Der Schwarm

Mehrfach wurde es als Sünde betrachtet, dass ich lange Zeit „Der Schwarm“ von Frank Schätzing nicht gelesen hatte. Nun, meine Freundin wollte mit diesem Missstand aufräumen und schenkte mir diesen Wälzer kurzerhand zum Geburtstag. Immerhin spielt sogar mein aktueller Arbeitgeber eine nicht unerhebliche Rolle in diesem Werk und Schätzing hat seinen Austausch mit den Kollegen seinerzeit mit deren Einbindung in den Roman gewürdigt.

Zum Buch selbst bin ich eher zweigeteilter Meinung. Annähernd tausend Seiten sind kein Pappenstiel, also habe ich mich auch gleich ans Werk gesetzt. Und in der Tat, der Beginn der parallel laufenden Handlungsstränge zieht einen sofort hinein und man macht sich als Leser mehr als nur ein paar Gedanken, wohin diese Handlung laufen wird. Dieser hochinteressante Part über die Weltmeere und Ozeane, die sich gegen den Menschen zu wenden scheinen und die Zahl der Katastrophen an den Küsten ins unermessliche gesteigert wird ist auch wirklich außerordentlich gelungen und zieht sich etwa die ersten 500 Seiten hin. Dazu kommen wirklich sehr spannende Charaktere und Hauptfiguren, deren Handlungen weitestgehend nachvollziehbar bleiben und die im weiteren Verlauf des Buches natürlich genau wie die verschiedenen Handlungsstränge aufeinandertreffen. Doch genau in diesem Punkt steht das Buch plötzlich an einem Scheideweg und schafft es nicht wirklich, mich von dem weiteren Verlauf zu überzeugen. Zu abgedreht erscheint das letzte Drittel des Buches, ja enttäuscht mich gar mit den an mir erweckten Erwartungen, die im ersten Drittel geschürt werden. Ich mag aber auch nicht behaupten, dass ich das Ende des Buches nicht gern gelesen habe, ganz im Gegenteil. Ich kann mich auch ein wenig in Schätzing hineinversetzen, wie sich die ganze Geschichte in seinem Kopf entwickelt haben kann und wie er sie nach seiner Recherche hinuntergeschrieben hat.

Insofern mein abschließendes Urteil: Im Nachhinein würde ich nicht unbedingt behaupten, dass es eine Sünde ist, dieses Buch nicht gelesen zu haben. Lesenswert ist es aber allemal, auch natürlich, um sich seine eigene Meinung zu bilden (und spoilern möchte ich natürlich möglichst nichts). Auch war dies das erste Werk, was ich von Schätzing gelesen habe, und es soll auch nicht das letzte bleiben.

Frank Schätzing – Der Schwarm
2004 erschienen im Kiepenheuer & Witsch Verlag
ISBN 3-462-03374-3, 3-596-16453-2 (Taschenbuch Ausgabe)
956 Seiten (Taschenbuch Ausgabe)

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