastian

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